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04.01.2008

XETRA-SCHLUSS/Stagflationsangst lässt Aktien Rückzug antreten

FRANKFURT (Dow Jones)--Gründlich misslungen ist dem DAX die erste Handelswoche des neuen Jahres. In den nur drei Sitzungen seit Jahresbeginn hat der Leitindex insgesamt 3,1% oder 258 Punkte eingebüßt. Am Freitag waren es vor allem Stagflationsängste in den USA, die den DAX am Ende um 1,3% oder 100 Punkte auf 7.809 drückten. Stagflation bedeutet eine stagnierende Konjunktur bei gleichzeitig steigenden Preisen.

FRANKFURT (Dow Jones)--Gründlich misslungen ist dem DAX die erste Handelswoche des neuen Jahres. In den nur drei Sitzungen seit Jahresbeginn hat der Leitindex insgesamt 3,1% oder 258 Punkte eingebüßt. Am Freitag waren es vor allem Stagflationsängste in den USA, die den DAX am Ende um 1,3% oder 100 Punkte auf 7.809 drückten. Stagflation bedeutet eine stagnierende Konjunktur bei gleichzeitig steigenden Preisen.

Auslöser dieser Ängste war der US-Arbeitsmarktbericht für Dezember. Statt der erwarteten Stellenzunahme von 50.000 - eine andere Schätzung lautete auf 70.000 - meldete das US-Arbeitsministerium für Dezember nur 18.000 neue Stellen. Die Arbeitslosenquote erreichte mit 5,0% eine psychologisch wichtige Marke. Es war die geringste Beschäftigungszunahme seit August 2003. Die Löhne und Gehälter sind dagegen im Dezember stärker gestiegen als erwartet.

"Sowohl die neu geschaffenen Stellen als auch die plötzlich nach oben schnellende Arbeitslosenquote markieren das Ende eines intakten Arbeitsmarktes", kommentierte Bernd Krampen von der Norddeutschen Landesbank. Damit nehme die Gefahr zu, dass sich die Verbraucher in den USA nun auch beim Konsum zurückhalten.

Auch robuste Zahlen zur Stimmung von Einkäufern im US-Dienstleistungssektor im Dezember konnten die Scharte nicht auswetzen, die der enttäuschende Arbeitsmarktbericht kurz zuvor geschlagen hatte. Nach den kräftigen Verlusten des DAX sehen Analysten diesen nun bei 7.760 Punkten technisch unterstützt. Auf dem Weg nach oben liege bei 7.900 Zählern ein Widerstand. Auf Xetra wurden DAX-Aktien für 9,4 Mrd EUR gehandelt nach 6,6 Mrd EUR am Donnerstag.

Unter den Konjunktursorgen litten vor allem die als zyklisch geltenden Sektoren wie Automobilbau und -zulieferer sowie Maschinen- und Anlagenbau. Im DAX reichten die Kursverluste von 2,6% bei Siemens über 4,5% bei ThyssenKrupp bis zu 4,9% bei MAN. Im MDAX war das Bild ähnlich. Anlagenbauer wie GEA (-6,7%), Gildemeister (-4,4%), Heidelberger Druck (-5,6%), Rheinmetall (-4,4%) und Vossloh (-5%) mussten reichlich Federn lassen.

Bei den stark von der Konjunktur abhängigen Automobilherstellern reagierten Anleger ebenfalls mit Verkäufen auf die Hiobsbotschaften aus den USA. BMW büßten 2,8% ein, Daimler gaben um 5,9% nach und VW verbilligten sich um 1,7%. Mit Continental (-7,9%) und der im MDAX gelisteten Leoni (-6,5%) zählten zwei Automobilzulieferer zu den schwächsten Titeln überhaupt.

Tagessieger im DAX waren Linde mit einem Plus von 4,4% auf 94,88 EUR. Es kursierte einmal mehr das Gerücht, der US-Chemieriese Dow Chemical könne Linde übernehmen. Im Fahrwasser von Linde legten Bayer um 1,2% auf 62,43 EUR zu und BASF um 0,6% auf 102,17 EUR. Die Versorger E.ON (+1,1%) und RWE, die nur leicht nachgaben, profitierten von ihrem defensiven Status. Infineon folgten der Intel-Aktie und verloren 3,6% auf 7,68 EUR. J.P. Morgan hat Intel auf "Neutral" abgestuft und sieht für die Aktie "kein Aufwärtspotenzial mehr".

Postbank schlossen 1,2% höher bei 63,80 EUR. Die Analysten der Citigroup haben die Aktie von der Liste zu meidender Titel gestrichen. Zudem wird seit einem Interview mit Post-Chef Klaus Zumwinkel mit einem Verkauf der Postbank noch im laufenden Jahr gerechnet. Zur Begründung für das Kursminus der Allianz von 2% auf 142,08 EUR führten Händler einen negativen Kommentar von Goldman Sachs zur Begründung an.

Im TecDAX sprangen die sehr schwankungsanfälligen ADVA-Aktien um 11,5% auf 3,11 EUR nach oben. In den beiden vergangenen Tagen waren ADVA jedoch insgesamt um mehr als 20% eingebrochen.

-Von Benjamin Krieger, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 219, benjamin.krieger@dowjones.com DJG/bek/reh

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