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13.09.2010

XETRA-SCHLUSS/Freundlich - Konjunkturhoffnungen stützen

FRANKFURT (Dow Jones)--Am deutschen Aktienmarkt sind die Kurse am Montag weiter gestiegen. Der DAX gewann 0,7% oder 47 auf 6.262 Punkte. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 93,1 (Vortag: 94,0) Mio Aktien im Wert von rund 2,87 (Vortag: 2,96) Mrd EUR. Händler verwiesen zur Begründung für die Aufschläge auf verbesserte Konjunkturszenarien.

FRANKFURT (Dow Jones)--Am deutschen Aktienmarkt sind die Kurse am Montag weiter gestiegen. Der DAX gewann 0,7% oder 47 auf 6.262 Punkte. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 93,1 (Vortag: 94,0) Mio Aktien im Wert von rund 2,87 (Vortag: 2,96) Mrd EUR. Händler verwiesen zur Begründung für die Aufschläge auf verbesserte Konjunkturszenarien.

So hat die EU-Kommission ihre Wachstumsprognosen für den Euro-Raum nach oben genommen und der deutsche Maschinen- und Anlagenverband VDMA seine Produktionsprognosen. Als Kurstreiber entpuppten sich auch eine positiv aufgenommene Auktion italienischer Staatsanleihen und die Beschlüsse zu "Basel III".

"Basel III ist sowohl hinsichtlich der Kriterien als auch der Fristen nicht zum befürchteten 'großen Knall' geworden", sagte ein Händler. "Es hätte auch Schlimmer kommen können", kommentierte ein anderer Beobachter. Die Banken hätten ausreichend Zeit, die Anforderungen umzusetzen. Sie müssen künftig mehr Eigenkapital für Kredite und riskante Geschäfte vorhalten.

Gestützt wurden die Kurse auch von besser als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten aus China. Dort ist die Industrieproduktion im August um 13,9% binnen Jahresfrist gestiegen. Volkswirte hatten im Mittel ihrer Prognosen lediglich eine Zunahme um 12,9% erwartet. Eine Herunterstufung deutscher Aktien auf "Neutral" durch die Deutsche Bank belastete vor diesem Hintergrund nicht.

Aus technischer Sicht liegt bei 6.300 Punkten der nächste Widerstand, darauf deuten auch die offenen Positionen an der Terminbörse vor dem großen Verfallstag am Freitag hin. Nächster Kurstreiber könnte am Dienstag die Erwartungskomponente im Konjunkturindikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) werden. Die Lagebeurteilung dürfte sich weiter verbessert haben, heißt es am Markt. Die Erwartungshaltung sei dagegen in den vergangenen Monaten stetig zurückgegangen. "Sollten hier Anzeichen einer Trendwende oder wenigstens Bodenbildung sichtbar werden, könnte der DAX darauf positiv reagieren", so ein Händler.

Die alten Jahreshochs testeten bereits Daimler, BMW, Merck, VW und Lufthansa, bis auf Merck alles konjukturzyklische Titel. Zwar scheiterten sie überwiegend mit dem Überwinden der Jahreshochs. "Das ist im ersten Anlauf aber nicht ungewöhnlich, die Marktbreite verbessert sich weiter", so ein Marktteilnehmer.

Wie in ganz Europa ging es vor allem für den Bankensektor kräftig nach oben. "Mit Basel III ist den Banken die Unsicherheit darüber genommen worden, welche Summen sie zurückhalten und welche sie ausschütten können", sagte ein Marktteilnehmer. Außerdem erfüllten bereits jetzt viele Institute die höheren Kapitalanforderungen. Commerzbank stiegen um 2,4% auf 6,43 EUR, Aareal Bank um 4,3% auf 15,63 EUR.

Deutsche Bank gewannen 1,7% auf 48,51 EUR, und das trotz der Ankündigung einer Kapitalerhöhung über 9,8 Mrd EUR. Der Schritt sei erwartet und nach den deutlichen Verlusten am Freitag eingepreist worden, hieß es dazu im Handel. In der vergangenen Woche war über eine Erhöhung von 9 Mrd EUR spekuliert worden. Das Geld soll zur Komplettübernahme der Postbank wie auch zur Stärkung des Eigenkapitals verwendet werden. Der angekündigte Rückkauf von 3,1 Mio eigener Aktien stütze zusätzlich, hieß es.

Unter starken Abgabedruck gerieten hingegen Deutsche Postbank. Die Deutsche Bank strebt einen Übernahmepreis in einer Größenordnung zwischen 24 und 25 EUR an, die Aktie ist am Freitag allerdings mit 27,03 EUR aus dem Handel gegangen. "Da haben sich am Freitag einige angesichts der Spekulationen über eine Kapitalerhöhung der Deutschen Bank der Hoffnung auf eine ordentliche Prämie hingegeben und sind damit jetzt offensichtlich auf den Hintern gefallen", so ein Marktteilnehmer. Die Aktie stürzte um 7,8% auf 24,92 EUR ab.

HeidelbergCement gewannen dagegen 2,6% und führten damit die Gewinner unter den DAX-Werten an. "Der Titel profitiert besonders stark von der günstigen Entwicklung in China", so ein Händler.

In der zweiten Reihe verloren Heidelberger Druckmaschinen 2,5% auf 6,05 EUR. Wie erwartet hat das Unternehmen eine Kapitalerhöhung über 420 Mio EUR angekündigt. Widersprüchlich seien die Signale, die von der Komposition der Maßnahme ausgingen, hieß es. So werden die neuen Anteile den Aktionären im Verhältnis von 1:2 zum Bezug angeboten. "Das ist ein extremer Verwässerungseffekt", sagte der Marktteilnehmer. Dafür sei der Bezugspreis von 2,70 EUR sehr niedrig und werde Investoren zumindest optisch nicht allzu sehr abschrecken.

MDAX und TecDAX gewannen je 0,7%. Im TecDAX stiegen Kontron um 6,5% auf 6,79 EUR, die Analysten der WestLB stufen die Aktie nun mit "Add" nach "Neutral" ein.

-Von Herbert Rude, Dow Jones Newswires, +49(0)69-29725217, herbert.rude@dowjones.com DJG/hru/flf

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