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27.07.2011

XETRA-START/Etwas leichter - Merck verwirrt und enttäuscht

FRANKFURT (Dow Jones)--Mit Verlusten hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch eröffnet. Die sich immer mehr zuspitzende Schuldenkrise in den USA sorgt nach Angaben von Händlern für Unruhe. Selbst wenn es noch zu einer Einigung komme, dürfte diese keinen großen Wurf darstellen. Das könnte dazu führen, dass es zu Herabstufungen der US-Kreditwürdigkeit durch die Ratingagenturen kommen wird. Bei einem Zahlungsausfall der USA werden Erschütterungen des Finanzsystems befürchtet.

FRANKFURT (Dow Jones)--Mit Verlusten hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch eröffnet. Die sich immer mehr zuspitzende Schuldenkrise in den USA sorgt nach Angaben von Händlern für Unruhe. Selbst wenn es noch zu einer Einigung komme, dürfte diese keinen großen Wurf darstellen. Das könnte dazu führen, dass es zu Herabstufungen der US-Kreditwürdigkeit durch die Ratingagenturen kommen wird. Bei einem Zahlungsausfall der USA werden Erschütterungen des Finanzsystems befürchtet.

Gegen 10.27 Uhr gibt der DAX 0,4% oder 32 auf 7.318 Punkte nach. Auf Tagessicht ist der DAX aus technischer Sicht bei 7.276 Punkten unterstützt, bei 7.423 Punkten liegt ein Widerstand. Vor Börsenbeginn haben etliche Unternehmen Quartalsberichte veröffentlicht. Daimler hat im zweiten Quartal beim Gewinn die Konsensschätzung von Analysten übertroffen, beim Umsatz aber unterboten. "Es zeigt sich, dass BMW und Audi besser laufen und Daimler im oberen Preissegment weiter Marktanteile verliert", meint ein Analyst. So habe zum höheren Gewinn die Finanzsparte beigetragen, während die Ergebnisbeiträge der Nutzfahrzeug- und Mercedes-Sparte nicht überzeugten. Daimler sinken um 1,3% auf 51,13 EUR.

Aktien der Merck KGaA geraten dagegen deutlich unter Druck, nachdem die Darmstädter wegen Wertberichtigungen die Ziele für das Gesamtjahr senken mussten. Die Geschäftsleitung rechnet für 2011 nur noch mit einem operativen Ergebnis von rund 1 Mrd EUR. Bislang war eine Zunahme des operativen Ergebnisses um 35% bis 45% für 2011 in Aussicht gestellt worden - ausgehend von 1,11 Mrd EUR im Jahr 2010. Die Aktie fällt um 4,5% auf 73,98 EUR. Analysten bemängeln neben den Zahlen die Komplexität des Berichts. "Das zu lesen, ist eine Strafe", urteilt ein Experte.

SAP steigen indes um 1,7% auf 44,25 EUR. Angesichts der guten Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal hatte der Konzern am Vortag kurz vor Börsenschluss seinen Ausblick auf das Gesamtjahr leicht erhöht. Der Hersteller von Getränke-Abfüllanlagen Krones hat im zweiten Quartal mehr umgesetzt und mehr Aufträge erhalten als erwartet. "Das sieht in allen Belangen sehr gut aus", meint ein Analyst. Die Aktie gibt nach dem Anstieg seit Jahresanfang 4,6% auf 54,55 EUR ab.

Der Eisenbahntechnikhersteller Vossloh hat im ersten Halbjahr wie erwartet Umsatz- und Gewinneinbußen hinnehmen müssen. Die Spekulation über weitere Anteilsaufstockungen durch den Knorr-Bremse-Eigner Heinz Hermann Thiele stütze jedoch die Aktie, die lediglich 0,5% auf 88,64 EUR nachgibt. Der Stuttgarter Pharmagroßhändler Celesio muss wegen des schwachen Marktumfeldes erneut Wertberichtigungen vornehmen. Die erst kürzlich gesenkte Prognose, nach der Celesio im laufenden Jahr ein EBITDA von rund 600 Mio EUR erwartet, wurde bekräftigt. Zudem betonte der Konzern, an seiner Dividendenpolitik festhalten zu wollen. Celesio verlieren 1,2% auf 13,93 EUR.

Licht und Schatten macht ein Analyst bei den Quartalszahlen von Puma aus. "Der Umsatz ist sehr, sehr gut. Das Ergebnis ist für mich eine leichte Enttäuschung", sagt der Experte. Die Aktie steigt um 1% auf 221,00 EUR. Praktiker hat die Erwartungen im zweiten Quartal erneut verfehlt. Sonderaufwendungen, Wertberichtigungen und Rückstellungen sowie erhebliche Umsatzrückgänge führten zu einem Nettoverlust von 307,1 (Vorjahr: plus 25,8) Mio EUR. Die Aktie büßt 5,2% auf 2,73 EUR ein.

Im TecDAX fallen Kontron mit deutlichen Gewinnen auf. Der Umsatz sei stärker als erwartet ausgefallen und die Entwicklung der EBIT-Marge, die bisher ein Schwachpunkt gewesen sei, zeige eine Verbesserung, meint ein Analyst. Die Anhebung der Umsatzprognose sei ebenfalls günstig.

DJG/mif/flf

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