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08.11.2011

XETRA-MITTAG/Fest dank Zahlen und Hoffnung auf "Berlusconi-Sturz"

FRANKFURT (Dow Jones)--Ordentliche Quartalszahlen und die Hoffnung auf einen Regierungswechsel in Italien sorgen am Dienstagmittag für Gewinne am deutschen Aktienmarkt, der DAX steigt dabei wieder über 6.000 Punkte. Bis 12.38 Uhr zieht der Leitindex um 1,7% oder 101 auf 6.029 Punkte an. In der zweiten Reihe geht es für den MDAX um 1,1% oder 100 auf 9.133 Punkte nach oben, der TecDAX rückt um 2,0% oder 14 auf 704 Punkte vor.

FRANKFURT (Dow Jones)--Ordentliche Quartalszahlen und die Hoffnung auf einen Regierungswechsel in Italien sorgen am Dienstagmittag für Gewinne am deutschen Aktienmarkt, der DAX steigt dabei wieder über 6.000 Punkte. Bis 12.38 Uhr zieht der Leitindex um 1,7% oder 101 auf 6.029 Punkte an. In der zweiten Reihe geht es für den MDAX um 1,1% oder 100 auf 9.133 Punkte nach oben, der TecDAX rückt um 2,0% oder 14 auf 704 Punkte vor.

Im Fokus des Interesses der Marktteilnehmer steht die für den Nachmittag angekündigte Abstimmung im italienischen Abgeordnetenhaus über den Rechenschaftsbericht für den Haushalt 2010. Dieses Votum ist die Voraussetzung für die Abstimmung über das Budget für 2012. Bereits am 11. Oktober hatte sich Ministerpräsident Silvio Berlusconi im Abgeordnetenhaus einen Korb geholt. Und auch dieses Mal wackelt die Mehrheit, so dass der "Cavaliere" stürzen könnte. "Die vom Markt favorisierte Option wäre dann wie in Irland, Portugal und jetzt in Griechenland eine große Koalition zur Durchsetzung von Sparbeschlüssen", sagt ein Börsianer.

Die Gewinne am Dienstagmittag vollziehen sich auf breiter Front, mit RWE gibt lediglich ein Wert im DAX nach. Unter den Spitzenreitern finden sich Deutsche Börse, die um 3,0% auf 40,28 EUR anziehen. "Kurstreiber sind weiter Berichte über eine mögliche Absage der Fusion mit der NYSE", sagt ein Händler. Die "Euro am Sonntag" hatte berichtet, die Deutsche Börse werde zu strenge Auflagen nicht hinnehmen. "Das zeigt dem Markt einfach, dass die Verschmelzung nicht um jeden Preis kommen muss - und vor allem nicht unter Aufgabe des Gewinntreibers Eurex", so der Marktteilnehmer.

Munich Re, die am Morgen ihre Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt haben, drehen nach einem Start unter negativem Vorzeichen ins Plus und steigen um 0,2% auf 93,09 EUR. "Nur die Bewertungsmethode bei ihrer Kapitalanlage hat das Ergebnis etwas verhagelt", so ein Analyst mit Verweis auf den unter Erwartung liegenden Nachsteuergewinn. Die Münchener würden als einziger großer Versicherer ihre Anleihen weiter konsequent nach Mark-to-Market bewerten: "Dadurch spiegeln sich die Turbulenzen deutlicher im Ergebnis". Das operative Ergebnis sei hingegen "ausgezeichnet". Vor allem die mit 89% sehr geringe Schaden-Kosten-Quote in der Rückversicherung sei überraschend gut.

In der zweiten Reihe verteuern sich Aareal Bank um 8,4% auf 13,88 EUR. Auch der Immobilienfinanzierer hat am Morgen die Bilanz für das abgelaufene Quartal vorgelegt und damit nach Einschätzung von Silvia Quandt Research überzeugt. Die Ergebnisse seien geprägt von soliden Zinsüberschüssen sowie einem guten Handelsergebnis, so Analyst Michael Rohr. Das Neugeschäft habe sich stark entwickelt; das sei angesichts des schwierigen Marktumfelds extrem positiv zu werten. Die sichere Refinanzierungsstruktur erlaube es der Bank selbst in einem saisonal schwachen Quartal hochmargige Neugeschäfte abzuschließen, und das unabhängig von den allgemeinen Bedingungen.

Für Leoni geht mit dem Bericht für das dritte Quartal womöglich die Zeit der überdurchschnittlichen Kursentwicklung zu Ende. Nachdem der Kurs seit Anfang Oktober um fast 50% zugelegt und Branchentitel wie Continental oder ElringKlinger deutlich hinter sich gelassen hat, geben die Aktien des Automobilzulieferers am Mittag um 3,4% auf 29,26 EUR nach. Leoni habe lediglich die Erwartungen bestätigt, so Albrecht Denninghoff, Analyst bei Silvia Quandt Research. Da Aussagen über das kommende Jahr fehlten, bleibe je nach Konjunkturentwicklung Enttäuschungspotenzial.

Drillisch ziehen um 21% auf 6,05 EUR an und können damit einen Teil des am Vortag verlorenen Terrains zurückgewinnen. Die von der Deutschen Telekom geforderte Rückzahlung von Provisionen dürfte im niedrigen einstelligen Millionenbereich ausfallen, heißt es am Markt. Damit sei der Absturz vom Montag übertrieben hoch gewesen. Alleine die freenet-Beteiligung sei 4,50 EUR je Aktie wert. freenet erholen sich um 6,2% auf 9,02 EUR.

DJG/jej/ros

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