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24.12.1993

X/Open wuenscht sich Bill Gates als Board-Member Anbieter und Anwender draengen Microsoft auf Open-Systems-Kurs

MUENCHEN (CW) - Weder Anwenderwuensche noch Avancen aus der Industrie konnten Microsoft bisher dazu bewegen, sich der Open- Systems-Bewegung anzuschliessen. Nun hat das X/Open-Konsortium sogar einen preisguenstigen Sitz im Board of Directors fuer den Fall in Aussicht gestellt, dass Microsoft einige seiner Techniken offenlegt.

Anlaesslich der diesjaehrigen Anwenderkonferenz in Rom forderte X/Open-Chief Technical Officer Michael Lambert Microsoft auf, die Windows-Anwendungsprogrammier-Schnittstelle (Windows API) und die Technik fuer Object Linking and Embedding (OLE) zur Standardisierung freizugeben. Ausserdem wuensche man sich das Unternehmen im Board of Directors und denke darueber nach, dem potentiellen Mitglied besonders guenstige Konditionen einzuraeumen. Regulaer kostet der Sitz im Board eine Million Dollar jaehrlich.

Laesst sich die Gates-Company nicht fuer ein intensives Engagement gewinnen, so befuerchtet Lambert angesichts ihrer Marktmacht eine Spaltung der Industrie. Der Topmanager machte darauf aufmerksam, dass die Open-Systems-Bewegung eine Auseinandersetzung, wie sie in den vergangenen Jahren um eine einheitliche Benutzerumgebung gefuehrt wurde, kein zweites Mal ueberleben wuerde. Andererseits koennten ein offener OLE- und Windows-Standard sicherstellen, dass Windows-Anwender technisch nicht vom Rest der Industrie abgeschnitten wuerden.

Obwohl X/Open-Mitglied, hatte sich Microsoft bisher gegenueber derartigen Annaeherungsversuchen ausgesprochen reserviert gezeigt. Die Situation hat sich jetzt allerdings geaendert. So soll Microsoft-Partner DEC kurz davor stehen, Teile der OLE-Technik als offenen Messaging-Standard bei der Object Management Group (OMG) einzubringen (vgl. CW Nr. 48 vom 26. November 1993, Seite 1).

Auch beim Windows API ist das Unternehmen in einer Situation, die eine Veroeffentlichung der Schnittstellen nahelegt. So bietet inzwischen Unix-Anbieter Sunsoft mit dem Windows Application Binary Interface (Wabi) einen lizenzfrei benutzbaren Windows- Ersatz an. Das Unternehmen hat darueber hinaus die Public-Windows- Initiative ins Leben gerufen, die sich dafuer einsetzt, dass die Entwicklung des Windows APIs in die Haende einer unabhaengigen Organisation kommt.