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15.01.2008

XETRA-SCHLUSS/Schwach - HRE brechen ein und belasten Sektor

FRANKFURT (Dow Jones)--Ein schlechter Tag für den Deutschen Aktienmarkt war der Dienstag. Die Nachrichtenlage war schon am Vormittag nicht gut und wurde dann im Tagesverlauf richtig schlecht. Dabei gab es aus vor allem der Ecke, auf die die Finanzgemeinde besonders sensibel reagiert, negative Nachrichten: Abschreibungen bei den Banken auf Grund der Krise an den Kreditmärkten und schwächelnder Konsum der US-Bürger. Der DAX schloss am Ende des Tages mit einem Minus von 2,1% bzw 166 Punkten bei 7.566. Im Handelsverlauf hatte der Index bei 7.564 Punkten ein neues Jahrestief markiert.

FRANKFURT (Dow Jones)--Ein schlechter Tag für den Deutschen Aktienmarkt war der Dienstag. Die Nachrichtenlage war schon am Vormittag nicht gut und wurde dann im Tagesverlauf richtig schlecht. Dabei gab es aus vor allem der Ecke, auf die die Finanzgemeinde besonders sensibel reagiert, negative Nachrichten: Abschreibungen bei den Banken auf Grund der Krise an den Kreditmärkten und schwächelnder Konsum der US-Bürger. Der DAX schloss am Ende des Tages mit einem Minus von 2,1% bzw 166 Punkten bei 7.566. Im Handelsverlauf hatte der Index bei 7.564 Punkten ein neues Jahrestief markiert.

Am Vormittag hatte zunächst der ZEW-Index enttäuscht. Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren für Deutschland haben sich im Januar weiter eingetrübt, der Index der Konjunkturerwartungen fiel auf minus 41,6 nach einem Minus von 37,2 im Vormonat. Damit ist der Index seit acht Monaten in der Abwärtsbewegung. Zugleich verharrte er auf dem niedrigsten Stand seit Januar 1993 und liegt deutlich unter seinem langfristigen Mittelwert von nunmehr 31,0 Punkten.

Am Nachmittag enttäuschten zudem die Konjunkturdaten aus den USA. Nach Einschätzung von Antje Hansen, Volkswirtin bei HSBC Trinkaus, machen die schwachen Einzelhandelsumsätze deutlich, dass die Ausgabenfreudigkeit sinkt. Diese fielen per Dezember um 0,4% und damit deutlich stärker als erwartet. Zudem wurden auch die Vormonatszahlen nach unten revidiert. Damit werde deutlich, dass das US-Wirtschaftswachstum nicht mehr so stark durch den Konsum getragen werde.

Für die Banken war es einmal mehr ein rabenschwarzer Tag. Zum einen konnten die seit langem erwarteten Zahlen der Citigroup nicht überzeugen. Die Abschreibungen fielen zwar nicht so hoch aus, auch eine Dividendenkürzung wurde bereits am Markt erwartet. Aber vor allem die Abschreibungen in Höhe von 4,1 Mrd USD auf Verbraucherkredite belasteten nach Einschätzung aus dem Handel. Dies mache zudem deutlich, dass die Krise am Hypothekenmarkt nun in der Realwirtschaft angekommen ist.

Zum anderen enttäuschte Hypo Real Estate (HRE) auf breiter Front. Belastet von den Folgen der US-Immobilienkrise wird der Immobilienfinanzierer die angepeilte Eigenkapitalrendite von 12% im Geschäftsjahr 2007 nicht erreichen. Und dies, obwohl die Bank bislang immer erklärt hatte, von Subprime-Hypothekenkrise in den USA nicht betroffen zu sein.

"Diese Art der Kommunikation, immer nur zu sagen, was gesagt werden muss, hat eine große Vertrauenskrise zwischen Anlegern und der gesamten Branche ausgelöst", so ein Händler. Und so wurden gleich fast alle Banken auf die Verkaufsliste gesetzt. Hypo Real Estate gaben um 35,1% auf 21,64 EUR nach, Commerzbank verloren 8,3% auf 23,17 EUR und Deutsche Postbank 4,5% auf glatt 62 EUR. Im MDAX gaben Aareal Bank um 9,4% auf 25,20 EUR nach und IKB fielen um weitere 10,9% auf 5,31 EUR. Im SDAX verloren Interhyp 6,4% auf 46,50 EUR.

Ansonsten standen einmal mehr die Zykliker auf der Verkaufsliste der Investoren. So gaben TUI um 6,1% auf 15,67 EUR nach, MAN verloren 3,8% auf 92,32 EUR und aus dem MDAX fielen Gildemeister um 12,9% auf 13,08 EUR zurück, Kuka gaben um 7% auf 20,62 EUR nach. Allein die Versorger, die zuletzt in einen fallenden Markt hinein gekauft wurden, stellten am Dienstag einmal mehr die Gewinner im DAX. So legten RWE um 0,4% auf 94,67 EUR zu und E.ON gewannen 0,5% auf 145,76 EUR.

In der zweiten Reihe sprachen Händler von "durchwachsenen" Zahlen bei Südzucker. Der Konzernüberschuss enttäuschte, das operative Ergebnis sei dagegen besser ausgefallen als erwartet. Den Umsatzausblick habe Südzucker nach oben genommen, eine Ergebnisprognose fehle dagegen. Südzucker verloren 4,1% auf 13,51 EUR.

Auch der TecDAX wurde von der Entwicklung nicht verschont und gab um knapp 4% auf 847 Punkte nach. In den Werten der 2. und 3. Reihe berichteten Händler von sogenannten Basket-Verkäufen, die auf eine geringe Ausnahmebereitschaft trafen. So gaben im TecDAX QSC um 13,6% auf 2,23 EUR nach, AT+S verloren 10,3% auf 12,44 EUR und Kontron trotz positiver Nachrichten 8,6% auf 10,74 EUR.

DJG/thl/ros

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