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18.05.1984 - 

Kopierergigant will mit "Team Xerox"-Philosophie Wende einleiten:

Xerox-Rückzieher treibt Sunrise in die Krise

NEW YORK (VWD) - Den Vertrieb des Mikrocomputers mit Batteriebetrieb "Xerox 1810" hat Xerox Corp. nur sieben Monate nach Vorstellung des Rechners in aller Stille eingestellt. Als Gründe werden Probleme mit der Software und der wiederaufladbaren Batterie genannt. Sunrise Systems Inc., einziger Lieferant des Unternehmens für den Rechner. hat den Weg zum Konkursrichter angetreten und Gläubigerschutz nach Paragraph elf des US-Konkursgesetzes (Chapter eleven) beantragt.

Die Xerox-Entscheidung, aus dem am schnellsten wachsenden Bereich im Mikrocomputermarkt auszuscheiden, hat offensichtlich zu den finanziellen Problemen von Sunrise, an der Xerox zu 15 Prozent beteiligt ist, beigetragen. Nach Angaben eines Xerox-Sprechers habe man Sunrise vor drei Wochen mitgeteilt, daß die Lieferverträge für den Xerox 1810 nicht erfüllbar seien. Sunrise habe die vereinbarten Liefermengen nicht eingehalten und das Produkt habe nicht den Qualitätsspezifikationen von Xerox entsprochen. Diese Vorwürfe wurden von Sunrise zurückgewiesen.

Xerox hatte die Technologie für den tragbaren Rechner entwickelt und dann dem früheren Mitglied der Geschäftsführung, C. Jackson Pfeffer, gestattet, den Bereich aus dem Unternehmen auszugliedern und daraus Sunrise aufzubauen. Abschreibungen in unbekannter Höhe könnten sich jetzt aus der Xerox-Beteiligung an Sunrise und einem Teil der Lagerbestände an tragbaren Rechnern bei Xerox ergeben.

Die Softwarefehler, die unter anderen zu der Xerox-Entscheidung führten, wurden nicht erläutert. Dazu seien Probleme mit den wiederaufladbaren Batterien gekommen. Nach Ansicht von Industriebeobachtern sind jedoch das von Xerox stammende Design und die Preisgestaltung zumindest teilweise für den Fehlschlag mit verantwortlich.

Als Folge ihres enttäuschenden Computerabsatzes wird die Xerox Corp. ihren Vertrieb neu organisieren. Nach Angaben der Gesellschaft "Es ist eine Sache, die Technologie zu haben, und eine andere, sie zu verkaufen", sagte Donald J. Massaro, Chairman der Metaphor Computer Systems und Ex-Präsident der Hochtechnologieabteilung von Xerox.

Mit "Team-Xerox" wird, wie das Unternehmen erklärt, mehr als eine strukturelle Änderung vorgenommen. Dabei handele es sich vielmehr um eine völlig neue Vertriebsphilosophie. Schließlich traten die Vertreter für Kopierer und für Computer bisher eher als Rivalen statt als Partner an, die von getrennten Büros aus tätig waren und häufig sogar unter getrennter Leitung standen. Nun werden dieselben Räumlichkeiten benutzt, während die jeweiligen Vertreter Verkaufsinstruktionen für das andere Erzeugnis erhalten.