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X.400-Kooperation zwischen DFN-Verein und Telekom


24.07.1992 - 

X.25-Wissenschaftsnetz WIN beginnt mit 2-Mbit/s-Betrieb

BERLIN (CW) - Im X.25-Netz "WIN" des Vereins zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes (DFN) werden ab sofort auch 2-Mbit/s-Anschlüsse geschaltet. Wie der DFN-Verein darüber hinaus mitteilte, soll - voraussichtlich ab Oktober 1992 - auch die direkte Kommunikation zwischen Teilnehmern am X.400-Nachrichtenverbund im Deutschen Forschungsnetz und den Teilnehmern am Telebox-400-Dienst der Telekom ermöglicht werden.

Die neuen 2-Mbit/s-Anschlüsse sind nach Angaben des DFN-Vereins das Ergebnis entsprechender Verhandlungen zwischen dem WIN-Betreiber Telekom und dem DFN-Verein, die Gespräche stehen dem Vernehmen nach kurz vor dem Abschluß. Als Preis für die neue Übertragungsklasse wird von den WIN-Benutzern ein von der übertragenen Datenmenge unabhängiges Pauschalentgeld in Höhe von jährlich rund 350 000 Mark zu entrichten sein - eine Summe, die, wie der Vorstandsvorsitzende des DFN-Vereins, Dieter Haupt, auf der Mitgliederversammlung seiner Organisation in Berlin betonte, "für Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die hohe Datenübertragungskapazitäten benötigen, am äußersten Rand des Finanzierbaren liegen".

Bisher haben nach Angaben des DFN-Vereins bereits 25 Institutionen insgesamt 29 2-Mbit/s-Anschlüsse beantragt, darunter über 10 Universitäten, das Leibniz-Rechenzentrum München, das Deutsche Elektronen Synchrotron (DESY) in Hamburg, die deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt in Köln und der Deutsche Wetterdienst in Offenbach. Die 2-Mbit/s-Anschlüsse werden, wie der DFN-Verein betont, nicht nur benötigt, weil die bisherigen Anschlußkapazitäten erschöpft sind sondern vor allem, um die Kapazitäten, die in LAN-Strukturen heute bereits in puncto schneller Datenübertragung bereitstehen, auch auf weiteren Entfernungen einzusetzen.

Anspruchsvolle Applikationen im Test

Der 2-Mbit/s-Bereich erfüllt dabei nach Ansicht des DFN-Vereins noch nicht die Anforderungen der Wissenschaft nach hohen Übertragungsraten, biete jedoch erste Gelegenheiten zur Erprobung anspruchsvoller Applikationen. Dazu gehöre beispielsweise die Möglichkeit, Simulationsberechnungen auf Supercomputern von entfernten Standorten aus gleichzeitig auszuwerten und zu steuern oder große Datenbestände, wie sie bei Experimenten oder Multimedia-Anwendungen anfallen, in vertretbaren Zeiten zu übertragen.

Einen großen Stellenwert räumt man beim DFN-Verein der X.400-Kooperation mit der Telekom ein, die die Kommunikation zwischen den an das WIN angeschlossenen Hochschulen und industriellen Forschungseinrichtungen - von denen viele den Telebox-Dienst nutzen - erleichtern soll. Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, daß der X.400-Message-Transfer-Agent (MTA) der Telekom einen direkten Zugang zum WIN und damit zum Relay-MTA im Deutschen Forschungsnetz erhält.

Auf diese Weise können beispielsweise Nachrichten von Teilnehmern eines Nachrichtenverbundes zur weiteren Vermittlung an den MTA des jeweils anderen Systems übergeben werden. Darüber hinaus ist eine Nutzung des Transferdienstes zu allen "Administrative Management Domains" (ADMDs), mit denen Telebox-400 verknüpft ist, möglich. Dazu gehören zum Beispiel ATI (Japan), Attmail (Vereinigte Staaten) und Sovmail (GUS).

Die Inanspruchnahme des neuen Dienstes bedarf allerdings der jeweiligen vertraglichen Regelung zwischen dem DFN-Verein und den daran interessierten Institutionen im Deutschen Forschungsnetz. Weitergehende Planungen sehen zudem vor, daß Empfängerkreise und Möglichkeiten der elektronischen Nachrichtenübermittlung durch entsprechende Übergänge zu Kommunikationsdiensten wie Telefax, Telex/Teletex, Btx, ISDN, Cityruf und Eurosignal erweitert werden. Für die Anwender im Deutschen Forschungsnetz eröffne dies, so der DFN-Verein, auch die Möglichkeit der Kommunikation mit Partnern, die an keinem X.400-Nachrichtenverbund teilnehmen.