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16.05.1997 - 

UnternehmenNeue Multifunktionsperipherie mit Faxoption

Xerox auf schwerem Weg in die digitale Zukunft

"Xerox hat eine kritische Masse erreicht", stellt Paul Allaire, Chairman und Chief Executive Officer (CEO), fest. Für sein Unternehmen, dessen Name über die USA hinaus Synonym für Fotokopien ist, gebe es "keinen Blick zurück".

Solche Worte muten verwunderlich an bei einem Konzern, aus dessen Palo Alto Research Center (Parc) so fundamentale Erfindungen wie Workstations, lokale Netze, Ethernet, eine objektorientierte Programmiersprache, grafische Benutzeroberflächen und die Maus stammen. Die Aussagen des CEO klingen wie das Pfeifen im Walde.

Seit sechs Jahren ist Allaire nun Chef und bemüht, ein Unternehmen, das es sich auf der Marktführerposition im Kopierergeschäft bequem gemacht hatte, für die Anforderungen seitens der Anwender in computerisierten Büros zu trimmen. Er hat die Firma in letzter Zeit mehrfach umstrukturiert, was zu Kündigungen und entsprechender Unruhe unter den Mitarbeitern führte. Im einstigen Forscher-Eldorado Parc steht heute die Frage nach der Vermarktungsmöglichkeit an erster Stelle.

Jeder zweite arbeitet an digitalen Produkten

Xerox hat eine Reihe von Kooperationsverträgen mit High-Tech-Firmen wie Sun, Novell, Microsoft, DEC, HP und AT&T abgeschlossen. Die Hälfte der Angestellten arbeitet an digitalen Produkten. In einer "New Enterprise Group" sind zehn Firmen zusammengefaßt, die sich vor allem der Entwicklung von Imaging-Software, Dokumenten-Management, Workflow, Übersetzungssystemen und Suchmaschinen widmen.

Rund eine halbe Milliarde Dollar - das entspricht etwa fünfzig Prozent des Forschungsetats des letzten Jahres - hat Xerox in die Entwicklung einer neuen Produktfamilie investiert: Die digitalen Multifunktionsgeräte "Document Center 220" und "230" sind jetzt verfügbar; in der nächsten Jahreshälfte werden die Systeme "240" und "265" folgen. Es handelt sich um Maschinen, die aus separat ansteuerbaren (und ersetzbaren) Modulen für Scanning, Drucken und Faxbetrieb bestehen.

Die beiden letzten Ziffern der Typennummer geben die Geschwindigkeit beim Scannen und Drucken in Seiten pro Minute an. In diesen beiden Funktionsmodi arbeiten sie mit einer Auflösung von 400 dpi, als reine Drucker mit 600 dpi, horizontal wie vertikal.

Die Bildinformationen einer gescannten Seite werden intern gespeichert und von dort auf das Druckwerk gegeben. Die Systeme können die unterschiedlichen Flächenhelligkeitswerte von Bildern und Text auf einer Seite unterscheiden und entsprechend "belichten". Sie differenzieren 8 Bit Farbtiefe.

Die Papierwege sind wesentlich vereinfacht, was Staus reduzieren soll. Der RAM-Speicher macht staugefährliche Zwischenspeicher obsolet und automatisiert den Druck von Booklets in richtiger Seitenfolge.

Xerox hat die Zahl der mechanischen Teile, insbesondere der beweglichen, erheblich verringert, um Defekte zu reduzieren sowie Wartung und Austausch der Teile zu vereinfachen. Die Bedienung über ein berührungsempfindliches Grafik-Display erschließt sich intuitiv. Die Geräte erfüllen die verschiedenen nationalen Umweltstandards in Europa und Nordamerika.

Im Mittelpunkt: das Programm Centerware

Attraktiv könnte diese Multifunktions-Peripherie vor allen Dingen dadurch werden, daß sie sich über die einfache Druckeranbindung hinaus eng in ein LAN integrieren läßt. Mit der zugehörigen Software "Centerware" können Anwender von ihrem PC-Arbeitsplatz aus ihre Applikationen und von verschiedenen Datenbanken aus ihre Rechner ansprechen.

Sie können nicht nur kopieren oder Dokumente mit Verteileradressen ausdrucken, sondern auch Faxe abschicken und empfangen. Dabei hilft eine Icon-gestützte, dreidimensionale Benutzeroberfläche. Darüber hinaus kann ein autorisierter Administrator Maschinenfunktionen feintunen und Jobs Prioritäten zuordnen. Xerox arbeitet derzeit an einer Web-Version von Centerware. Damit wäre es möglich, die Grenzen des Lokalen zu überschreiten. Die Geräte ließen sich auch im unternehmenseigenen Intranet über Internet-Zugänge verwenden.

Die Zielgruppe für diese Multifunktionsgeräte liegt zwischen Soho-Umgebungen (Small-Office-Home-Office) und Abteilungen mit extremem Papierdurchsatz. Entsprechend vertreibt Xerox die Systeme sowohl direkt an angestammte Kunden als auch über Systemintegratoren und Value Added Resellers.

Die Umstellung vom "Push"-Vertrieb auf den nachfragegesteuerten indirekten "Pull"-Kanal scheint dem Unternehmen Schwierigkeiten zu bereiten. Xerox hatte schon in den vergangenen Jahren Probleme, den Vertriebsbeauftragten die Konzentration auf auftragsstarke Großkunden auszutreiben. Der Konzern führt in unterschiedlichen Geschäftsbereichen mehrere Produktgruppen mit einem verwirrenden Angebot von Maschinen.

Die digitale Ära, so CEO Allaire, bedeute für Xerox Neuerungen im Verständnis von Bürokonzepten, Produktklassen und Geschäftsmethoden. Ein Stoßseufzer klingt durchaus mit in seinem Kernsatz: "Being digital is different.