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14.04.1978

Zehn Regeln der Kunst der Organisation

14.04.1978

Erste Regel

Beachte die Menschennatur und nicht bloß die Apparatur des sozialen Gebildes.

Erklärung:Die Menschennatur weist in der Fülle ihrer Anlagen zum Guten und zum Bösen vielfache Entwicklungsmöglichkeiten auf. Sie ist nicht völlig veränderbar; man kann aber Schlummerndes in ihr wecken und Lebendiges leiten. Benutze niemanden bloß als Mittel für Zwecke und schaffe den rechten Ausgleich von Freiheit und Zwang.

Zweite Regel

Schaffe klare Ordnungen.

Erklärung: Das Wesentlichste und Formulierbare gib in gesetzter Form- binde aber nicht die Entwicklung durch Buchstaben und Zahlen.

Dritte Regel

Beeinflusse das Richtmaß.

Erklärung: Jede Gruppe gestaltet ihr Richtmaß. Es läßt sich nicht aufzwingen, aber durch Beispiel und durch Anregung beeinflussen.

Vierte Regel

Verteile richtig die Funktionen.

Erklärung:Das Wesentlichste jedes Organisierens ist die Verteilung der Funktionen. Unter Richtigkeit ist unter anderem zu verstehen die Zweckmäßigkeit des Stufenbaus (der Hierarchie), das zahlenmäßige Optimum, das geeignete Verhältnis von Dauer und Wechsel, das beste Zusammenspiel aller Funktionäre .

Fünfte Rege

Schaffe ein optimales Verhältnis von Arbeitstellung und Arbeitszusammenfassung.

Erklärung: Bei aller notwendigen Zerlegung der Gesamtaufgabe sichere einige Austauschbarkeit. Die Arbeitsteilung darf nicht bis zur Mechanisierung und zum Raubbau an Menschenkräften gesteigert werden.

Sechste Regel

Halte auf Disziplin; überspanne sie aber nicht.

Erklärung: Der Grad notwendiger Disziplin Gruppenzwecke abhängig.

Siebente Regel

Schaffe ein günstiges Verhältnis zwischen Ober- und Unterschied.

Erklärung:In letzter Vereinfachung betrachtet, weist jedes soziale Gebilde von größerem Umfange eine Oberschicht (Elite) und eine Unterschicht auf. Drücke nicht die Oberschicht auf den Stand der Unterschicht, sondern suche die Qualität der Unterschied dem Weltgrade der Oberschicht zu nähern. Schaffe Eliten, aber verhindere die Tyrannei der Eliten; laß bei ihr keinen Hochmut und bei der Unterschicht keinen Groll aufkommen. Gib Aufstiegsmöglichkeiten. Bekämpfe nicht engere persönliche Beziehungen solange sie nicht den Gruppenzusammenhang gefährden, widersetze dich aber eher Cliquenbildung.

Achte Regel

Rechne damit, daß jeder Organismus wächst oder schrumpft.

Erklärung: Man muß die Entwicklungskurve des Gruppenlebens wie die Grade eines Fieberthermometers beachten.

Neunte Regel

Pflege ohne Übertreibung das Herkommen.

Erklärung: Achte auf die Pflege von Traditionen; aber lasse sie nicht zum Hemmnisse des wertvollen Neuen werden.

Zehnte Regel

Schaffe Bräuche und Institutionen.

Erklärung: Bräuche und Institutionen sind die besten Bindungsmittel eines Gruppenzusammenhanges. Aber sie müssen dem Sinne und den Zielen der Gruppe entsprechen und dürfen nicht als überflüssige Last empfunden werden .

Quelle: Kölner Zeitschrift für Soziologie