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07.11.1986 - 

Version 2.2 bietet Migrationsmöglichkeit für VSE-Benutzer:

XA gewinnt in der MVS-Welt langsam an Boden

POUGHKEEPSIE (CWN) - Mehr als die Hälfte der MVS-Anwender haben IBM zufolge inzwischen XA-Versionen im Einsatz. Gleichwohl bleibt die Zahl der Installationen aber noch hinter den von Branchenbeobachtern für Anfang 1986 geschätzten Werten von 60 bis 70 Prozent zurück. Mit Release 2.2 des Betriebssystems hat Big Blue kürzlich eine Möglichkeit für VSE-Anwender vorgesehen, die eine Migration auf MVS/XA erlaubt.

Der Sprung über die 50-Prozent-Hürde zeige, so heißt es in amerikanischen Fachkreisen, daß das strategische Betriebssystem des DV-Marktführers den Durchbruch bei den Usern geschafft habe und weiter an Bedeutung gewinnen werde, Trotz der Probleme, Assembler-Anwendungen. für den Einsatz unter MVS/XA zu konvertieren und einiger Rückschläge bei dem Versuch, auf VM/XA zu migrieren, würden die sechs Millionen codierter Betriebssystemzeilen weiterhin eine starke Wirkung auf den Softwaremarkt bis in die neunziger Jahre hinein haben.

"Der Schwerpunkt unserer Entwicklungen", so Richard Butler, Direktor des IBM-Labors Myers Corner in Poughkeepsie, "liegt ganz deutlich auf XA." Für Rechner in großen Produktionsbetrieben werde "Extended Architecture" weiterhin das Flaggschiff sein.

Als MVS/XA vor dreieinhalb Jahren zum ersten Mal an die Kunden ausgeliefert wurde, bot es Erleichterungen für die Beschränkungen des virtuellen Speichers. Das Betriebssystem stellte sieben weitere Bit für die virtuelle Speicheradressierung zur Verfügung, die Wortlänge wurde von 24 auf 31 Bit und der virtuelle Speicher von 16 Megabyte auf zwei Gigabyte erhöht.

Weitere Limits gehören ebenfalls der Vergangenheit an: MVS/370 verfügte lediglich über 16 Kanäle pro Prozessor. MVS/XA bietet dagegen ein Potential von 256 Kanälen je Prozessor und dynamisches Routing bei den Ein- und Ausgaben über die Kanäle. Dies ermöglicht, daß Kanal und Prozessor nicht länger auf Interrupt-Meldungen warten müssen, um die Verarbeitung fortsetzen zu können.

Allerdings haben die Anwender einige der Vorteile von MVS/XA wie die Speichererweiterung nur unzureichend verstanden oder sie erst bei der Implementierung des Betriebssystems auf einer 3090 realisiert.

Bei der Speichererweiterung handelt es sich um einen Halbleiterspeicher, der für den Paging Supervisor des Betriebssystems gedacht ist. Diese Speicherart verfügt zwar über die Leistungscharakteristika eines Hauptspeichers, kann jedoch nicht vom Anwendungsprogrammier adressiert werden. Das Betriebssystem nutzt vielmehr dessen Vorteile zur Übertragung von Datenblöcken in die Zentraleinheit und umgekehrt.

Kundenbasis ist für Support ausschlaggebend

In der Vergangenheit waren IBM-Kunden gezwungen, ihre Systembeschränkungen durch den Kauf eines zusätzlichen Prozessors auszugleichen. Mit den neuen Leistungsmerkmalen von MVS/XA, so glauben amerikanische Branchenkenner, werde die CPU-Umgebung wesentlich attraktiver.

Nach Aussagen von IBM-Direktor Butler gehen die vielen zusätzlichen Fähigkeiten von MVS/XA nicht zu Lasten der Performance des Systems. Normalerweise laufe ein Subsystem wie "TSO/Extended" unter MVS/XA um etwa sechs Prozent schneller als unter dem Standard-Betriebssystem /370 MVS/SP.

Laut Butler wird Big Blue so lange MVS/370 unterstützen, wie es bei einer ausreichenden Anzahl von Kunden im Einsatz ist. Ferner soll die /370-Version weiterhin Support für neue Prozessoren erhalten, auch wenn das meiste Geld in die Entwicklung des "Flaggschiffs" fließe.