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25.02.2000 - 

Gestalter sollen auf das Urteil der Surfer hören

XML und Web-Publishing dominieren Seybold-Konferenz

MÜNCHEN (CW) - Die Seybold-Konferenz hat sich von einer Fachmesse für computergestützte Publikationstechnik zu einer Messe über Web-Publishing gewandelt. Zu den zentralen Themen gehörten der Nutzen der Auszeichnungssprache XML für die Branche sowie die Wahrnehmung der Surfer als Kunden.

"Die aktive Beteiligung der Anwender macht den Unterschied zwischen einer langweiligen und einer spannenden Website aus", verkündete Philipp Greenspun, Lehrbeauftragter am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und Gründer der Web-Entwicklungs-Company Arsdigita. Mit derartigen Statements wollten Greenspun und weitere Redner auf der Seybold-Konferenz den Designern von Web-Auftritten klarmachen, dass es die Surfer sind, die letztendlich über die Qualität einer Seite entscheiden. Je stärker sie eine Site nutzen, desto besser lässt sie sich auch bewerben.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion propagierte Greenspun die von Surfern und Datenschützern oft kritisierte Verbindung des Community-Konzepts und deren Diskussionsforen mit der Werbewirtschaft. So könne die Mitwirkung der Surfer selbst eine extrem langsame Seite finanziell retten. Dave Winder, President der Userland Software Inc., empfahl diese Methode insbesondere den journalistischen Informationsdiensten. Deren "oft langweilige Inhalte" könnten durch Stellungnahmen von Lesern nur interessanter werden. Allerdings müssten die Web-Publikationen den Lesern ihre Regeln zum Umgang mit Personendaten unmissverständlich offen legen. Nur so könne man gegen das im Web weit verbreitete Vorurteil angehen, wonach Werbung per se schlecht sei.

In den mehr technisch orientierten Gesprächsrunden gehört der Einsatz der Extensible Markup Language (XML) zu den Hauptthemen. Anbieter, Web-Designer und Programmierer machen sich dafür stark, dieses Verfahren für den Datenaustausch zu verwenden, weil es ohne weitere Standard-Schnittstellen und spezielle Programmiersprachen auskommt. Tim Gill, Chairman des DTP-Spezialisten Quark Inc., rechnete in Boston vor, dass XML die Kosten des Web-Publishing um 30 bis 50 Prozent verringern kann. Er kenne keine herkömmliche Drucktechnik, die auch nur zehn Prozent der Kosten sparen könne.

Ein weiteres Thema waren Internet-Zugriffsgeräte, die nach und nach den PC ergänzen sollen. Hier machte eine Vereinbarung zwischen dem Palm-Hersteller 3Com und dem Publishing-Spezialisten Adobe Furore. Danach soll der Handheld-Computer mit einem Programm ausgestattet werden, das im PDF-Dateien darstellen kann. PDF ist ein weit verbreitetes Dokumentenformat, so dass sich der Palm zu einem noch nicht bekannten Zeitpunkt auch als E-Book oder zur Übermittlung von Dokumenten eignen soll. Hierzulande geht das allerdings nur indirekt über die Palm-Gegenstation auf dem PC, weil das online-fähige Gerät bislang nur in den USA erhältlich ist.