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19.01.2001 - 

Irritation durch Patentansprüche von Sun

XML-Co-Standard Xpointer lässt weiter auf sich warten

MÜNCHEN (ws) - Die Verabschiedung von "Xpointer" durch das W3-Consortium stößt auf interne und externe Hindernisse. Bei der Spezifizierung bereitet die Integration mit dem Namespace-Standard Schwierigkeiten. Zudem macht Sun Microsystems ein Patent geltend und will die Implementierung von Xpointer mit Auflagen versehen. Demnach müssen Erweiterungen des Standards offengelegt werden.

Die XML Pointer Language (Xpointer) soll ein Adressierungsschema definieren, mit dessen Hilfe innerhalb eines Uniform Resource Identifier (URI) auf interne Strukturen eines Dokuments zugegriffen werden kann. Dabei setzt es auf einen anderen XML-Standard namens Xpath auf, der einen allgemeinen Mechanismus zur Navigation innerhalb von Dokumentbäumen definiert.

Xpointer könnte zukünftig dazu dienen, mittels Web-Browser auf einen bestimmten Dokumentabschnitt zuzugreifen, ohne dass - wie bei HTML - an dieser Stelle zuvor ein Anchor eingefügt werden muss. Das geplante Verfahren ist ausgesprochen flexibel und würde auch die Formulierung von Bedingungen erlauben. Beispielsweise könnte eine Web-Adresse auf die Überschrift eines Kapitels gerichtet werden, wenn dessen Zwischenüberschrift einen bestimmten Text enthält.

Die Anfang dieses Jahres geplante Beförderung von Xpointer zu einer Candidate Recommendation musste nun zugunsten eines letzten Entwurfs zurückgestellt werden. Grund dafür waren Schwierigkeiten bei der Integration mit Namespaces, die Elemente und Attribute eines XML-Dokuments mit Hilfe von Präfixen eindeutig einem Vokabular zuordnen sollen.

Sun-Patent beschreibt kein originelles Verfahren

Zusätzlich sorgte das Vorgehen von Sun Microsystems für Irritationen. Ein Vertreter der Unix-Company fungierte als Mitautor der Spezifikation innerhalb der W3C-Arbeitsgruppe. Nachdem sich jetzt die Definition von Xpointer dem Abschluss nähert, rückte Sun mit Patentansprüchen heraus. Das Unternehmen hatte sich ein Verfahren schützen lassen, das über einen Hyperlink die Suche in einem Zieldokument anstößt. So würde etwa http://foo.com/bar.html/scroll="Suchtext" den Browser dazu veranlassen, besagte Seite zu laden, den Suchtext ausfindig machen und dann an die Fundstelle springen. Nach Ansicht von Sun fällt Xpointer unter sein in den USA registriertes Patent. Wie bei anderen Softwarepatenten zeigt sich auch in diesem Fall, dass dabei häufig allgemein formulierte und keineswegs originelle Verfahren geschützt werden. So weist der amerikanische XML-Experte und Autor der "XML Bible", Elliotte Harold, darauf hin, dass der von Sun patentierte Mechanismus in ähnlicher Form schon lange von "Hypercard" oder "Xanadu" genutzt wurde.

Sun Microsystems fordert nun von allen Firmen, die die Xpointer-Spezifikation umsetzen, dass sie sich den Lizenzbedingungen der Unix-Company unterwerfen. Diese sehen vor, dass alle Änderungen und Weiterentwicklungen von Xpointer durch einen Hersteller unverzüglich dem W3C gemeldet werden müssen und dass das Gremium berechtigt ist, diese in zukünftige Versionen zu integrieren. Angesichts der Verhältnisse am Browser-Markt richtet sich Suns Vorstoß offensichtlich gegen Microsoft. Da Sun zukünftig über die Lizenzbedingungen auch andere Firmen und Anwender gängeln könnte, rufen Aktivisten wie Harold (http://www.ibiblio.org/xml) zur Ablehnung der Xpointer-Spezifikation auf, solange Sun auf seinem Patent besteht.