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23.10.2008

XETRA-SCHLUSS/Schwächer - Späte Erholung rettet vor Jahrestief

FRANKFURT (Dow Jones)--Schwächer, aber zumindest gut erholt von schweren Verlusten am Morgen ist der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag aus dem Handel gegangen. Der DAX verlor 1,1% oder 51 Punkte auf 4.520, nachdem er am Mittag noch rund 4% tiefer und unter der 4.400er-Marke lag. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 201,5 (Vortag 191,7) Mio Aktien im Wert von rund 5,56 (Vortag 5,17) Mrd EUR.

FRANKFURT (Dow Jones)--Schwächer, aber zumindest gut erholt von schweren Verlusten am Morgen ist der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag aus dem Handel gegangen. Der DAX verlor 1,1% oder 51 Punkte auf 4.520, nachdem er am Mittag noch rund 4% tiefer und unter der 4.400er-Marke lag. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 201,5 (Vortag 191,7) Mio Aktien im Wert von rund 5,56 (Vortag 5,17) Mrd EUR.

Als stützend für den Markt werteten Händler den auslaufenden Verkaufsdruck im Euro. "Die letzten Verkaufswellen waren Angstverkäufe aus dem Dollarraum", sagte ein Händler. Dies habe auch den Euro unter Druck gesetzt. Mit der wieder anziehenden Gemeinschaftswährung und den steigenden US-Börsen hätten auch die Verkäufe in Europa geendet. "Das hat den DAX gerade noch davor gerettet, ein neues Jahrestief auszubilden", sagte ein Händler.

Am Morgen hatten vor allem der Einbruch der Börsen in Asien und der USA am Vorabend die Märkte belastet. Der schwache Ausblick von Daimler und Rezessionsängste sorgten dann für weitere Abverkäufe. Auch die zahlreichen Unternehmensdaten in Europa fielen überwiegend zurückhaltend aus. Technische Analysten rechnen jedoch trotz der Erholung damit, dass der DAX erneut in Richtung des Jahrestiefs unter 4.308 Punkten fallen könnte.

Daimler verloren nach ihren Quartalszahlen mitsamt Gewinnwarnung 1,3% auf 23,82 EUR. Der Autohersteller hat seine Gewinnprognose um fast eine Mrd EUR gesenkt und lag zwischenzeitlich über 7% im Minus. Eine Gewinnwarnung sei zwar erwartet worden, nicht aber in diesem Umfang, hieß es im Handel. Mit Erleichterung wurde jedoch aufgenommen, dass der Buchwert der Chrysler-Beteiligung zum Ende des Quartals auf Null gefallen sein wird. Weitere Abschreibungen würden dann nicht mehr drohen.

VW verloren 5,8% auf 229 EUR. Auch damit sei der Kurs fundamental noch stark überbewertet, hieß es im Handel. Fundamentalanalysten sähen Kursziele unter 100 EUR. Allerdings könnten im Umfeld der durch Porsche angestrebten mehrheitlichen Übernahme jederzeit wieder Käufe einsetzen. BMW schlossen sich dem Abwärtstaumel an und gaben um 2,8% auf 19,30 EUR nach.

Ganz oben auf der Verliererseite standen Metro. Die Aktie stürzte um 12,4% auf 22,85 EUR. Die Analysten der Societe Generale haben die Aktie auf "Verkauf" abgestuft, andere Analysten hatten ihre Kursziele für Metro eine Woche vor Bekanntgabe der Quartalszahlen noch weiter gesenkt.

Mit gemischten Vorzeichen zeigten sich die Finanzwerte. Während Deutsche Börse um 5,8% auf 57,02 EUR stiegen, gaben Deutsche Bank um 0,9% auf 32,92 EUR nach. Münchener Rück stiegen sogar um 7,5% auf 92,50 EUR und setzten sich damit an die Spitze der europäischen Versicherungsaktien. Allianz verloren hingegen 4,5% auf 65,79 EUR.

Transportaktien waren weiter nicht gefragt. So verloren Lufthansa 3,6% auf 11,73 EUR, obwohl die Aussagen der österreichischen Übernahmekommission zur Austrian Airlines AUA als sehr positiv gewertet wurden. Lufthansa wolle ein bindendes Angebot für AUA abgeben, zudem gebe es keinen weiteren Bieter, ließ die Kommission verlauten. "Da würde Lufthansa ein strategisch passendes Unternehmen zum absoluten Markttief ... kaufen können", sagte ein Händler. Deutsche Post verloren 1,3% auf 9,96 EUR. Hier belastete der wenig optimistischer Ausblick des US-Wettbewerbers UPS.

K+S konnten nicht von den guten Zahlen des Wettbewerbers Potash profitieren. "Potash hat zwar im dritten Quartal überrascht, jedoch den Ganzjahresgewinnausblick für 2008 auf den unteren Rand der bisherigen Erwartungsspanne reduziert", meinte ein Händler. K+S gaben um 4,5% auf 31,49 EUR nach.

Auf der Gewinnerseite im DAX hielten sich Bayer mit plus 3,5% auf 43,17 EUR. Die Gewinnwarnung des US-Konzerns Eli Lilly ließ die Aktie der Leverkusener kalt. Ein Leukämie-Medikament von Bayer könnte nämlich auch gegen Multiple-Sklerose eingesetzt werden, so Studien. Im Handel machten zudem die üblichen Spekulationen die Runde, Pfizer könnte ein Gebot für Bayer vorlegen, so ein Händler. Eine Pfizer-Sprecherin wollte die Spekulationen nicht unmittelbar kommentieren. Linde stiegen um 1,3% auf 61,10 EUR, nachdem Air Liquide gute Zahlen vorgelegt hatte.

Sehr schwach tendierten jedoch die Industriewerte: Siemens gaben im Sog des Kurseinbruchs der schwedisch-schweizerischen ABB 7,2% auf 43,52 EUR ab. MAN fielen um 4,9% und ThyssenKrupp um 3%. Stahlwerte gehörten europaweit zur schwächsten Branche: Darunter litt auch der MDAX mit massiven Abschlägen bei den konjunktursensitiven Werten.

Die Gewinnwarnung von Rheinmetall verstärkte hier noch den Druck. "Man hat wegen der Schwäche der Autoindustrie zwar damit gerechnet, sie ist aber überraschend deutlich ausgefallen", sagte ein Händler. Die Senkung der Gewinnprognose sei "drastisch" gewesen. Darunter litten auch Automobilwerte und Branchenzulieferer wie Leoni und Kuka, die jeweils rund 3% verloren. Rheinmetall brachen um 11,8% auf 21,70 EUR ein.

MTU fielen trotz unerwartet guter Quartalszahlen um 0,4% auf 15,65 EUR, Praktiker haussierten hingegen nach ihren Zahlen um 16,2% auf 5,17 EUR. Trotz der trüben Konjunkturaussichten bestätigte das Unternehmen seine Ziele für 2008. Marktbeobachter hatten im Vorfeld eine Senkung der Umsatzprognose befürchtet. Im TecDAX gaben Solarwerte mit zum Teil zweistelligen Verlusten nach.

DJG/mod/reh

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