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05.01.2011

XETRA-SCHLUSS/Etwas leichter - Gute US-Daten holen DAX vom Tief

FRANKFURT (DOW JONES)--Etwas leichter, aber deutlich von den Tagestiefs erholt, ist der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch aus dem Handel gegangen. Noch am Vormittag hatte sich die Flucht aus konjunkturzyklischen Aktien fortgesetzt und zu ungebrochenen Verkäufen geführt. Zudem rückte die Nachrichtenlage aus dem Euro-Raum erneut die Staatschulden-Krise in den Fokus. Erst die überraschend guten US-Konjunkturdaten am Nachmittag sorgten für Entspannung und trieben den DAX um fast 100 Punkte vom Tagestief nach oben. Der DAX schloss 0,5% oder 36 Punkte tiefer bei 6.940. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 108,0 (Vortag: 83,2) Mio Aktien im Wert von rund 4,25 (Vortag: 2,88) Mrd EUR.

FRANKFURT (DOW JONES)--Etwas leichter, aber deutlich von den Tagestiefs erholt, ist der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch aus dem Handel gegangen. Noch am Vormittag hatte sich die Flucht aus konjunkturzyklischen Aktien fortgesetzt und zu ungebrochenen Verkäufen geführt. Zudem rückte die Nachrichtenlage aus dem Euro-Raum erneut die Staatschulden-Krise in den Fokus. Erst die überraschend guten US-Konjunkturdaten am Nachmittag sorgten für Entspannung und trieben den DAX um fast 100 Punkte vom Tagestief nach oben. Der DAX schloss 0,5% oder 36 Punkte tiefer bei 6.940. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 108,0 (Vortag: 83,2) Mio Aktien im Wert von rund 4,25 (Vortag: 2,88) Mrd EUR.

Auch der eigentlich befriedigende Verlauf der Auktion einer Anleihe aus Portugal konnte den Markt nicht stützen, hieß es. Hier sei der Rendite-Anstieg zu hoch gewesen und signalisiere Mißtrauen. Die 500 Mio EUR schwere Anleihe mit einer Laufzeit von nur sechs Monaten konnte bei einer Rendite 3,686% platziert werden. Zudem belasteten Aussagen der schweizerischen Notenbank SNB, keine irischen Staatsanleihen mehr als Sicherheiten zur Hinterlegung zu akzeptieren.

Für gute Laune sorgte erst der ADP-Report am Nachmittag. Mit 297.000 neu geschaffen Stellen im privaten Sektor in den USA wurden die Erwartungen weit übertroffen. Analysten hatten damit gerechnet, dass nur rund 100.000 neue Stellen geschaffen werden. Händler hoffen nun, dass auch der monatliche US-Arbeitsmarktbericht am Freitag besser ausfallen könnte.

Der ISM-Index für den Dienstleistungs-Bereich setzte die Reihe überraschend guter Konjunktur-Nachrichten aus den USA fort. Mit 57,1 Indexpunkten wurde die Erwartung für den Dezember von 55,7 weit übertroffen. Auch gegenüber dem Vormonat November mit einem Stand von 55,0 zog der Index weiter an. "Die Konjunkturdynamik in den USA scheint sich doch stärker als erwartet zu entwickeln", sagte ein Händler. Immerhin hätten zahlreiche regionale und nationale Frühindikatoren aus den USA seit vergangener Woche überrascht. Technische Analysten sehen den DAX um 6.850 Punkte zunächst gut unterstützt.

Unter Druck standen weiter die Werte, die im vergangenen Jahr gut gelaufen waren. Bei BASF setzten sich die Gewinnmitnahmen des Vortages fort. Auch der zeitweise nachgebende Ölpreis habe belastet. "Ein dynamischer Preisverlust beim Öl ist negativ für die Aktie, denn fast ein Drittel des Konzerngewinns hängt am Ergebnis der Sparte Öl und Gas", sagte ein Händler. BASF verloren 1,6% auf 57,89 EUR. Auch die Stahlwerte litten unter Abgaben, ThyssenKrupp fielen um 3% auf 30,60 EUR.

HeidelbergCement fielen um 3,4% auf 45,64 EUR. Der gesamte Bau-Sektor stand in Europa auf den Verkaufslisten. Die Aktien der Baukonzerne Bilfinger Berger und Hochtief tendierten ebenfalls sehr schwach. Hochtief fielen um 3,4%, Bilfinger um 2,1%.

K+S litten darunter, dass die Bank of America den Wert von ihrer Empfehlungsliste genommen hat. Gute Quartalszahlen des Wettbewerbers Mosaic traten dahinter zurück. Die Aktien fielen um 1,5% auf 56,12 EUR.

Lufthansa schlossen trotz guter Nachrichten 1,7% tiefer bei 16,95 EUR. Positiv werteten Händler hier die Anteilsaufstockung durch BlackRock. "Das zeigt dem Markt, dass das aktuelle Kursniveau noch als günstig betrachtet wird", sagte ein Händler. Lufthansa teilten per Ad hoc mit, dass der Stimmrechtsanteil des Vermögensverwalters BlackRock am 29.Dezember 2010 die Schwelle von 5% der Stimmrechte überschritten hat.

Einen überraschenden Kurssprung in Daimler führten Händler auf große Kauforders aus den USA zurück. Kurstreibend sei unter anderem eine Studie von Morgan Stanley gewesen, die vor allem BMW als Leidtragenden der geplanten Restriktionen im chinesischen Automarkt benannt hat. Daimler und VW könnten dies hingegen durch ihr Lkw-Geschäft auffangen. Dies habe zu Umschichtungen aus BMW in Daimler geführt. Daimler sprangen um 3,1% auf 53,60 EUR, BMW verloren 1,2% auf 60,03 EUR.

Beiersdorf stiegen um 2,7% auf 42,87 EUR. Hier wurde erneut das Gerücht aufgekocht, Procter & Gamble (P&G) könnte die Hamburger übernehmen. "Procter & Gamble hat immer gesagt, dass sie eine Akquisition nicht ausschließen will, das hält die Gerüchteküche am Brodeln", sagte ein Händler. "Das Engagement bei Beiersdorf ist eine langfristige Investition der Familie Herz", entkräftete jedoch ein Sprecher der Familie die Marktspekulationen.

Metro verloren 4,1% auf 53,60 EUR. Hier riet die Commerzbank zu Gewinnmitnahmen vor Veröffentlichung der Viertquartalsumsätze am Dienstag. Schlechtes Wetter und eine schwächere Nachfrage dürften den Handel erschwert haben. Gespalten war die Entwicklung bei den Versorgern. Während RWE, einer der Nachzügler des Jahres 2010, um 1% auf 51,47 EUR stiegen, gaben E.ON um 1% auf 22,92 EUR nach.

Bei den Nebenwerten im MDAX setzten sich die Gewinnmitnahmen in Konjunkturtiteln ungebrochen fort. Unter anderem fielen Gildemeister um 3,5%, Fuchs Petrolub um 4,1%, GEA um 3,2% und Salzgitter um 2,8%. EADS wurden von einer positiven Studie von Cheuvreux gestützt und stiegen um 2,7% auf 18,37 EUR an die MDAX-Spitze.

Mit einem Aufschlag von 7,9% auf 8,74 EUR waren im TecDAX Kontron gefragt. Ein Händler verwies auf eine positive Studie der DZ-Bank, die die Aktie stütze. Roth & Rau zogen dank Übernahmegerüchten um 4,1% auf 13,02 EUR an. Am Markt wurde spekuliert, dass die chinesische Yingli Green Energy ein Gebot für den Zulieferer aus dem Solarbereich vorlegen könnte.

DJG/mod/gei

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