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23.08.2007

Xensource mit Version 4 gegen VMware

Die Open-Source-Lösung für Virtualisierung wird mächtiger, flexibler und einfacher zu handhaben.

Xen Enterprise 4 bringt uns in die Oberklasse", erklärte Simon Crosby, Gründer und Chief Technology Officer der künftigen Citrix-Tochter Xensource, optimistisch: "Schlag für Schlag verbessern wir unsere Wettbewerbsfähigkeit gegenüber VMware." Das jüngste Release ermöglicht wesentlich größere sowie flexiblere virtuelle Maschinen, die sich einfacher administrieren lassen, und bietet offene Schnittstellen für Storage- und Anwendungserweiterungen. Version 4 bringt im Wesentlichen fünf Verbesserungen:

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Mit "Xenmotion" lassen sich verschiedene Hosts automatisch konfigurieren und zu einem variablen Pool von Ressourcen zusammenfassen. Innerhalb dieses Pools können Anwender virtuelle Maschinen (VMs) per Drag-and-Drop anbinden sowie im laufen-den Betrieb zwischen unterschiedlichen Hosts migrieren. Die Zuweisung physikalischer Ressourcen erfolgt automatisch.

Ein nativer 64-Bit-Hypervisor unterstützt bis zu 128 GB physikalischen Speicher bei 32 GB pro Gast-VM. Eine Gast-VM kann jetzt eine Acht-Wege-Maschine nutzen. Die Adressierung des Advanced Configuration and Power Management Interface (ACPI) macht es möglich, virtuellen Maschinen im laufenden Betrieb weitere CPU-, Netzwerk- und Speicherressourcen hinzuzufügen.

Die Administration der virtuellen Umgebung vereinfacht "Xen-center". Die dort gesammel-ten Management-Informationen werden an alle Hosts innerhalb eines Ressourcen-Pools repliziert, wodurch jeder Host zum Master werden kann. Dies ist ein auffälliger Unterschied zu VMware, wo Administrationsaufgaben über einen dedizierten Server laufen, der daher ein besonders kritisches Element einer virtuellen Umgebung ist.

In Richtung der Speicher existiert eine offene Programmierschnittstelle. Über sie adressieren virtuelle Maschinen Direct Attached Storage und Shared Storage auf Grundlage des kürzlich mit Symantec geschlossenen OEM-Vertrags in Form von NAS-, iSCSI- und NAS-Infrastrukturen. Die API ermöglicht Spiegelung, Snapshots, Cloning und Thin Provisioning virtueller Festplatten. Unterstützt werden auch dateigesicherte virtuelle Festplatten in Microsofts VHD-Format sowie blockgesicherte Festplatten-Images.

Quelloffene Xen-Enginge erweitert

Die "XenAPI" stellt die Management-Schnittstelle auf Basis der XML-RPC-Standards aus Xen-express in Xen Enterprise 4 zur Verfügung. Jetzt sind Language Bindings in C, C# und Java enthalten. Durch die Common Language Infastructure (CLI) mit Bindings in drei Skripting-Sprachen können Softwarehäuser, Partnerunternehmen und Anwender spezifische Zusatzlösungen entwickeln.

Xen Enterprise 4 wird seit dem 20. August über autorisierte Xensource-Reseller ausgeliefert. Das Paket umfasst im Standard Xenmotion, Xencenter, den 64-Bit-Hypervisor und XenAPI. Der Preis beginnt bei 1599 Dollar pro Dual-Socket-Server für eine Einjahreslizenz und 2499 Dollar auf der gleichen Hardware für eine zeitlich unbegrenzte Lizenz. Deutlich günstiger ist das Produkt für den Mittelstand, "Xen Server 4". Diesem Angebot fehlt das Modul Xenmotion, das ohnehin nur in großen Umgebungen Vorteile bringt. Dafür ist es mit 495 beziehungsweise 750 Dollar Basispreis deutlich kostengünstiger. Unverändert kostenlos bleibt "Xen Express", das Open-Source-Angebot für den Einstieg in die Virtualisierung. Dieses Produkt ist allerdings limitiert auf 4 GB Speicher, vier virtuelle Maschinen pro Server und ein Single-Server-Interface.

Die nächsten Verbesserungen an Xen Enterprise sind schon angekündigt und werden nicht lange auf sich warten lassen. Vor wenigen Wochen hat der Virtualisierungsspezialist einen Kooperationsvertrag mit Symantec abgeschlossen. Noch in diesem Jahr wird dessen Speicher-Management-Software "Veritas Storage Foundation" in das Xensource-Kernprodukt integriert. Umgekehrt wird Symantec Xen Enterprise für die Lösung "NetBackup" zertifizieren. Ferner erhält das Sondermodul "Xen Enterprise High Availability" eine Speichererweiterung für das Failover virtueller Maschinen.

(ls)