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19.11.1998 - 

Upgrade von Prozessoren mit Hilfe von Java

Xilinx-Chip läßt sich via Internet konfigurieren

MÜNCHEN (CW) - Der kalifornische Hersteller Xilinx Inc. hat mit "Virtex" eine neue Chipgeneration ins Leben gerufen, die sich via Internet jederzeit umkonfigurieren läßt. Mit Hilfe von Java-Tools soll es Entwicklern ermöglicht werden, die Prozessoren zu modifizieren und an aktuelle Bedürfnisse des Kunden anzupassen.

Im Rahmen seiner Internet-Reconfigurable-Logic-(IRL-)Strategie will Xilinx den Markt für Computerchips neu definieren: "Das Konzept von IRL wird die Basis kommender Produkte des 21. Jahrhunderts", zeigt sich Wim Roelandts, President und CEO des Anbieters, optimistisch.

Konkret sei es Herstellern möglich, Defekte auf dem Virtex-Chip selbst nach Auslieferung der Systeme auf einfache Weise auszubügeln oder aber Upgrades vorzunehmen. Darüber hinaus können Produkte, die mit dem Xilinx-Chip bestückt wurden, nach Belieben um neue Features erweitert werden. Der Clou: Die Chips müssen bei Upgrades und Erweiterungen nicht wie bei herkömmlichen Methoden durch neue Modelle ausgetauscht werden, sondern ermöglichen eine softwarebasierte Erneuerung nach der Installation direkt beim Kunden. Designer senden zu diesem Zweck nur noch Java-Applets mit neuen Schaltplänen über das Netz, mit denen der Chip automatisch umprogrammiert wird.

Möglich wird die neue Chiptechnologie durch ein sogenanntes Jbits-API (Application Programming Interface) von Xilinx. Jbits erlaubt laut Hersteller entweder die teilweise Modifikation oder aber die komplette Umprogrammierung der Hardware. Des weiteren stellt Xilinx mit "Chipscope" ein Java-basiertes Debugging-Tool vor, das es erlaubt, die Datenströme des Virtex-Chips zu kontrollieren. Damit können Entwickler IRL-Produkte auch nach der Installation beim Kunden remote überwachen und Fehlfunktionen feststellen. So lassen sich laut Hersteller etwa Bit-Level-Signale und Multibit-Busse kontrollieren. Gleichzeitig können mehrere Entwickler gemeinsam via Internet am Chip entwickeln.

Richard Sevcik, Senior Vice-President bei Xilinx, sieht eine ganze Reihe möglicher Anwendungen vor allem im Netzwerkbereich. So könne beispielsweise ein Hersteller von Mobiltelefonen die Chips dazu benutzen, daß seine Geräte unabhängig vom jeweiligen Mobilfunkstandard weltweit einsatzbereit sind. Der Virtex-Chip würde sich selbsttätig auf die Umgebung einstellen. Dieses Schema sei auch bei Set-top-Boxen, Netzwerk-Computern oder Satelliten denkbar, so Sevcik. IBM setzt die Technologie bereits in ATM-Switches ein. Ebenso hat die Siemens AG eine enge Partnerschaft mit Xilinx angekündigt, um IRL-Produkte gemeinsam zu vermarkten. Dataquest-Analyst Jordan Selburn attestiert den programmierbaren Chips ein großes Markt- potential. Allerdings konkurrieren sie mit den wesentlich preiswerteren, nach Kundenwünschen maßgeschneiderten "Custom-Chips".