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Charles Wang und Sanjay Kumar in Amt und Würden bestätigt


07.09.2001 - 

Wylys Putsch bei CA ist gescheitert

MÜNCHEN (CW) - Sam Wyly ist mit seinem Versuch gescheitert, die Führungsspitze von Computer Associates International Inc. (CA) zu stürzen und sich selbst an die Spitze des Unternehmens zu setzen. Auf der CA-Hauptversammlung wurden alle Board-Mitglieder wie Chairman Charles Wang und Vorstandsvorsitzender Sanjay Kumar von den Aktionären mit jeweils mindestens 75 Prozent der Stimmen in ihrem Amt bestätigt.

CAs Chief Executive Officer (CEO) Sanjay Kumar sagte nach der Abstimmung, obwohl das Votum ein klarer Vertrauensbeweis der Aktionäre für die amtierende Management-Spitze sei, werde man auf Wylys Vorwürfe reagieren. So werde das Unternehmen bis Ende dieses Jahres zwei neue Board-Mitglieder berufen, die nicht bei CA arbeiten und insofern Neutralität garantieren sollen. Der Softwarekonzern hatte bereits kurz nach Beginn der Wyly-Offensive zwei unabhängige Mitglieder in den Verwaltungsrat aufgenommen.

Zufrieden hatte sich Wyly selbst nach der Abstimmung darüber geäußert, dass sein Monate dauernder und in großformatigen Anzeigen ausgetragener Coup bereits positive Veränderungen bei CA herbeigeführt habe. So sei die Art der Unternehmensführung mittlerweile transparenter als noch vor Monaten.

Wyly, Chef des texanischen Investmentunternehmens Ranger Governance Ltd., hatte Wang, Kumar und dem weiteren Führungsteam des viertgrößten Softwarehauses der Welt vorgeworfen, es "missbrauche" seine Kunden und seine Angestellten. In ganzseitigen Anzeigen warf Wyly den Top-Managern Wang, Kumar und Executive Vice President Russell Artzt zudem persönliche Bereicherung vor: Zu einem Zeitpunkt, als die Mehrheit der CA-Aktionäre durch sinkende Kurse Geld verloren, hätten sie vordrei Jahren mit milliardenschweren Aktienpakten in die eigeneTasche gearbeitet. Der Wert des beanstandeten Aktien-Deals, zunächst von den Aktionären abgesegnet, musste allerdings aufAnordnung eines US-Gerichts später erheblich gemindert werden.

Dem CA-Vorstandsvorsitzenden Kumar hatte Wyly, ehedem Chef des an Computer Associates für 3,8 Milliarden Dollar verkauften Unternehmens Sterling Software, in einem öffentlich gewordenen Brief zudem indirekt Führungsschwäche angelastet. Er, Wyly, wolle versuchen, die Mehrheit der Aktionäre hinter sich zu bringen und damit das Stühlerücken in der Führungsetage des viertgrößten Softwarehauses der Welt einzuleiten. Stehe er an der Spitze des Unternehmens, werde er "alle Potenziale aus CA herauskitzeln", indem er "eine Firmenkultur von Innovationsgeist, Zuverlässigkeit, außergewöhnlichem Dienst am Kunden und wirklichen Wachstums" bei Computer Associates etabliere.

In seinem Brief vom 21. Juni 2001 an Kumar äußerte WylyBefürchtungen, dass sich an den Verhältnissen bei CA "unter dem jetzigen Management und dem Aufsichtsrat auch nichts ändern könne". Das Unternehmen sei nicht in der Lage, eine Wertschöpfung für seine Aktionäre zu bewerkstelligen. Ranger Governance Ltd., dessen Chef Wyly ist, und das eine Minderheitsbeteiligung an dem Charles-Wang-Konzern besitzt, wollte sich deshalb auf der Hauptversammlung bei den CA-Aktionären um die Stimmrechtsvollmacht bemühen.

Dieses Vorhaben ist nunmehr gescheitert. Allerdings reagierten sowohl Wang als auch Kumar bereits auf Vorwürfe Wylys. Dieser hatte in der Vergangenheit unter anderem auch moniert, CA operiere in seinen Geschäftsberichten mit "Pro forma pro data"-Ergebnissen, welche die wahren Geschäftsergebnisse verschleierten. Diesen Vorwurf hatte die US-Zeitung "New York Times" ebenfalls geäußert und vorgerechnet, dass CA in dem am 31. März 2001 endenden Quartal unkorrekte Umsatzzahlen veröffentlicht hätte. Kumar hatte diese Diskrepanz seinerzeit mit einem bei CA neu eingeführten Verrechnungsmodus erklärt, nach dem das Unternehmen Lizenzgebühren nicht mehr auf jährlicher, sondern auf monatlicher Basis abrechne. Hierauf hatte die "New York Times" aber erwidert, CA habe seinen Kunden diese Lizenzierungsofferte nie angeboten - eine Behauptung, die Kumar bestritt. Diese Pro-forma-pro-data-Berechnungen will CA künftig nicht mehr anwenden, gaben Kumar und Wang auf der Hauptversammlung jetzt bekannt.

Wylys Bemühungen, die CA-Aktionäre hinter sich zu bringen und die Firmenspitze zu stürzen, hatten allerdings schon frühzeitig einen Dämpfer erhalten. Walter Haefner, ein Schweizer Milliardär, der mit 21 Prozent größter CA-Aktieneigner ist, hatte sich kurz nach den ersten Attacken Wylys öffentlich zu Wang und Kumar bekannt.