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28.07.2008

XETRA-VERLAUF/Leichter - Von frühen Verlusten etwas erholt

FRANKFURT (Dow Jones)--Leichter, aber erholt von den Tagestiefs, zeigt sich der deutsche Aktienmarkt im Verlauf des Montagvormittages. Der DAX verliert gegen 11.23 Uhr 0,7% oder 43 auf 6.394 Punkte. Vor allem die erneute Schwäche von Automobil- und Finanztiteln drückt den Index. Fundamental belastet der schwächere GfK-Indikator zum Konsumklima in Deutschland.

FRANKFURT (Dow Jones)--Leichter, aber erholt von den Tagestiefs, zeigt sich der deutsche Aktienmarkt im Verlauf des Montagvormittages. Der DAX verliert gegen 11.23 Uhr 0,7% oder 43 auf 6.394 Punkte. Vor allem die erneute Schwäche von Automobil- und Finanztiteln drückt den Index. Fundamental belastet der schwächere GfK-Indikator zum Konsumklima in Deutschland.

Daneben stehen die Märkte in einer Wartehaltung von den Halbjahresberichten vieler DAX- und Euro-Stoxx-Unternehmen. Nach den Gewinnwarnungen von Daimler und Münchener Rück dürften nun wohl weitere folgen, heißt es im Handel. Stützend wirkten lediglich der Rückgang des Ölpreises auf rund 124 USD und das schnelle Passieren des milliardenschweren Hilfspakets für Hausbesitzer und Banken im US-Senat.

Das Gesetz sieht unter anderem Umschuldungshilfen für in Schwierigkeiten geratene Hausbesitzer vor. Auch den US-Finanzinstituten soll mit dem Notpaket unter die Arme gegriffen werden, vor allem den krisengeschüttelten Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac. Sie verwalten rund 40% der privaten Immobilienkredite in den USA.

Aus technischer Sicht treffe der DAX beim Hoch der vergangenen Woche bei 6.577 auf Widerstand, darüber begrenze der Abwärtstrend bei 6.850 Punkten das Aufwärtspotenzial. Unterstützt werden sollte der DAX beim Freitag-Tief bei 6.330 Punkten.

Postbank bauen ihre Verluste auf 3% aus und notieren bei 45,35 EUR. Händler verweisen auf einen Bericht des "Focus", nachdem es bei der Deutschen Bank Gegenwind hinsichtlich eines Gebotes für die Postbank gebe. Die Deutsche Bank könnte bei einem Kauf der Postbank selbst zum Übernahmekandidaten werden, so Händler mit Blick auf den Bericht. Allerdings habe die Post selbst zuletzt gesagt, ein Verkauf sei nicht eilig. Die Post könne sich Zeit lassen. Deren Aktien geben um 1,4% auf 15,68 EUR nach.

Lufthansa holen ihre Verluste aufgrund des Streikbeginns auf und geben nur noch um 1,7% auf 15,18 EUR nach. Zwischenzeitlich waren die Titel Tagesverlierer mit über 4% Minus. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi koste der Streik die Gesellschaft etwa 5 Mio EUR täglich. Analysten halten die Schätzung jedoch für übertrieben, da der Organisationsgrad der Gewerkschaft beim fliegenden Personal viel zu gering sei. "Die Kosten hängen von der Anzahl der Flugausfälle ab", sagt Nils Machemehl von der BHF-Bank dazu. Lufthansa könnten diese durch den Einsatz von Drittfirmen vermindern.

Finanztitel stehen erneut auf der Verkaufsliste: So fallen Deutsche Börse um 3,1% auf 73,05 EUR und sind aktuell Tagesverlierer. Hier hat die Credit Suisse das Kursziel deutlich auf 115 von 135 EUR gesenkt. Deutsche Bank fallen um 0,8% auf 59,11 EUR, Allianz um 1,4% auf 107,50 EUR. Finanzwerte belastet eine Gewinnwarnung der australisch-neuseeländischen ANZ-Bank nach hohen Abschreibungen auf ihr Kreditportfolio. Am Freitag hatte bereits die National Australia Bank gewarnt. "Damit haben zwei der vier großen Banken binnen zwei Tagen gewarnt - das hat das Vertrauen wirklich erschüttert", sagt Patrick Crabb, Chef des institutionellen Handels von Goldman Sachs in Melbourne.

Auch die Automobiltitel leiden unter gesenkten Absatzprognosen bei Honda und Toyota. BMW verlieren 1,7%, Daimler 1,3% und VW 0,6%. Continental geben um 0,2% auf 72,73 EUR nach. Hier hat sich Europas größte Fondsgesellschaft DWS auf die Seite des Conti-Vorstands geschlagen. "Wir sehen die Übernahme bedenklich. Die Kontrolle durch Schaeffler kann erhebliche Nachteile für die übrigen Conti-Aktionäre bringen", so DWS-Manager Henning Gebhardt gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Kontron notieren nach Gewinnmitnahmen 0,6% im Minus bei 9,74 EUR. Die am Morgen vorgelegten Zahlen wurden jedoch als "überzeugend" eingestuft. Das Unternehmen befinde sich auf dem richtigen Weg. Der Umsatz soll nach Unternehmensangaben zweistellig wachsen, das Ergebnis dabei überproportional. Die Bestätigung des Ausblicks wurde im Vorfeld vom Markt erwartet.

DJG/mod/reh

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