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24.07.2008

XETRA-SCHLUSS/Daimler und ifo schicken DAX auf Talfahrt

24.07.2008
FRANKFURT (Dow Jones)--Kräftige Kursverluste bei Daimler haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag schwach schließen lassen. Der DAX verlor 1,5% oder 95 Punkte auf 6.441. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf XETRA rund 194,8 (Vortag: 174,2) Mio Aktien im Wert von rund 7,58 (Vortag: 7,36) Mrd EUR. Schlechte Konjunkturdaten aus den USA und Europa sowie schwache Zahlen vom US-Automobilhersteller Ford belasteten den Markt von Anfang an und begleiteten den Weg des Index nach unten.

FRANKFURT (Dow Jones)--Kräftige Kursverluste bei Daimler haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag schwach schließen lassen. Der DAX verlor 1,5% oder 95 Punkte auf 6.441. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf XETRA rund 194,8 (Vortag: 174,2) Mio Aktien im Wert von rund 7,58 (Vortag: 7,36) Mrd EUR. Schlechte Konjunkturdaten aus den USA und Europa sowie schwache Zahlen vom US-Automobilhersteller Ford belasteten den Markt von Anfang an und begleiteten den Weg des Index nach unten.

So fiel der ifo-Geschäftsklimaindex im Juli auf 97,5 Punkte. Dies war der niedrigste Stand seit September 2005. Dies wurde von den ebenfalls schwächeren europäischen Einkaufsmanager-Indizes und den britischen Einzelhandelsumsätzen untermauert. Der Aufschwung gehe zu Ende, sagte der ifo-Volkswirt Gernot Nerb. Auch aus den USA kamen keine guten Daten: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lagen unerwartet hoch und die Verkäufe bestehender US-Häuser fielen deutlich. Mit minus 2,6% wurde die Prognose von nur minus 0,8% verfehlt. Technische Analysten sehen den DAX nun genau im Unterstützungsbereich um 6.450 Punkte. Eine Erholung sei also möglich.

Der rund 4-prozentige Gewinnrückgang bei Daimler und die gesenkte Prognose für 2008 sorgten für einen Kurseinbruch der Daimler-Aktie von über 10%. Auch am Abend schloss der Titel kaum erholt mit minus 9,6% bei 38,47 EUR. Das Unternehmen rechnet mit einem Rückgang des Gewinns je Aktie. Analysten sehen den Korrekturbedarf bei den Kurszielen für Daimler nun bei 10% bis 15%. Auch die anderen Automobilwerte werden davon in Mitleidenschaft gezogen: BMW fielen um 4,4% auf 30,48 EUR und VW um 2,8% auf 203,78 EUR. VW wurde im Handel jedoch als "relativ stark" bezeichnet, da die Aktie nach der EU-Übernahmegenehmigung, guten Zahlen und dem neuen Allzeithoch vom Vortag weiter gesucht sei.

Der Ausblick von Daimler belastete nicht nur die Automobil-, sondern auch Zuliefer- und Stahlwerte. "Das waren ganz schlechte Nachrichten heute für die gesamte Wertschöpfungskette", sagte ein Händler. Fallende Margen übten unmittelbaren Druck auf die Zulieferer aus, so in Deutschland Leoni und Continental. Zudem würden nun Stahllieferer vom Markt skeptischer betrachtet, die in der Automobilindustrie ihre größten Kunden haben. ThyssenKrupp verloren 5,7% auf 31,62 EUR, Conti legten wegen der laufenden Übernahme 0,3% auf 72,78 EUR zu und im MDAX verloren Leoni 4,3% auf 26,99 EUR.

Größere Gewinnmitnahmen suchten am Abend auch die Finanztitel heim. Deutsche Bank gaben 0,3% auf 60,20 EUR und Commerzbank um 1,2% auf 22,14 EUR nach. Zuvor war die Branche nach guten Quartalszahlen von Credit Suisse gesucht gewesen. Der Nettogewinn der Schweizer übertraf im zweiten Quartal mit 1,2 Mrd CHF die Konsensprognose um mehr als das Doppelte. Zudem hatte Morgan Stanley die europäischen Banken auf "Neutral" von "Vorsichtig" erhöht.

Die Deutsche Post hat den Umsatz im zweiten Quartal um 4% gesteigert und die Gewinnprognose von 4,1 Mrd EUR im laufenden Jahr bekräftigt. Die Post-Aktien verloren 0,4% auf 15,94 EUR, nachdem sie zwischenzeitlich über 2% oben lagen. Analysten äußerten sich positiv, die Norddeutsche Landesbank hat die Post-Aktie auf "Kaufen" von "Halten" hoch gestuft. Eine Hochstufung von Merck KGaA auf "Kaufen" durch die Deutsche Bank ließ die Merck-Aktie um 4,6% auf 78,52 EUR zulegen.

Infineon verloren 4,9% auf 4,83 EUR, hier sprachen Beobachter von einer technischen Korrektur. Zudem sei sich der Aufsichtsrat von Infineon nicht einig über Umstrukturierungen, sagte ein Händler mit Blick auf einen Bericht der "Welt".

Im MDAX kam es zu kräftigen Verkäufen, nachdem konjunkturempfindliche Werte europaweit unter Druck standen. Der Index verlor 3%. "Das Konjunkturbild weist nach den Einkaufsmanagerindizes und ifo klar nach unten", sagte ein Händler. Konjunktursensitive Werte wie die Lkw-Hersteller wurden europaweit abgestraft, im DAX fielen MAN um 5,5% auf 64,92 EUR. Schlimmer noch erwischte es die Bauwerte: Bilfinger verloren 6,7% und Hochtief 3,8%. Maschinenbauer und Stahlhersteller traf es ebenfalls: MTU brachen um 10% ein, Klöckner & Co um 7,6% und Tognum um 7%.

Puma stiegen dagegen um 2,6% auf 206,20 EUR. Der französische Luxusgüterkonzern PPR hat den Anteil an Puma auf 68% von 64% im April ausgebaut. Auch SGL Carbon stiegen um 1,7% auf 43,03 EUR. Der Hersteller von Graphitelektroden für die Stahlerzeugung will die Preise erhöhen.

DJG/mod/flf

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