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15.01.1988

XOpen im Trend

Software-Portabilität ist für die deutschen Anwender offensichtlich nicht erstrebenswert. Die X/Open-Gruppe, die gehofft hatte, hiesige Großunternehmen für eine Mitarbeit zu gewinnen, sieht sich alleingelassen (Seite 1). Andererseits: Für dezentrale DV-Aufgaben werden auch bei uns zunehmend Unix-Systeme als Alternativen zu herstellerspezifischen Lösungen eingesetzt. Hat man also in Anwenderkreisen doch dazugelernt?

Die Wahrheit durfte wie immer in der Mitte liegen: Die Normungs-Initiative der X/Open-Mitglieder paßt gut in das Konzept vieler Anwender, sich aus einseitiger Herstellerbindung (IBM!) zu lösen. Den früher beschworenen engen Schulterschluß zwischen Big Blue und den Kunden - diese Behauptung ist neuerdings zu hören - gebe es vielerorts nicht mehr. Doch die Vorliebe der Kunden für Standards, die Herstellerunabhängigkeit bieten, geht nicht so weit, sich aktiv an X/Open-Projekten zu beteiligen.

Viele meinen," offene" Systeme seien eine Angelegenheit der Hersteller. Alle Erfahrung spricht aber gegen eine "friedliche" Anbieterlösung. Selbst diejenigen Hersteller, die Unix mangels eigener Entwicklungskapazitäten anbieten müssen, entwerfen die Normungsidee durch individuelle Anpassungen. Seit Jahren wird mit unterschiedlichen Unix-Versionen experimentiert - und dabei sind die Abweichungen von der (gedachten!, gewünschten!) Norm immer größer geworden. Als Folge der Kleinkriege um Derivate hat das Lager der "Jein" - Sager wieder Zulauf bekommen.

Zugegeben: In der Entscheidung für die X/Open-Standards (OSI, Unix, C etc.) steckt ein Risiko - die technische Entwicklung auf dem DV-Sektor ist ja beileibe nicht abgeschlossen. Einige US-Firmen bringen indes den Mut zum Wagnis auf - Abhängigkeit von einem Hersteller ist allemal das größere Übel. Die deutschen Anwender können davon nur lernen.