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12.09.2003 - 

Rolle des Internet bei kriminellen Delikten unklar

Zehn Millionen Amerikaner Opfer von Trickbetrügern

MÜNCHEN (CW) - Immer häufiger besorgen sich Trickbetrüger die persönlichen Daten von Personen, um sie dann für Eigentumsdelikte zu nutzen. Laut einer Untersuchung der amerikanischen Regulierungsbehörde Federal Trade Commision (FTC) wurden im vergangenen Jahr rund 9,9 Millionen Amerikaner Opfer solcher Kriminaldelikte. Jetzt wollen Unternehmen und US-Behörden diesem Treiben einen Riegel vorschieben.

Die FTC hatte zwischen März und April 2003 mehr als 4000 Erwachsene befragt, um herausfinden, wie hoch die Gefahr ist, Trickbetrügern im Internet oder "im wahren Leben" zum Opfer zu fallen. Auf Basis dieser Telefonbefragung rechnete das FTC die 9,9 Millionen Schadenfälle hoch.

Der englische Begriff hierfür ist "Identity theft". Gemeint ist, dass sich Personen auf illegale Weise Daten über einen Dritten aneignen, um mit diesen Informationen dann unrechtmässig online oder offline finanzielle Transaktionen durchzuführen.

Industrie wird aufmerksam

Das Problem des Identity Theft ist in den USA mittlerweile von einer Gruppe von Unternehmen aufgegriffen worden. Sie haben eine Koalition gegründet, um solchen Delikten Einhalt zu gebieten. Neben Firmen wie Amazon und Ebay, die in der Vergangenheit bereits mehrfach Zielscheibe von Identity Thefts wurden, gehören unter anderem auch Microsoft, Verisign, McAffee Security und Visa USA zu den Gründungsmitgliedern der Industrie-Interessengemeinschaft, die sich Coalition on Online Identity Theft nennt.

Die Gruppe will nicht nur mit US-Behörden wie der FTC und dem Justizministerium eng kooperieren. Sie will auch als Informationsknotenpunkt dienen und Lobbyarbeit betreiben für Gesetze zur Verhinderung von Identity Theft.

Gefahr aus dem Internet?

Gemessen am Schaden, scheinen entsprechende Gesetze überfällig. Bei Privatpersonen bezifferte sich der Schaden nach FTC-Erkenntnissen auf fünf Milliarden Dollar im Jahr 2002. Unternehmen und Finanzinstitute wurden sogar um rund 48 Milliarden Dollar erleichtert.

Allerdings sagte Howard Beales, Direktor der FTC-Abteilung für Verbraucherschutz, es ließe sich aufgrund der Studie nicht sagen, wie viele der Eigentumsdelikte über Betrügereien im Internet geschähen. Von den 4000 Befragten gaben 23 Prozent an, sie hätten im vergangenen Jahr einen finanziellen Schaden erlitten, weil ihnen Kreditkarten, der Führerschein oder andere Identifikationspapiere gestohlen wurden, mit deren Daten Unbefugte dann Trickbetrügereien durchführten. 13 Prozent der Befragten wurden geschädigt, weil Dritte ihre individuellen Daten in unrechtmäßiger Weise in Erfahrung brachten und auf kriminielle Weise nutzten. So sind etwa Kreditkartenquittungen beliebte Wege, sich Daten Fremder zu ergattern und dann zu mißbrauchen.

Übrigens haben immerhin 14 Prozent der Befragten angegeben, sie seien Opfer eines Betrügers geworden, der aus ihrem Bekanntenkreis stammt. Immerhin fast jeder Zweite (49 Prozent) hatte aber keine Erklärung, wie persönliche Daten in die Hände Dritter gelangen konnten, die diese dann zweckentfremdeten. Der durchschnittlich auf solche Weise zugefügte Schaden belief sich auf rund 500 Dollar bei Privatpersonen. Experten gehen davon aus, dass die Ergebnisse der FTC-Studie nur die halbe Wahrheit sind und die Dunkelziffer der Geschädigten und des erlittenen finanziellen Verlusts wesentlich höher ist.

FTC-Mann Beales betonte allerdings, dass es keine Hinweise dafür gebe, dass das Internet ein besonderes Gefährdungspotenzial darstellt. "Das gilt zumindest, wenn Sie sichere Web-Seiten benutzen mit einer Secure-Sockets-Layer(SSL-)Verschlüsselung." (jm)