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04.10.2011

XETRA-SCHLUSS/Sehr schwach - Schuldenkrise bleibt das Hauptthema

FRANKFURT (Dow Jones)--Auch am Dienstag haben sich die Notierungen am deutschen Aktienmarkt sehr schwach präsentiert. Im Vordergrund stand weiter die Situation in Griechenland und die Sorge vor einer Insolvenz des Landes. Der DAX verlor 3% oder 160 auf 5.217 Punkte. Immerhin konnte sich der DAX von seinem Tagestief bei 5.125 Punkten in einer technischen Gegenbewegung deutlich lösen. Im MDAX wurde mit 7.637 Punkten im Verlauf ein neues Jahrestief markiert.

FRANKFURT (Dow Jones)--Auch am Dienstag haben sich die Notierungen am deutschen Aktienmarkt sehr schwach präsentiert. Im Vordergrund stand weiter die Situation in Griechenland und die Sorge vor einer Insolvenz des Landes. Der DAX verlor 3% oder 160 auf 5.217 Punkte. Immerhin konnte sich der DAX von seinem Tagestief bei 5.125 Punkten in einer technischen Gegenbewegung deutlich lösen. Im MDAX wurde mit 7.637 Punkten im Verlauf ein neues Jahrestief markiert.

Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 204,7 (Vortag: 131,8) Mio Aktien im Wert von rund 3,83 (Vortag: 2,64) Mrd EUR.

"Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker hat die nächste Tranche an Hilfsgeldern für Griechenland jetzt erst für November in Aussicht gestellt. Das bedeutet, dass sich die Hängepartie und damit die Unsicherheit weiter fortsetzt", sagte ein Händler. Außerdem könnten die Banken stärker am Rettungspaket beteiligt werden. Dies spiegelte sich in deutlichen Verlusten der Finanzwerte wider.

Auch ein ursprünglich für den 13. Oktober geplantes Treffen der Finanzminister zum Thema Griechenland wurde abgesagt. Daneben drückte auch die Furcht vor einer Rezession weiterhin auf die Stimmung: Goldman Sachs hat nun auch die Prognosen gesenkt, für die Eurozone rechnet das Haus für das kommende Jahr nur noch mit einem Wachstum von 0,1% nach 1,3% bisher.

Volatil reagierte der Markt auf die Anhörung von US-Notenbankpräsident Ben Bernanke vor dem Wirtschaftsausschuss von Senat und Repräsentantenhaus. Bernanke zeigte sich erneut bereit, weitere geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen und stellte klar, das Bankensystem im Fall einer Verschärfung der Krise mit Liquidität zu versorgen.

Nichts von dem, was Bernanke sagte sei neu oder überraschend gewesen, kommentierte ein Händler. Aber offenbar hätten die Aussagen geholfen, eine Korrektur an den Märkten verspätet einzuleiten, die allerdings vornehmlich technischer Natur gewesen sei. Auch der Euro konnte sich nach dem Abverkauf der jüngsten Vergangenheit deutlicher erholen.

Aus technischer Sicht gilt der DAX um 5.150 sowie bei 4.965 Punkten als unterstützt. Einen Widerstand sehen Händler im Bereich zwischen 5.650 und 5.700 Punkten.

Unter erneutem Abgabedruck standen Finanzwerte. Deutsche Bank verloren 4,3% auf 24,63 EUR. Das Institut hat die Prognose für den Vorsteuergewinn für das laufende Jahr gesenkt. Im Handel zeigte man sich wenig überrascht, eine Senkung habe sich seit längerem abgezeichnet. Dementsprechend moderat fielen denn auch die Verluste aus.

Allianz gaben derweil um 2,7% nach, Commerzbank um 4% und Aareal Bank um 5,5%. Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker hat eine stärkere Beteiligung privater Gläubiger an der Rettung Griechenlands angedeutet. In dieser Frage habe es seit der Entscheidung vom 21. Juli "Veränderungen" gegeben, die "berücksichtigt werden müssten", sagte er.

Seinerzeit hatten sich die Euroländer darauf geeinigt, Banken und Versicherer bei der Sanierung des hellenischen Haushalts mit 21% zur Kasse zu bitten.

Keinen positiven Impuls für die Autowerte übten die neuen US-Absatzzahlen aus. VW brachen um 7,1% auf 88,54 EUR ein, BMW fielen um 4,4% auf 45,04 EUR und Daimler gaben um 5,7% auf 30,96 EUR nach. "Die Zahlen sind zwar gut, und alle deutschen Hersteller haben kräftig zugelegt", so ein Händler mit Blick auf den September-Absatz. Allerdings überwiege weiterhin das "aggressive Auspreisen" der Wachstumsgeschichte in China. Continental und Leoni im MDAX fielen um 6% bzw 6,4%.

Auch andere zyklische Werte standen unter Druck: ThyssenKrupp gaben um 5,6% auf 16,90 EUR nach und BASF reduzierten sich um 2,3% auf 44 EUR. Infineon fielen um 3,3% auf 5,21 EUR, nachdem das Unternehmen Investitionen auf den Prüfstand stellen will, um sich für eine Abschwächung der Weltwirtschaft zu rüsten. Tagesverlierer im DAX waren HeidelbergCement; die Aktie verlor 9% auf 24,57 EUR. Als belastend erwies sich ein Kurseinbruch des mexikanischen Mitbewerbers Cemex.

Im MDAX gaben EADS um 5,4% auf 19,81 EUR nach. Hier drückten Spekulationen um eine mögliche Insolvenz des Großkunden AMR auf das Sentiment. Erst im Sommer hatte AMR bei EADS 260 Airbus-Maschinen geordert.

DJG/mpt/ros

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