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16.01.2012

XETRA-START/DAX zeigt S&P-Abwertungen die kalte Schulter

FRANKFURT (Dow Jones)--Nach einer kurzen Stipvisite in negativem Terrain zu Handelsbeginn schüttelt der deutsche Aktienmarkt im frühen montäglichen Geschäft den Rundumschlag von Standard & Poor's (S&P) gegen den Euroraum ab. "Frankreichs Kreditwürdigkeit wurde anders als befürchtet lediglich um eine Stufe verringert, Deutschland hat sein zur Disposition stehendes 'AAA' behalten und das Damoklesschwert der Herabstufung schwebt jetzt nicht mehr über den Köpfen", erklärt ein Börsianer die gelassene Reaktion. Gegen 9.45 Uhr steigt der DAX um 0,1 Prozent oder 5 auf 6.148 Punkte. Für den MDAX geht es um 0,2 Prozent oder 17 auf 9.470 Punkte nach unten. Der TecDAX zieht um 0,1 Prozent oder 1 auf 718 Punkte an.

FRANKFURT (Dow Jones)--Nach einer kurzen Stipvisite in negativem Terrain zu Handelsbeginn schüttelt der deutsche Aktienmarkt im frühen montäglichen Geschäft den Rundumschlag von Standard & Poor's (S&P) gegen den Euroraum ab. "Frankreichs Kreditwürdigkeit wurde anders als befürchtet lediglich um eine Stufe verringert, Deutschland hat sein zur Disposition stehendes 'AAA' behalten und das Damoklesschwert der Herabstufung schwebt jetzt nicht mehr über den Köpfen", erklärt ein Börsianer die gelassene Reaktion. Gegen 9.45 Uhr steigt der DAX um 0,1 Prozent oder 5 auf 6.148 Punkte. Für den MDAX geht es um 0,2 Prozent oder 17 auf 9.470 Punkte nach unten. Der TecDAX zieht um 0,1 Prozent oder 1 auf 718 Punkte an.

Am Freitagabend hat die Rating-Agentur die Kreditwürdigkeit von neun Mitgliedern des Gemeinsamen Währungsgebiets gesenkt, was aber bereits zuvor während des Handelsverlauf in Frankfurt nach und nach durchgesickert war. Die Massenherabstufung, mit der S&P bereits Anfang Dezember gedroht hatte, begründete die Rating-Agentur mit den ihrer Einschätzung nach unzureichenden Beschlüssen des jüngsten EU-Gipfels, bei dem die große Mehrheit der Länder den Aufbruch in eine Fiskalunion beschlossen hatte.

Mit Frankreich hat dabei auch die zweitgrößte Volkswirtschaft des Euroraums die Bonitätsbestnote "AAA" verloren. Damit erhöhen sich nicht nur die Refinanzierungskosten für die betroffenen Länder. Vielmehr könnte auch die EFSF an Feuerkraft einbüßen, denn um das "AAA"-Rating des Eurorettungsfonds zu erhalten, müsste das Kreditvolumen schlimmstenfalls auf die Garantien der Länder mit der Bonitätsbestnote eingedampft werden.

Theoretisch könnten "AAA"-Musterschüler wie Deutschland natürlich auch ihre Zusagen erhöhen, praktisch dürfte dies angesichts der politischen Gemengelage hier zu Lande aber nicht durchzusetzen sein. Eine andere Möglichkeit wäre, auf die Bonitätsbestnote des EFSF zu verzichten und damit höhere Zinsen für vom Rettungsfonds begebene Anleihen in Kauf zu nehmen. Noch dazu dürften einige institutionelle Investoren die Schuldtitel dann aufgrund ihrer Anlagerichtlinien nicht mehr kaufen.

Daher dürften sich die Blicke der Börsianer heute auf die Auktion französischer Bonds richten wenn bis zu 8,7 Milliarden Euro unter die Anleger gebracht werden sollen. Am Dienstag steht dann eine Versteigerung von EFSF-Anleihen auf dem Programm, der Rettungsfonds strebt ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro an.

Angesichts der zu Wochenbeginn faktisch leeren Agenda makroökonomischer Kennziffern aus Europa sind von dieser Seite keine neuen Impulse zu erwarten. In den USA bleiben wegen des Feiertags zu Ehren von Martin Luther King die Börsen geschlossen.

Im frühen Geschäft legen dabei vor allem die Bankenwerte einen fulminanten Vorzeichenwechsel hin: Commerzbank, die im Tagestief zunächst 2,1 Prozent verloren, steigen um 1,4 Prozent 1,44 Euro. Deutsche Bank ziehen um 0,1 Prozent auf 28,99 Euro an. Ansonsten machen vor allem Umstufungen von Analysten die Kurse: So verteuern sich BMW um 0,8 Prozent auf 58,91 Euro und Daimler gar um 2,1 Prozent auf 38,75 Euro. Goldman Sachs hat die Aktien auf die Empfehlungsliste gesetzt.

In der zweiten Reihe steigen Kontron um 2,7 Prozent auf 5,47 Euro. Der Hersteller von eingebetteter Rechnertechnologie hat im vergangenen Jahr mehr umgesetzt als erwartet. "Ein guter Start in 2012", sagt Sylvia-Quandt-Analyst Eerik Budarz, Bislang habe er mit einer stabilen EBIT-Marge gerechnet, was sich nun als zu konservativ erweisen könne.

DJG/jej/gos

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