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18.11.2008

XETRA-SCHLUSS/Etwas fester - Defensive Werte stützen DAX

FRANKFURT (Dow Jones)--Etwas fester und damit gut erholt von den Tagestiefs sind die deutschen Aktienmärkte am Dienstag aus dem Handel gegangen. Der DAX stieg um 0,5% oder 22 Punkte auf 4.579. Das Interesse am Handel war aber erneut gering. Über dem Markt laste chronisch die Unsicherheit über Dauer und Tiefe der Rezession, hieß es.

FRANKFURT (Dow Jones)--Etwas fester und damit gut erholt von den Tagestiefs sind die deutschen Aktienmärkte am Dienstag aus dem Handel gegangen. Der DAX stieg um 0,5% oder 22 Punkte auf 4.579. Das Interesse am Handel war aber erneut gering. Über dem Markt laste chronisch die Unsicherheit über Dauer und Tiefe der Rezession, hieß es.

"Solange es in dieser Hinsicht keine Klarheit gibt, lässt sich auch nicht absehen, auf welchem Niveau die Kurse ein Boden ausbilden könnten", sagte ein Händler. Dies spiegelte sich in den erneut geringen Umsätzen: So wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 145,0 (Vortag 136,5) Mio Aktien im Wert von rund 3,41 (Vortag: 3,49) Mrd EUR umgesetzt.

Für eine Erholung von den Tagestiefs sorgten am Nachmittag Aussagen von US-Notenbankpräsident Ben Bernanke. "Bernanke hat gesagt, er sehe einige Anzeichen, dass sich die Kreditmärkte bessern", sagte ein Händler. Zudem wurde der Rekordrückgang der US-Erzeugerpreise wegen des Ölpreisverfalls positiv aufgenommen. Der Rückgang der Preise sei vom Markt als Katalysator gesehen worden, um der US-Notenbank den Weg für ihren Zinssenkungszyklus freizuhalten, hieß es.

Mit 12,8% gingen im Oktober die Erzeugerpreise für Energie deutlich zurück. Die der Vorleistungsgüter brachen sogar um 18,6% ein. Die Gesamtdaten fielen um 2,8%, Analysten hatten nur mit minus 1,8% gerechnet. Auch die wieder etwas angestiegene Nachfrage nach US-Wertpapieren habe den Markt gestützt, so Stimmen aus dem Handel.

"Die letzten Abzüge waren ja dramatisch und teils für die Kurseinbrüche mitverantwortlich", sagte ein Händler mit Verweis auf die so genannten "TIC-Daten". Wie das US-Finanzministerium mitteilte, kauften internationale Investoren Wertpapiere mit Laufzeiten von mehr als einem Jahr für netto 52,7 Mrd USD. Im Vormonat waren Papiere nur für netto 8,1 Mrd USD nachgefragt worden. Aus charttechnischer Perspektive ist der DAX zunächst im Bereich von 4.300 Zählern unterstützt, anschließend auf dem Niveau von 4.014 Stellen. Dort liegt das Jahrestief des DAX.

Unter Abgabedruck standen den ganzen Tag über die Finanzwerte. Hier belastete unverändert die Ankündigung der US-Großbank Citigroup vom Vortag, über 50.000 Stellen zu streichen. Für Unruhe sorgte darüber hinaus die anhaltende Verspannung am Refinanzierungsmarkt der Kreditinstitute. Hypo Real Estate gaben um 1,2% auf 3,24 EUR nach. Die Aktien wurden zusätzlich vom gesenkten Kursziel auf 1,00 EUR nach zuvor 3,40 EUR durch die DKIB belastet.

Commerzbank fielen um 3,1% auf 6,37 EUR, Deutsche Postbank um 1,6% auf 14,93 EUR. Deutsche Börse gaben um 2,3% auf 53,88 EUR nach. Zwischenzeitlich hatten die Papiere des Börsenbetreibers sogar über 9% verloren. "Alle Papiere mit überdurchschnittlicher Beteiligung von Hedgefonds werden rausgeworfen", sagte ein Händler. Hier bestehe die Angst vor weiteren Notverkäufen.

In besserer Verfassung als der Gesamtmarkt zeigten sich hingegen die Papiere aus defensiven Sektoren. So legten RWE um 0,5% zu auf 65,27 EUR, Fresenius Medical Care verbesserten sich um 2,1% auf 36,56 EUR. E.ON legten um 2,8% zu auf 27,59 EUR. Hier stützte die Nachricht einer erfolgreich verlängerten Kreditlinie: "So eine leichte Refinanzierung hört man in diesen Zeiten gern", erklärte ein Händler. E.ON haben am Dienstagnachmittag vermeldet, eine Kreditlinie von 7,5 Mrd EUR bei deutlicher Überzeichnung verlängert zu haben. Ebenfalls im Plus schlossen Metro mit 3,8% und VW mit 4%.

Deutsche Telekom gerieten nach einer Herabstufung unter Druck und verbilligten sich um 1% auf 10,99 EUR. Goldman Sachs hatte die Einstufung der Papiere des Telekommunikationsdienstleisters auf "Neutral" von "Buy" gesenkt.

In der zweiten Reihe zogen Leoni um 2,7% auf 8,13 EUR an. Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) zufolge will der Automobilzulieferer den Umsatz im kommenden Jahr stabil halten will. "Wer will das nicht. Die Nachrichten aus dem Automobilsektor um Bürgschaften und mögliche Pleiten in den USA sprechen aber ein andere Sprache", sagte ein Händler. Wacker Chemie verloren 6,3% auf 73,83 EUR, nachdem ein Wettbewerber in den USA eine Gewinnwarnung abgegeben hatte. Bilfinger Berger verloren um 4,9% auf 30,61 EUR, nachdem Goldman Sachs die Aktie auf "Sell" nach "Neutral" heruntergenommen hatte.

Douglas proftierten von Meldungen um eine Anteilsaufstockung durch Großaktionär Oetker. So hat die Oetker-Gruppe das "kartellrechtliche O.K." für den Ausbau der Douglas-Beteiligung auf eine Sperrminorität von 25% erhalten. Zuvor hielt die Oetker-Gruppe einen Anteil von 23,32%. Douglas kletterten um 4,1% auf 29,91 EUR.

Im TecDAX gaben Wirecard nach erwarteten Zahlen um 0,4% nach auf 4,48 EUR. Conergy brachen optisch um 34,9% auf 2,70 EUR ein, handelten jedoch ex Bezugsrecht. Der Bezugspreis für die neuen Aktien beträgt 1,10 EUR je neuer Stückaktie. Die Gesamtzahl der neuen Aktien beläuft sich auf 363 Mio Stück. Damit wird das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bareinlagen um 363 Mio EUR auf rund 398 Mio EUR erhöht.

DJG/mod/flf

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