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XETRA-SCHLUSS/Gleichgewicht zwischen Geldpolitik und Konjunktur

09.07.2012
Von Herbert Rude

Von Herbert Rude

FRANKFURT--Am deutschen Aktienmarkt hat sich zum Wochenauftakt keine einheitliche Tendenz duchgesetzt. Der DAX gab geringfügig um 0,3 Prozent oder 23 auf 6.388 Punkte nach. Gewinner und Verlierer hielten sich aber etwa die Waage. Der Markt zeigte sich damit in einem labilen Gleichgewicht, belastet von Euro-Krise und Konjunkturängsten, gestützt von der internationalen Geldpolitik mit der Hoffnung auf weitere Zinssenkungen.

Marktteilnehmer sahen es bereits als Erfolg an, dass der DAX den Tag nur geringfügig im Minus beendete. Denn Belastungsfaktoren gab es genug. Bereits am Morgen schürten neue Wirtschaftsdaten aus China und aus Japan die Ängste vor einem globalen Wirtschaftsabschwung. In Spanien stiegen die Renditen der Langläufer erneut an die Marke von 7 Prozent heran. Daneben sind die Anleger vor der Berichtssaison für das zweite Quartal skeptisch. Der Reigen wird am Abend von Alcoa eröffnet. Am Freitag schlägt dann für J.P. Morgan und damit für die erste Großbank die Stunde der Wahrheit.

Die offiziellen Analystenschätzungen gehen von einem leichten Gewinnrückgang für den S&P 500 aus. Aber nach der Reihe von Gewinnwarnungen sind die Erwartungen möglicherweise weitaus niedriger, als es die offiziellen Schätzungen zeigen. "Ausgehend von niedrigen Analystenerwartungen werden vor allem die Ausblicke der Unternehmen eine wichtige Rolle hinsichtlich der weiteren Richtung der Aktienmärkte spielen", so die Analysten von Raiffeisen Research. Die große Frage wird sein, ob die Gewinne im zweiten Quartal einen Tiefpunkt ausbilden.

Die Hoffnung dafür beruht auf den Notenbanken, die dem Abschwung mit voller Kraft entgegensteuern. Die Geldpolitik ist auf globaler Ebene so locker wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Das könnte den konjunkturellen Abschwung abfedern.

Impulse könnten am Dienstag vom Bundesverfassungsgericht kommen. Dieses entscheidet über einstweilige Anordnungen zum Fiskalpakt und zum Euro-Rettungsschirm. Dabei geht es unter anderem darum, ob der Bundespräsident die Gesetze zum Fiskalpakt und zum Euro-Rettungsschirm unterschreiben darf. Ein Ja der Verfassungsschützer dazu könnte Aktien und Euro wieder stützen.

Marktteilnehmer bewerten es als gutes Zeichen, dass der Unterstützungsbereich um 6.400 Punkte den Angriffen der Bären Stand hielt. "Im Bereich von 6.400 bis 6.420 liegt dabei die erste über den Tageshandel hinausgehende Unterstützungszone vor", so Achim Matzke vom Commerzbank Technical Analysis and Index Research Team zum DAX-Future, der etwas über dem DAX notiert. Hier liegt die Unterstüzung bei etwa 6.380 Punkten. Darunter gilt der DAX in der Nähe der 200-Tage-Linie bei etwa 6.230 Punkten als unterstützt.

Auf der Verliererseite stachen Metro-Aktien mit einem Abschlag von 6,3 Prozent auf 20,43 Euro heraus. "Die Euro-Krise verdirbt den Deutschen die Kauflust", sagte CEO Olaf Koch der "Bild am Sonntag". Das habe deutliche Auswirkungen auf das Geschäft von Metro, ergänzte er.

Dagegen stiegen die Aktien von ThyssenKrupp um 2,2 Prozent auf 13,41 Euro. "Im Kurs stecken so viele schlechte Nachrichten, dass es nur besser werden kann", so Peter Braendle von SwissCanto im Anlegermagazin Barron's. Sollte Thyssen die Probleme im Stahlbereich lösen, sei eine Kursverdopplung vorstellbar, heißt es in dem Bericht. Lufthansa bauten die Kursgewinne mit einem Plus von 1,8 Prozent auf 9,43 Euro kräftig aus. Bereits am Freitag hatte Morgan Stanley das Kursziel auf 15,70 von 14,30 Euro erhöht.

In der zweiten Reihe brachen die Papiere von Deutz mit einer Verkaufsempfehlung der UBS um 5,4 Prozent ein auf 3,76 Euro. Kontron verloren mit anhaltenden Spekulationen um eine Gewinnwarnung 6,3 Prozent auf 4,78 Euro.

=== INDEX zuletzt +/- % DAX 6.387,57 -0,35% DAX-Future 6.391,00 -0,62% XDAX 6.386,01 -0,61% MDAX 10.423,76 -0,24% TecDAX 752,90 -0,49% SDAX 4.834,08 -0,49% ===

Kontakt zum Autor: herbert.rude@dowjones.com

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