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23.05.2003 - 

60 Prozent mehr Leistung und modularer aufgebaut

Z990 stützt IBMs On-Demand-Konzept

MÜNCHEN (jm) - IBMs neue Mainframe-Generation "Z990" hat im Vergleich zu den Vorgängerversionen "Z800" und "Z900" erheblich an Modularität und Leistungsstärke gewonnen. Außerdem bietet Big Blue für diesen Rechnertyp eine Vielfalt von Möglichkeiten, die Rechenkapazität sukzessive auszubauen, aber auch wieder zu reduzieren - Stichwort "echtes" On-Demand-Computing.

Seit der Einführung der S/390-Mainframes der G-Familie im September 1994 (Sechs-Wege-Maschine "G1"-Server) hat die IBM die Rechenleistung ihrer Host-Systeme kontinuierlich gesteigert. Von 60 Großrechner-Mips (G1) über 1614 Mips (Zwölf-Wege-System "G6" im Jahr 1999) hat sich diese Rechenleistung seit Oktober 2000 mit den Z900-Maschinen auf 2500 und jetzt mit den Z990-Modellen auf bis zu 9000 Großrechner-Mips erhöht.

Die neuen Mainframes, die auch unter dem Codenamen "T-Rex" laufen, dürften, so Analysten, für IBMs Geschäft von großer Bedeutung sein. Im Wirtschaftsjahr 2002 nahm der Computerhersteller mit Mainframes zirka drei Milliarden Dollar ein. Insgesamt erzielte IBM im vergangenen Jahr 81 Milliarden Dollar Umsatz. Francis Kuhlen, Vice President IBM Systems Sales Emea Central Region, sagte anlässlich der Z990-Markteinführung in München, er rechne damit, dass etwa 1500 der weltweit rund 8000 Z800- und Z900-Anwender sich grundsätzlich für Big Blues neue Systeme interessieren werden.

Dass IBM mit den neuen Mainframes durchaus optimistisch in die Zukunft sehen kann, zeigen Angaben von Gartner-Analyst John Phelps, die Kuhlen bestätigt. Danach konnte Big Blue allein im vergangenen Jahr weltweit über 100 neue Kunden für seine Großrechner gewinnen.

Kaufargument Linux

Grund für die gute Aufnahme der noch vor wenigen Jahren oft als Dinosaurier verspotteten Maschinen dürfte unter anderem sein, dass IBM es schaffte, Linux auf dem Mainframe zu etablieren. Wie wichtig dieses Thema für IBMs Mainframe-Division ist, zeigt eine weitere Äußerung Kuhlens: Danach machen auf Großrechnern von IBM-Kunden Linux-Applikationen bereits 17 Prozent aller Workloads aus.

Ein weiteres gewichtiges Argument für die von Kuhlen ebenfalls etwas kokettierend als Dinosaurier bezeichneten Maschinen dürfte das vielfältige On-Demand-Serviceangebot der IBM sein. Big Blue bezeichnet die Möglichkeit, Rechenleistung je nach den Bedürfnissen der Anwender zu- und auch wieder abzuschalten, auch als Capacity on Demand (CoD).

Der Z990-Anwender hat bei IBMs CoD-Angebot prinzipiell die Wahl, die Rechenleistung aus einem der gerade entstehenden CoD-Center von IBMs Global Service Division zu beziehen oder einen Mainframe bei sich aufzustellen. In ersterem Fall wird im Prinzip ein Outsourcing-Vertrag mit Global Services abgeschlossen. Dieser räumt dem Anwender die Option ein, auch tagesaktuell eine jeweils benötigte Rechenleistung abzurufen.

Kauft der Anwender hingegen ein System, so fächert sich das CoD-Angebot weiter auf. Dieses nur scheinbar verwirrende Konzept ist dem modularen Aufbau der neuen Großrechner geschuldet. Selbige werden (siehe Grafik) in Technikeinheiten geliefert, die IBM als "Processor Book" bezeichnet. Jedes dieser Books besteht aus einem CPU-Block mit acht Prozessoren, 64 GB Hauptspeicher sowie zwölf Ein- und Ausgabekonnektoren mit einer Datenübertragungsrate von jeweils 2 GB/s. Bis zu vier Books mit maximal 32 Prozessoren wird IBM bis September in den D-Modell-Varianten ausliefern.

Softwarelizenzen unklar

Der Anwender kann nach den Worten von IBM-Manager Kuhlen von den acht Prozessoren eines Books eine bestimmte Anzahl fest kaufen und die restlichen CPUs per CoD-Vereinbarung nach Bedarf zu- oder abschalten. Bleibt es bei der Nutzung von Prozessoren innerhalb eines Books, muss der Anwender keine Gebühr für inaktive Prozessoren zahlen.

Für "echtes" CoD entrichtet der Anwender erst dann quasi eine Bereitstellungsgebühr für inaktive CPUs, wenn diese sich auf einem zweiten oder weiteren Books befinden. In diesem Fall dürfte, sagt IBM, der Breakeven für CoD nach rund 45 Tagen erreicht sein. Das bedeutet, bis zu 45 Tage könnten Anwender günstiger mit der Option fahren, CPUs nur auf Abruf zu nutzen und für die Vorleistung der IBM eine Gebühr zu zahlen. Nach anderthalb Monaten hingegen wäre es in der Regel besser, die CPUs fest zu kaufen.

Die IBM kann, so Kuhlen, noch keine Angaben darüber machen, wie sich die Zu- oder Abschaltung von Prozessoren auf die Software-Lizenzgebühren auswirken. (jm)

Abb: Vergleich: Neue Dinos (Z990) gegen alte (Z900)

Modularität ist Trumpf bei den neuen Z-990-Mainframes: Die Leistungsfähigkeit kann man durch zusätzliche Processor Books stufenweise steigern. Quelle: IBM