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07.06.1991 - 

Diffizile Rechtslage führt zur Gründung einer Outsourcing-Tochter

Yankee Group: IBM will keine Kunden an Outsourcer abgeben

MÜNCHEN (gfh) - "Keine Anzeichen für ein verstärktes Engagement der IBM im Outsourcing-Geschäft" erblickt die Bostoner Yankee Group in der Gründung der extra für diesen Marktbereich geschaffenen IBM-Tochter Integrated Systems Solutions Corp. (ISSC). Vielmehr wollen die Armonker, so die US-Analysten mit der Auslagerung dieser Division einem möglichen Rechtstreit ausweichen.

"Die Auslagerung der Outsourcing-Division durch IBM ist eine Reaktion und keine Aktion", urteilt Howard Anderson, Managing Director der Yankee Group. Nach seiner Auskunft will die IBM durch die Gründung der ISSC einerseits verhindern, daß Kunden zu Outsourcing-Dienstleistern wechseln, und andererseits drohende Klagen vermeiden - wegen eines Verstoßes gegen das seit 35 Jahren bestehende Consent Decree zwischen IBM und dem US-Handelsministerium.

Das mit dem US-Handelsministerium geschlossene Abkommen verbietet den Armonkern, Dienstleistungen anzubieten, die dort als "Service Bureau Business" bezeichnet sind. Dazu gehören die Anwendungsentwicklung, der User-Support und spezielle Dienste wie etwa die Scheckabwicklung für Banken. Das hindert die IBM allerdings nicht daran, über 100prozentige Töchter von diesem Markt zu profitieren.

Wie die Yankee Group mitteilt, haben Outsourcing-Mitbewerber bereits Schritte unternommen, um die IBM mit dem Hinweis auf das Consent Decree unter Druck zu setzen. Die Analysten deuten die formale Trennung von der früheren ISS-Division als einen Versuch, die konkurrierenden Dienstleister - die ja auch IBM-Kunden sind - zu beschwichtigen. Dies spreche nicht unbedingt für ein forsches Vorgehen des Big-Blue-Ablegers.

Allerdings wenden sich die Analysten gegen die Deutung einiger Service-Anbieter, die in der Auslagerung des Outsourcing-Geschäftsbereichs eine Bemühung der IBM sehen, das Engagement in diesem Bereich zu begrenzen. Im Gegenteil: Grundsätzlich ermögliche die Umgehung des Consent Decree eine Ausweitung des Angebots der ISSC und damit eine Stärkung am Markt.

Auch der amerikanische Marktbeobachter John Torres, im vergangenen Jahr noch Mitarbeiter der IBM-Outsourcing-Division, sieht bisher gebundene Kräfte freigesetzt: "Wir haben oft versucht, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, scheiterten aber jedesmal am Consent Decree."

IBM verbucht zwar die Umsätze der neuen Firma separat, weist sie aber nicht öffentlich aus. Die Yankee Group schätzt, daß die bisherige IBM-Division im Geschäftsjahr 1990 den Vorjahresumsatz von 400 Millionen Dollar auf 800 Millionen Dollar verdoppeln konnte. Für dieses

Jahr gehen die Marktbeobachter davon aus, daß die Marke von einer Milliarde Dollar überschritten wird.