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21.11.2008

XETRA-SCHLUSS/US-Verluste schicken DAX erneut ins Minus

FRANKFURT (Dow Jones)--Mit deutlichen Verlusten nach hoffnungsvollem Beginn sind die deutschen Aktienmärkte am Freitag aus einer "blutroten" Handelswoche gegangen. Der DAX gab weitere 2,2% oder 93 Punkte auf 4.127 ab. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 204,2 (Vortag: 206,2) Mio Aktien im Wert von rund 4,72 (Vortag: 4,65) Mrd EUR. Noch am Morgen hatte die Schnäppchenjagd in Asien und die kühle Reaktion auf den vorangegangenen Kurseinbruch an Wall Street für Hoffnung gesorgt. Die meisten deutschen Titel erholten sich zwischenzeitlich kräftig. Vor allem Banken waren gesucht.

FRANKFURT (Dow Jones)--Mit deutlichen Verlusten nach hoffnungsvollem Beginn sind die deutschen Aktienmärkte am Freitag aus einer "blutroten" Handelswoche gegangen. Der DAX gab weitere 2,2% oder 93 Punkte auf 4.127 ab. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 204,2 (Vortag: 206,2) Mio Aktien im Wert von rund 4,72 (Vortag: 4,65) Mrd EUR. Noch am Morgen hatte die Schnäppchenjagd in Asien und die kühle Reaktion auf den vorangegangenen Kurseinbruch an Wall Street für Hoffnung gesorgt. Die meisten deutschen Titel erholten sich zwischenzeitlich kräftig. Vor allem Banken waren gesucht.

Nachdem die US-Märkte am späten Freitagnachmittag jedoch ihre gesamten Tagesgewinne aufgaben, drehte auch der DAX nach unten. In den USA war der Kurseinbruch der Citigroup für die Sentimentverschlechterung verantwortlich. Ein Eigenleben habe der DAX aber nicht entfaltet: "Wir hängen halt nur am Tropf der USA", sagte ein Händler.

Zudem warnten Händler vor Sonderbewegungen wegen des kleinen Verfalltages an der Terminbörse Eurex. Beim November-Verfall können die Aktienoptionen nicht gegen einen gleichzeitig auslaufenden Futures verrechnet werden. Dies könne zu "seltsamen Bewegungen" bei Einzeltiteln führen. Besonders gelte dies für die USA, wo die Aktienoptionen des November-Termins erst mit Börsenschluss am Abend auslaufen.

Zusätzlicher Druck auf den Markt kam von desolaten Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und der Eurozone. Die Geschäftsaktivität im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor des Euroraums ist im November auf Rekordtiefs gesunken. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Industrie fiel nach vorläufigen Berechnungen auf 36,2 Punkte von 41,1 im Vormonat. Auch die deutschen Indizes fielen auf historische Tiefststände zurück. Hier ging es für die Industrie auf 36,7 Punkte von 42,9 im Vormonat nach unten. Volkswirte hatten einen Rückgang auf lediglich 42,0 Zähler erwartet. Die Einkaufsmanagerindizes werden von Volkswirten als ähnlich wichtiger Vorlaufindikator wie der ifo-Index betrachtet.

Charttechnisch hat sich der DAX im Tagesverlauf der wichtigen Unterstützung beim bisherigen Jahrestief bei 4.014,60 Punkten genähert. Ein Rutsch unter diese Markte dürfte für neuen Verkaufsdruck sorgen. Oberhalb von 4.300 Zählern hellte sich dagegen das Bild zumindest kurzfristig auf, hieß es.

Defensive Titel standen den ganzen Tag unter Druck. "Hier wird klar erkennbar umgeschichtet in die riskanteren Werte", sagte ein Händler. So verloren E.ON 5,3% auf 23,59 EUR, RWE 4,4% auf 57,87 EUR und Fresenius Medical Care 3,8% auf 33,67 EUR.

Finanztitel wurden zunächst von der Nachricht gestützt, dass sich die US-Großbank Citigroup selbst zum Verkauf stellt. Dies trieb Commerzbank & Co bis zu 5% höher. Am Abend schlug jedoch der Einbruch der Citigroup-Aktie auf die Stimmung. Commerzbank schlossen mit mageren 0,8% im Plus bei 5,44 EUR, Deutsche Bank fielen um 2,9% auf 18,80 EUR und Postbank sogar um 5,9% auf 14,42 EUR. Nur Hypo Real erholten sich um 1,4% auf 2,15 EUR. Allianz gaben um 5,6% nach auf 45,64 EUR.

Zu den klaren Gewinnern gehörten erneut Münchener Rück, die nach Aussagen aus dem Handel weiter von starkem Kaufinteresse einzelner Anleger profitierten. "Hier sammelt jemand seit Tagen Stücke ein", so ein Teilnehmer. Die Münchener hätten durch ihren Verzicht auf die neuerdings eingeräumten Bilanzierungs-Möglichkeiten die geringsten Risikoabschläge, hieß es. Die Aktien stiegen 4,4% auf 102,30 EUR.

Zudem kursierte eine positive Studie zum Versicherungssektor von Credit Suisse. Die eingepreiste Ausfallrate über einen Fünfjahreszeitraum liege in der Zwischenzeit bei 61% und damit deutlich höher als das Hoch der tatsächlichen Ausfallquoten von 46% im Jahre 1935. Auch Metro stiegen im Vorfeld des Weihnachtsgeschäftes um 4,1% auf 20,88 EUR.

Im MDAX holten die zuletzt am stärksten abgestraften Werte auf. So sprangen Leoni um 8% auf 8,25 EUR und Vossloh um 11,4% auf 65,50 EUR. Vossloh holten damit den Kurseinbruch vom Vortag fast komplett auf. "Nicht überbewerten", mahnte ein Händler: "Das sind nur Korrekturen". Im TecDAX erholten sich United Internet, Kontron und Phoenix Solar um jeweils rund 6%.

DJG/mod/flf

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