Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

05.04.2002 - 

Zehn Millionen Dollar Strafe

Xerox muss seine Bilanzen korrigieren

MÜNCHEN (CW) - Xerox zahlt zehn Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC und korrigiert die Bilanzen der letzten fünf Jahre. Das Unternehmen will damit einen Strich unter die seit zwei Jahren laufende Untersuchung ziehen.

Knackpunkt der Bilanzierung sind die Buchungen von Leasing-aufträgen. Umsätze von Geräten, die von Kunden geleast werden, tauchen in den Bilanzen als feste monatliche Gebühr für Equipment, Finanzierung, Service und Wartung auf. Ein Teil dieser Einnahmen kann als Vorschuss verbucht werden, der Rest muss aber auf den gesamten Zeitraum verteilt werden. Durch eine übertriebene Darstellung der monatlichen festen Einnahmen gelang es Xerox anscheinend, seine Umsätze zu schönen.

Durch die Bilanz-Nachbesserungen für den Zeitraum von 1997 bis 2000 könnten sich Ergebnisabweichungen von bis zu 300 Millionen Dollar oder rund zehn Prozent des gesamten Vorsteuergewinns ergeben. Auch für das Geschäftsjahr 2001 plant Xerox eine Überarbeitung seiner Zahlen. Diese waren bereits veröffentlicht, jedoch noch nicht offiziell an die SEC weitergeleitet worden. Dem Unternehmen wurden nun 15 Tage Aufschub gewährt, um dieser Pflicht nachzukommmen.

Damit räumt Xerox zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres ein, nicht sauber bilanziert zu haben. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Anbieter von Kopierern und Druckern Unregelmäßigkeiten eingestanden und die Bilanzen für die Jahre 1998 bis 2000 korrigieren müssen. Für die Börsenaufsicht war dies anscheinend nicht ausreichend. Im Januar bestätigte das Unternehmen erneut, dass die Untersuchungen der Behörde nicht abgeschlossen seien, behauptete jedoch weiterhin, seine Einnahmen korrekt verbucht zu haben.

Ob Xerox sich allerdings mit Zahlung der Strafe von weiteren Ermittlungen freikaufen kann, bleibt offen. Nicht auszuschließen sind beispielsweise zivilrechtliche Klagen gegen frühere Verantwortliche wie den ehemaligen CEO Paul Allaire sowie Barry Romeril, Finanzchef bis Ende vergangenen Jahres. (rs)