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18.11.2008

XETRA-MITTAG/DAX baut Verluste aus - Finanzwerte im Ausverkauf

FRANKFURT (Dow Jones)--Mit fortgesetzten Verlusten zeigen sich die deutschen Aktienmärkte am Dienstagmittag. Der DAX verliert gegen 13.10 Uhr um 1,9% oder 85 Punkte auf 4.474. Nahezu alle DAX-Werte notieren mit deutlichen Verlusten. Akut wird der "Patient" laut Händlern in erster Linie von den schlechten Wall-Street-Vorgaben belastet, heißt es.

FRANKFURT (Dow Jones)--Mit fortgesetzten Verlusten zeigen sich die deutschen Aktienmärkte am Dienstagmittag. Der DAX verliert gegen 13.10 Uhr um 1,9% oder 85 Punkte auf 4.474. Nahezu alle DAX-Werte notieren mit deutlichen Verlusten. Akut wird der "Patient" laut Händlern in erster Linie von den schlechten Wall-Street-Vorgaben belastet, heißt es.

Am Vortag hat der marktbreite S&P-500-Index dort 2,6% verloren und war nur 2 Punkte über seinem tiefsten Stand seit fünf Jahren aus der Sitzung gegangen. Chronisch lastet die Unsicherheit über Dauer und Tiefe der Rezession auf dem Markt. "So lange es in dieser Hinsicht keine Klarheit gibt, lässt sich auch nicht absehen, auf welchem Niveau die Kurse ein Boden ausbilden könnten", sagt ein Marktteilnehmer. Darüber hinaus sorgen ausgesprochen dünne Volumina für teils deutlich überzeichnete Kursentwicklungen und verschrecken somit potenzielle Investoren.

Neue Impulse dürfte dem Handelsgeschehen am Nachmittag die Veröffentlichung der US-Erzeugerpreise für Oktober geben. Sie werden anzeigen, ob die US-Notenbank wegen eines weiter nachlassenden Preisdrucks ihren geldpolitischen Lockerungskurs beibehalten kann. Volkswirte erwarten im Mittel ihrer Prognosen einen kräftigen Rückgang der Erzeugerpreise um 1,8% gegenüber dem Vormonat. Darüber hinaus werden sich eine ganze Reihe von Notenbankmitgliedern zur weltweiten konjunkturellen Entwicklung und der Lage an den Kapitalmärkten äußern.

Aus charttechnischer Perspektive ist der DAX zunächst im Bereich von 4.300 Zählern unterstützt, anschließend auf dem Niveau von 4.014 Stellen. Dort liegt das Jahrestief des DAX. Erst eine Rückkehr über die Marke von 4.800 Punkten hellte das charttechnische Bild auf.

Deutlichen Abgabedruck gibt es bei den Finanzwerten. Hier belastet unverändert die Ankündigung der US-Großbank Citigroup vom Vortag, über 50.000 Stellen zu streichen. Für Unruhe sorgt darüber hinaus die anhaltende Verspannung am Refinanzierungsmarkt der Kreditinstitute. Hypo Real Estate geben - zusätzlich von einer Reduzierung des Kursziels auf 1,00 EUR von 3,40 EUR durch DKIB unter Druck gesetzt - um 9,8% auf 2,98 EUR nach.

Commerzbank verbilligen sich um 5% auf 6,24 EUR, Deutsche Postbank geben um 2% auf 14,86 EUR nach. "Alle Papiere mit überdurchschnittlicher Beteiligung von Hedgefonds werden rausgeworfen", sagt ein Händler. Hier bestehe die Angst vor weiteren Notverkäufen. Deutsche Börse brechen sogar um 9,3% ein auf 50,05 EUR. Die Aktie gerät mit einer Analyse von Merck Finck & Co (MeFiCo) unter Druck, wie es aus dem Handel heißt. "Am Markt wird gespielt, dass die Großaktionäre TCI und Atticus aussteigen könnten", sagt ein Händler mit Blick auf eine MeFiCo-Studie.

In besserer Verfassung als der Gesamtmarkt zeigen sich hingegen die Papiere aus als defensiv geltende Sektoren. RWE verlieren unterdurchschnittliche 0,6% auf 64,49 EUR, Fresenius Medical Care ziehen gar um 0,7% auf 36,06 EUR an. "Angesichts der ausgesprochen dünnen Nachrichtenlage sehen wir einen reinen Makromarkt", sagt ein Händler.

Deutsche Telekom geraten nach einer Herabstufung unter Druck und verbilligen sich um 3,5% auf 10,72 EUR. Goldman Sachs hat die Einstufung der Papiere des Telekommunikationsdienstleisters auf "Neutral" von "Buy" gesenkt. Volkswagen bauen ihre Gewinne aus und legen um 3,9% auf 379,47 EUR zu. Nachrichten, die die Kursbewegung begründen könnten, gibt es laut Marktteilnehmern jedoch nicht.

In der zweiten Reihe ziehen Leoni um 1% auf 8 EUR glatt an. Einem Bericht der "FAZ" zufolge will der Automobilzulieferer den Umsatz im kommenden Jahr stabil halten. "Wer will das nicht. Die Nachrichten aus dem Automobilsektor um Bürgschaften und mögliche Pleiten in den USA sprechen aber eine andere Sprache", sagt ein Händler.

Ein weiterer Marktteilnehmer rät ebenfalls zur Vorsicht: "Die Visibilität der Gewinne ist derzeit äußerst gering, daher bleibt abzuwarten, ob Leoni das auch halten kann. Zum Kauf drängt sich die Aktie nach dieser Meldung nicht auf." Konjunktursensitive Aktien stehen weiter unter starkem Druck, Wacker Chemie verlieren 15%, Norddeutsche Affinerie um 10%.

DJG/mod/flf

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