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In der Mikroelektronik vom Partner lernen:

ZAM: Ein Fokus für Wirtschaft und Lehre

01.03.1985

BURGHAUSEN (lo) - Fachhochschule und Wirtschaft in Bayern wollen bei der Entwicklung und Anwendung von moderner Technik gemeinsam am Ball bleiben. Das neugegründete Zentrum für angewandte Mikroelektronik e. V., ZAM, in Burghausen sieht seine Aufgaben in Theorie und Praxis. Nämlich Lücken in der Ausbildung sowie beim Kontakt zwischen Lehre und Wirtschaft zu schließen.

"Fort- und Weiterbildung, hochschulbegleitende Ausbildung, Technologietransfer und Akzeptanzverbesserung auf dem Gebiet der Mikroelektronik" lauten die Ziele der Gründungsmitglieder des ZAM. Beteiligt sind die zehn Fachhochschulen Bayerns, allesamt keine elitären Zirkel, so der Sprecher des bayerischen Wirtschafts- und Verkehrsministeriums Georg von Waldenfels.

Zu dieser "scientific community" zählen weiterhin der Reinstsiliziumhersteller Wacker-Chemitronic GmbH, Burghausen, die Stadt Burghausen sowie weitere bayerische Mikroelektronik-Unternehmen. Unterstützung kommt von den Ministerien Unterricht und Kultus sowie Wirtschaft und Verkehr.

Die Finanzausstattung für die kommenden fünf Jahre teilen sich der Freistaat Bayern mit 513 Millionen Mark, die Stadt Burghausen mit 2,4 Millionen Mark und der ZAM-Verein mit 6,3 Millionen Mark.

An erster Stelle steht die Ausbildung von Ingenieur- und Informatikstudenten begleitend zum Studium. Burghausen soll der Ort für Praxissemester sein, an dem auch Diplornarbeiten angefertigt werden können. Das Institut sieht Ausbildungsplätze für 40 Diplomaten vor. An ihnen werden Studenten aller bayerischen Fachhochschulen eine vertiefte Ausbildung in Mikroelektronik erhalten.

Die Ausbildungsgebiete umfassen Schaltintegration, Mikroprozessortechnik, weiterhin Automatisierungstechnik. Handhabungssysteme zählen ebenfalls zur Ausbildung wie auch digitale Signalverarbeitung, die Optoelektronik und die Bereiche CAD/CAT/CAM.

Zur Grundausstattung gehören ein DEC VAX 11/750 Prozessor mit Speicher und Peripherie, Multiuser-Entwicklungssysteme, Entwicklungsplätze für freiprogrammierbare Steuerungen sowie Industrieroboter.

Das ZAM-Angebot richtet sich weiter an Professoren und Mitarbeiter der bayerischen Fachhochschulen sowie an Mitarbeiter öffentlicher und privater Unternehmen. Von der Fortbildung wissenschaftlicher Lehrkräfte "vor Ort" versprechen sich die Initiatoren des Burghausener Zentrums besonders, den Praxisbezug zwischen Lehre und Unternehmensalltag zu festigen.

Die Akzeptanz unterstützen

Die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft wird zunächst in Entwicklungs- und Beratungsaufgaben Gestalt finden. Zugleich soll im Rahmen dieses "braindrain" der Versuch gestartet werden, Professoren von ihrer Lehrtätigkeit freizustellen und sie zeitweilig in Wirtschaftsunternehmen einzubinden.

Durch erweiterte Dienstleistungen für kleinere und mittlere Unternehmen planen die Fachhochschulen, den Transfer von Wissen und Know-how zu intensivieren. Dieser Brückenschlag soll dazu beitragen, künftig Innovationen beschleunigt in die Praxis umsetzen zu können. Anwendungsbezogene Aufgaben in Forschung und Entwicklung werden dabei im Vordergrund stehen.

Die Unternehmen halten ständig Kontakt mit den Fachhochschulen oder dem ZAM und können Hilfeleistungen anfordern.

Das Zentrum für angewandte Mikroelektronik stellt es sich auch zur Aufgabe, für die Akzeptanz der neuen Technik Aufklärung und Unterstützung zu leisten. Dazu ist der rege Kontakt zur Öffentlichkeit vorgesehen, eine Zielgruppe von besonderer Bedeutung dabei sind Jugendliche.