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21.06.2007

Yahoo zieht die Notbremse

Der glücklose CEO Terry Semel wird durch Mitgründer Jerry Yang ersetzt.Yahoo braucht eine Vision und muss agiler werden.

Eine Überraschung war die Personalie nicht: Vorstandschef Terry Semel tritt zurück, und Co-Gründer Jerry Yang rückt an die Spitze des angeschlagenen Internet-Konzerns. In den Monaten zuvor war in amerikanischen Medien bereits heftig über den Führungswechsel spekuliert worden. Die Entscheidung des Boards von Yahoo erinnert an den gleichen Vorgang im Hause Dell einige Monate zuvor. Dort hatte Michael Dell den ebenfalls erfolglosen CEO Kevin Rollins kurzerhand abgesetzt und selbst die Geschäfte übernommen.

Semel war als Yahoo-CEO stets umstritten gewesen

Semel, ein ehemaliger Manager aus der Musikbranche, hatte 2001 den CEO-Posten bei Yahoo übernommen und die Gründergeneration abgelöst. Nach Jahren steilen Wachstums sollte mit einem erfahrenen Manager sichergestellt werden, dass der Konzern nicht an die Wand gefahren wird. Bereits zu Beginn seiner Amtszeit gab es Kritik an den Qualitäten Semels und Zweifel an seiner Eignung, einen Internet-Konzern zu führen. Allerdings gelang es dem Manager, Yahoo durch die schmerzhafte Phase nach dem Platzen der Internet-Blase zu steuern. Wettbewerber wie Altavista und Excite blieben in dieser Periode auf der Strecke.

Yang hatte Yahoo im Jahr 1994 mit seinem Partner David Filo gegründet. Zuletzt hielt er den Zirkustitel "Chief Yahoo". Semel behält vorerst die Position eines Non-Executive Chairman des Verwaltungsrats. Sue Decker, ehemals Finanzchefin von Yahoo und zuletzt Executive Vice President (sowie heimliche Kandidatin für die Nachfolge Semels), wurde zum President befördert. Die beiden müssen nun das Schwergewicht wieder auf Kurs bringen.

Herausforderungen gibt es genug: Das größte Problem Yahoos heißt Google und ist an der Börse 160 Milliarden Dollar wert vier mal soviel wie Yahoo. Von den Einnahmen und den Ergebnissen hat Google Yahoo bereits im Jahr 2005 hinter sich gelassen. Auch intern steht Arbeit an: Yahoo gilt als schwerfällig, ohne "Vision" und als unsexy das Schicksal teilt allerdings auch der andere Google-Konkurrent, Microsofts MSN. In einem Blog hat Yang die künftige Richtung vorgegeben: schnell, klar und diszipliniert in der Umsetzung. Produkte sollen differenziert werden, zudem wolle der Konzern in Kreativität und Innovation investieren. (ajf)