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29.11.1991 - 

Am größten in puncto Sicherheit und integriertes System-Management

X/Open-Studie: "Quality Gap" bei standardbasierten Produkten

RESTON/VIRGINIA (qua) - Was die Anwender von offenen, standardbasierten Systemen erwarten, ist vor allem Interoperabilität in heterogenen Systemen und Netzen. Das förderte eine von X/Open in Auftrag gegebene Marktuntersuchung zutage, die kürzlich auf der "Xtra"-Konferenz in Reston, Virginia, vorgestellt wurde. Daneben deckte die Studie eine Diskrepanz zwischen geforderter und gebotener Qualität in nahezu allen Produkt. bereichert auf.

Dieses "Quality Gap" tut sich auf, wenn die Wichtigkeit, die die Anwender einem Produktbereich beimessen, mit der Beurteilung der verfügbaren Produktqualität verglichen wird. Nach den Regeln der X/Open-Studie markierten die Benutzer ihre Einschätzung dabei jeweils auf einer Skala von eins bis zehn. Höchste Priorität räumten sie den Bereichen Client-Server-Anwendungen (Durchschnittswert 18,2), Sicherheit in Netzsystemen (8,1) sowie integriertes System- und Netz-Management (7,9) ein.

Die beiden letztgenannten Bereiche schneiden in puncto Qualität mit einem Durchschnittswert von jeweils 3,8 besonders schlecht ab; sie weisen also - nach der von X/Open praktizierten Auswertung - eine "Qualitätslücke" von 4,3 beziehungsweise 4,2 auf. Diese schlechten Noten relativieren sich jedoch insofern, als das Qualitätsurteil für keinen der 22 abgefragten Produktbereiche besser als 4,9 ausfiel.

Diesen Höchstwert erreichte denn auch nur der elektronische Dokumentenaustausch (EDI), der in der Prioritätsskala auf Platz vier rangiert. Platz fünf teilen sich die Interoperabilität zwischen Anwendungen sowie die - ebenfalls mit einem großen "Gap" von 3,8 gebrandmarkte - Online-Transaktionsverarbeitung (OLTP), das computerunterstützte Software-Engineering (CASE), die verteilten Datenbanken und das grafische User-Interface (GUI).

Während die Benutzeroberflächen im vergangenen Jahr noch die Prioritätenliste angeführt hatten, ist der Streit zwischen OSF/Motif und Open Look mittlerweile offenbar entschieden: 46 Prozent der befragten Anwenderunternehmen setzten die OSF-Oberfläche ein, wohingegen sich nur 30 Prozent für das GUI von AT&T entschieden haben. Jeder zweite Untersuchungsteilnehmer kann offenbar mit den unterschiedlichen am Markt verfügbaren Oberflächen leben beziehungsweise begrüßt sogar die Möglichkeit einer Auswahl; jedenfalls plädierte nur die Hälfte der Befragten dafür, das "Look and Feel" zu standardisieren.

Neben den als wichtig erachteten Produktbereichen waren die Anwender auch aufgerufen, diejenigen Technologien zu bezeichnen, die ihrer Ansicht nach wesentlich zur besseren Marktdurchdringung standardbasierter Systeme beitragen würden. Unangefochten an erster Stelle dieser Anforderungen steht die Interoperabilität über heterogene Systeme und Netze hinweg; mit einigem Abstand folgen eine durchgängige Architektur für unternehmensweite Systeme sowie der Zugriff und die Verwaltung heterogener vernetzter Datenbanken.

Komplettiert wird die Spitzengruppe der Anwenderforderungen durch ein integriertes Netz-Management von Systemen, die sowohl auf proprietären als auch auf herstellerunabhängigen Standards beruhen, sowie durch die Möglichkeit des Datenzugriffs von offenen Systemen auf Mainframe-Applikationen. Diese Problematik war auch Gegenstand eines der fünf die "Xtra"-Konferenz begleitenden Workshops (vergleiche CW Nr. 47 vom 22. November 1991, Seite 1).

Durchgeführt wurde die "World Survey on Open Systems" im Zeitraum von Mai bis August 1991 mit Hilfe der kanadischen DMR Group Inc. und der japanischen Sigma System Inc. In die Studie gingen Antworten aus 237 Anwenderunternehmen ein, von denen 85 in Europa, 87 in Japan und 65 in den USA, Kanada oder Australien ihren Hauptsitz haben.

Wie George Shaffner, Chief Operations Officer der X/Open Co., ausführte, wurden vor allem sogenannte "Open Systems Opinion Leaders", nahezu ausschließlich Mitglieder anbietet-unabhängiger User-Groups, befragt. K.o.-Kriterium für die Teilnahme an der Studie war außerdem, daß das Unternehmen eine Open-Systems-Strategie zumindest in Erwägung zieht.

Aus diesem Grund lassen sich die Ergebnisse der Untersuchung, so David Ticoll, Director Emerging Technologies Consulting bei der DMR Group, nicht ohne weiteres auf den Gesamtmarkt hochrechnen. Andererseits stellen die befragten Unternehmen mit ihren IT-Budgets von insgesamt rund 120 Milliarden Dollar im Jahr sicher keine vernachlässigbare Größe dar.