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19.07.2006

XI schafft Ordnung im SAP-System

Martin Herling 
In heterogenen Systemlandschaften kann es sich lohnen, Schnittstellen zu ordnen und zu konsolidieren. Entwicklung und Pflege vieler Interfaces verschlingen oft unnötig Ressourcen.
An die Schnittstellen sollten Anwender mit großer Sorgfalt herangehen. Vom Zusammenspiel der verschiedenen Applikationen hängt meist das Wohl der Firma ab.
An die Schnittstellen sollten Anwender mit großer Sorgfalt herangehen. Vom Zusammenspiel der verschiedenen Applikationen hängt meist das Wohl der Firma ab.

Heterogene IT-Umgebungen benötigen eine Vielzahl von unterschiedlichen Schnittstellen. Diese sind unerlässlich, um geschäftskritische Anwendungen miteinander zu verbinden. Daraus resultiert jedoch oft eine unüberschaubare und schwer zu koordinierende System- und Schnittstellenlandschaft, die den Anwendern einen erhöhten Aufwand für Verwaltung und Administration abverlangt. Auch innerhalb integrierter Lösungen wie SAP stellt dies durchaus eine Herausforderung dar.

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Fazit

Eine Schnittstellenkonsolidierung auf Basis der SAP Netweaver Exchange Infrastructure sollte in erster Linie mit den Business-Anforderungen des Unternehmens abgestimmt werden. Die Anforderungen bestimmen, welche Prozesse am dringlichsten zu verbessern sind. Wichtig sind eine detaillierte Analyse der vorhandenen Umgebung und eine stufenweise Einführung der neuen Plattform unter Verwendung von Standards. Nur so lassen sich administrative Aufgaben reduzieren. Unternehmen sind so in der Lage, die Stabilität geschäftskritischer Prozesse auch langfristig zu gewährleisten.

Schnittstellen konsolidieren in vier Schritten

Konsolidierungsphase

Die Konsolidierungsphase orientiert sich ausschließlich am Business-Nutzen, der durch die Einführung von SAP XI erreicht werden soll. Erreicht wird dies, indem historische Schnittstellen abgelöst oder Medienbrüche aufgelöst werden. Um eine Vielzahl an Schnittstellen ordnen zu können, empfiehlt es sich, vorab die Ist-Situation zu erfassen. Hierbei wird ein Gesamtkonzept über die Schnittstellen- und Prozesslandschaft erstellt. Nachdem alle existenten und gegebenenfalls neuen Schnittstellen katalogisiert wurden, kann die Planung des Konsolidierungsprojekts starten. Hierbei gilt es, besonders darauf zu achten, dass Prioritäten richtig festgelegt sind und dem Projekt ein realistischer Zeitplan zugrunde liegt.

Experimentalphase

In dieser Phase wird evaluiert, welche SAP-Netweaver-optimierbaren Business Cases aus der Schnittstellenlandschaft beziehungsweise aus den vorhandenen Prozessen definiert werden können.

Bei der Auswahl ist eine enge Zusammenarbeit zwischen IT-Abteilung und Fachbereich notwendig. Nur so lässt sich sicherstellen, dass alle Beteiligten das gleiche Ziel vor Augen haben.

Aus der Definition und der Priorisierung der Business Cases resultiert der SAP-XI-Masterplan. Dieser enthält die Roadmap für die Konsolidierung der Schnittstellenlandschaft mit SAP XI. Er beinhaltet erfolgskritische Meilensteine, die die Schnittstellenkonsolidierung bestmöglich unterstützen.

Pilotphase

Aufbau und Projektierung eines Netweaver-optimierbaren Business Case stehen in dieser Phase im Mittelpunkt. Die Schnittstellenentwicklung ist so zu gestalten, dass ein möglichst hoher Grad an Wiederverwendbarkeit entsteht. Erreicht wird dies dadurch, dass auf Standards und einheitliche Entwicklungsrichtlinien geachtet wird. In dieser Phase erfolgen auch Tests mit dem Prototypen, um zu messen, ob die Schnittstelle den Anforderungen des Business-Prozesses genügt. Volumen und Lasttests geben Aufschluss darüber, ob die Architektur und das Sizing der SAP-XI-Landschaft ausreichen. Aus den Ergebnissen entsteht ein Masterplan, der die Grundlage für die abschließende Projektphase bildet.

Projektphase

Aus der Pilotphase resultiert ein Masterplan, der laufend an neue Erkenntnisse angepasst werden muss. Auf Grundlage eines erfolgreich implementierten Pilot-Business-Case werden abschließend alle bereits vorhandenen sowie neu zu implementierenden Prozesse abgebildet. Hierbei werden Schritt für Schritt die zugehörigen Schnittstellen in der Exchange Infrastructure umgesetzt. Durch den in der Pilotphase bewährten und auf Umsetzbarkeit geprüften Ansatz wird in dieser Phase das Hauptaugenmerk darauf gelegt, den Business-Nutzen zu erreichen. Um den Erfolg des Projekts zu überprüfen, wird der angestrebte Business-Nutzen aus der ersten Phase mit dem tatsächlich Erreichten verglichen.

Die Tatsache erstaunt, dass ein integriertes und umfassendes Standard-Softwaresystem überhaupt noch auf externe Komponenten angewiesen ist. Erfahrungen zeigen jedoch, dass Unternehmen nach wie vor Spezialfunktionen auf externe Softwarekomponenten auslagern. Im einfachsten Fall handelt es sich um weitere Produkte der SAP wie beispielsweise SAP Business Intelligence (SAP BI), SAP Supplier Relationship Management (SRM) oder Customer Relationship Management (CRM). In diesem Fall sind die Schnittstellen über SAP-interne Techniken ansprechbar. Sollen jedoch Softwarelösungen von Drittanbietern angebunden werden, gewinnt die Systemlandschaft deutlich an Komplexität, da jetzt auch unterschiedliche Techniken zum Einsatz kommen. Eine Situation, mit der die meisten SAP-Kunden konfrontiert sind.

Je komplexer, desto riskanter

Komplexe Schnittstellenlandschaften bergen jedoch enorme Risiken. So kann beispielsweise der Ausfall einer Schnittstelle zu einer externen Planungssoftware innerhalb kürzester Zeit die Produktion lahm legen. Der Betrieb und die Überwachung aller Interfaces zwischen den Applikationen stellen daher eine große Herausforderung dar. Gleichzeitig hängt von der reibungslosen Kommunikation der Anwendungen der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens ab.

Vielfältige Schnittstellentechniken erfordern einen erhöhten Aufwand für die Administration. Dies wirkt sich nicht nur auf die administrative Arbeit der IT-Abteilung aus, sondern hat auch direkte finanzielle Konsequenzen, da die Kosten für Wartung und Betrieb zunehmen.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, bedarf es einer zentralen Integrationsplattform. Bei der Auswahl eines geeigneten Systems empfiehlt es sich, eine Bewertungsmatrix zu verwenden, um sämtliche Kriterien und Faktoren zu berücksichtigen.

Systemanforderungen messen

Ein Kriterium für die Auswahl der Integrationsplattform ist deren Hardwareanforderung. Diese unterscheidet sich je nach Hersteller und Produkt. Bei der SAP Exchange Infrastructure (SAP XI) beispielsweise können Unternehmen mit Hilfe des SAP-Quick-Sizers die Anforderungen der Systeme zunächst einmal grob taxieren. Ein weiterer Aspekt ist die Systemarchitektur, die so zu planen ist, dass auch Peak-Zeiten mit hoher Last abgefangen werden können. Ebenso muss die Möglichkeit bestehen, unternehmensübergreifend Anwendungen zu verbinden und dabei bestehende Sicherheitsrichtlinien einzuhalten.

Darüber hinaus gilt es, die Betriebskosten zu beachten. Diese setzen sich aus Personalkosten, Kosten für den Betrieb und den Bau neuer Schnittstellen, der Pflege vorhandener Interfaces sowie den reinen Lizenzkosten, den Wartungsgebühren und den zusätzlich anfallenden Geldern für den Datenaustausch zusammen. Bei SAP XI gilt dies für die Datenübermittlung von SAP XI an Nicht-SAP-Systeme.

Zentrale Datendrehscheibe

Unabhängig von der Kostenbetrachtung sollten Unternehmen darauf achten, dass die anzuschaffenden Systeme Hochverfügbarkeitslösungen unterstützen. So lassen sich die Risiken von Systemausfällen reduzieren. Fail-over-Lösungen schalten im Fehlerfall sofort auf einen sekundären Server, so dass - je nach Art der Lösung - die reine Ausfallzeit zu vernachlässigen ist. Das Risiko stillstehender Kernprozesse wird damit reduziert.

Die Integrationsplattform SAP XI bietet Möglichkeiten, verschiedene Schnittstellen zu konsolidieren. An diese Datendrehscheibe lassen sich alle im Unternehmen verfügbaren Systeme über Adapter anbinden. Neue Systeme sind direkt in die bestehende Systemlandschaft integrierbar, so dass sich der Integrationsaufwand reduziert. Im Idealfall sind sogar bestehende Schnittstellen-Definitionen wiederverwendbar. Dies führt zu einer erhöhten Flexibilität, Geschäftsprozesse zu gestalten.

Offene Standards

Neben den Standard-SAP-Techniken wie Intermediate Document (Idoc) und Remote Function Call (RFC) bietet SAP XI alle Funktionen einer EAI-Komponente. Durch die Verwendung von offenen Standards wie Simple Object Access Protocol (Soap), Web Services Description Language (WSDL) und Extensible Markup Language (XML) agiert SAP XI als Dreh- und Angelpunkt für die Daten auf ihrem Weg zwischen den verschiedenen Systemen. Die Kompatibilität zu anderen Techniken wird über Adapter realisiert, die eine Verbindung mit Fremdsystemen ermöglichen. Daneben bietet SAP XI durch den Einsatz des Business Process Management (BPM) die Möglichkeit, Geschäftsprozesse mit eigener Logik abzubilden und umzusetzen. (ba)