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12.12.2008

XETRA-SCHLUSS/Sehr schwach, aber deutlich über Tagestief

FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag sehr schwach geschlossen, allerdings distanzierte er sich bis Handelsende deutlich von seinen Tagestiefs. Der DAX verlor 2,2% oder 104 Punkte auf 4.663 nach einem Tagestief von 4.522 Zähler. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 173,0 (Vortag: 139,1) Mio Aktien im Wert von rund 3,69 (Vortag: 3,15) Mrd EUR.

FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag sehr schwach geschlossen, allerdings distanzierte er sich bis Handelsende deutlich von seinen Tagestiefs. Der DAX verlor 2,2% oder 104 Punkte auf 4.663 nach einem Tagestief von 4.522 Zähler. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 173,0 (Vortag: 139,1) Mio Aktien im Wert von rund 3,69 (Vortag: 3,15) Mrd EUR.

Händler sprachen von einem wechselhaften Handelsverlauf. Zunächst hatte das Scheitern des Rettungspakets für die US-Automobilhersteller im Senat für deutliche Abgaben gesorgt. "Sollten sich die US-Automobilhersteller unter Chapter 11 begeben, würden die Risikoaufschläge bei den Unternehmensanteilen kräftig zunehmen", meinte ein Fondsmanager.

Am Nachmittag kam es dann aber zu einer Erholung. Vor allem Äußerungen aus dem Weißen Haus, die auf eine Lösung für die US-Automobilhersteller hindeuteten, sorgten für etwas Erleichterung unter Anlegern. Unter anderem erwägt die US-Regierung der Branche Mittel aus dem Bankenrettungsfonds zur Verfügung zu stellen. Mit Erleichterung wurden auch die US-Konjunkturdaten zur Kenntnis genommen. Die US-Einzelhandelsumsätze sind im November um 1,8% gegenüber dem Vormonat gesunken, damit aber nicht so schlecht wie erwartet ausgefallen. Das Verbrauchervertrauen ist nach der vorläufigen Erhebung der Universität Michigan im Dezember sogar erstmals seit September wieder gestiegen und hat damit die skeptischen Prognosen deutlich übertroffen.

"Damit könnte sich die Erholung des deutschen Aktienmarktes in der kommenden Woche fortsetzen", meinte ein Händler. Fast alles hänge dabei aber von der weiteren Entwicklung der US-Automobilhersteller ab. Unterstützungen werden bei 4.500 und 4.300 lokalisiert, ein erster Widerstand bei 4.800 Zählern gesehen.

Schwächster DAX-Wert waren Continental. Neben der angespannten Lage im Automobilsegment verwiesen Händler auf die "verworrene" Situation sowohl bei VDO als auch bei Schaeffler. Anleger neigten daher zur Zurückhaltung. In Anbetracht der aktuellen Automobilkrise will Conti ihre Kredite über aktuell 10,8 Mrd EUR für die Übernahme von VDO neu verhandeln. Die Absatzflaute und die schlechten Aussichten für 2009 könnten dazu führen, dass der Automobilzulieferer demnächst die in den Kreditverträgen festgeschriebenen Niveaus für die Verschuldung und beim EBITDA verfehle, sagte Conti-Finanzvorstand Alan Hippe zu Dow Jones Newswires.

In diese Verhandlungen will Schaeffler nun einbezogen werden, wie die Herzogenauracher die beteiligten Banken wissen ließen. Continental hat dieses Ansinnen jedoch als Einmischungsversuch zurückgewiesen. Die Aktie brach daraufhin 8,8% auf 34,10 EUR ein. Auch Daimler neigten mit einem Abschlag von 4,2% auf 24,06 EUR zur Schwäche. Bei Linde war von kurzfristigen Gewinnmitnahmen die Rede. Die Aktie gab um 7,2% auf 54,33 EUR nach. Die Analysten der Commerzbank erwarten eine Abschwungdynamik beim Ergebnis 2009.

Auch die Bankenwerte verzeichneten Abschläge. Hier schlugen Aussagen des CEO von J.P.Morgan, Jamie Dimon, der von einem "schrecklichen" vierten Quartal sprach, durch. Die Ankündigung der Bank of America, bis zu 35.000 Stellen abzubauen, verstärkte den Abgabedruck. Zudem fiel der Zwischenbericht der britischen HBOS nach Einschätzung eines Analysten enttäuschend aus. Commerzbank fielen um 6,9% auf 6,66 EUR zurück. Deutsche Bank sanken um 4,9% auf 24,06 EUR. Das Institut hat dem "Wall Street Journal" zufolge mit einer Wette auf die Entwicklung von Unternehmensanleihen im Eigenhandel einen Verlust von mehr als 1 Mrd USD verzeichnet.

Dagegen legten adidas um 2% auf 27,02 EUR zu. Händler führten die Gewinne in erster Linie auf die technische Stärke der Aktie zurück. Sie profitiere weiterhin von einem Interview des CEO Herbert Hainer mit der "Bild"-Zeitung vom Montag, hieß es. Hainer hatte dort den Sport- und Fitness-Markt als "relativ krisenresistent" bezeichnet und gesagt, man hoffe, "mit einem blauen Auge davonzukommen". Gleichzeitig kündigte er Kosteneinsparungen an. Metro reagierten mit einem Aufschlag von 3,2% auf 27,25 EUR auf die guten US-Daten.

Im MDAX verloren Automobilzulieferer an Boden. Leoni etwa gaben 6,6% auf 10,87 EUR nach. Dagegen erholten sich Wacker Chemie von den jüngsten Verlusten und zogen um 4,3% auf 69,00 EUR an.

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