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14.11.1975 - 

EDV-Dienst für die XII. Olympischen Winterspiele 1976 in Innsbruck

Zeiten und Weiten - Kommentatoren und Computer

MÜNCHEN - Wenn sich vom 4. bis 22. Februar 1976 "die Jugend der

Welt" in Innsbruck zu den XII. Olympischen Winterspielen trifft, dann werden 150000 Schlachtenbummler und etwa 800 Millionen Menschen in aller Welt an ihren Fernsehgeräten "live" dabeisein: Was für sie alle entweder ein gigantischer Ski-Zirkus, ein spannender Sport-Krimi, ein nostalgisches Spektakel oder eine große Show mit wirtschaftlichem Hintergrund ist, sehen die Organisatoren als ein kybernetisches System, das nur mit den Mitteln der Elektronischen Datenverarbeitung in den Griff zu kriegen ist.

50 Profis, zwei Maschinen, 100 Programme

Um die vielfältigen Aufgaben der Berichterstattung, Nachrichtenübermittlung Ergebnisauswertung und Dokumentation bewältigen zu können, bedient sich der Veranstalter einer Kombination aus Computer-Spezialisten, EDV-Anlagen und Terminals sowie Software - "Offizieller EDV-Dienst" ist die amtliche Bezeichnung. In Innsbruck wird das sein: Ein 50-Mann-Projekt-Team von Honeywell-Bull, zwei doppelt ausgelegte plattenorientierte Kleincomputersysteme, diverse online-geschaltete Terminals sowie rund 100 eigens für die Winter-Olympiade entwickelte Programme.

Leitungsnetz für fünf Wettkampfstätten

Bei dieser "zeitkritischen" Veranstaltung - die Wettbewerbe finden zum größten Teil simultan statt - kommt für die Ausrichter noch erschwerend hinzu, daß die verschiedenen Konkurrenten (alpine und nordische Wettbewerbe, Eisschnellauf, Eishockey, Bob und Rodeln sowie Skispringen) nicht an einem Ort, sondern an fünf verschiedenen Plätzen im Umkreis von 20 Kilometern um Innsbruck abgewickelt werden. Deshalb muß die EDV-Organisation dieser Situation Rechnung tragen und die Austragungsorte mit einem Netz von Leitungen umspannen. Denn an allen Wettkampfstätten müssen die Ergebnisse so schnell wie möglich erfaßt und ausgewertet werden: Die Zuschauer, 3500 Journalisten, die Vertreter der weltweit 10 größten Presseagenturen und - nicht zu vergessen rund 7000 "Offizielle" - warten ungeduldig darauf, wer denn nun Gold, Silber oder Bronze gewonnen hat.

Doppelsysteme HB 61/60

Herzstück des EDV-Netzes sind zwei Doppelsysteme HB 61/60 (kleinstes Mitglied der Serie 60), wobei die zweite Anlage lediglich als Back-Up-Rechner arbeitet, so daß ein - wie heißt es so schön - "hundertprozentiger Ausfallschutz" gegeben ist.

Über Vorschaltrechner, die die Zentraleinheiten von der Verwaltung der hereinkommenden und hinausgehenden Nachrichten entlasten sollen, sind insgesamt 57 druckende und 13 Bildschirm-Terminals in dezentralen Informationszentren eingesetzt. Es handelt sich dabei um die Terminet-300-Terminals von General Electric mit angeschlossenem Hard-Copy-Gerät zum Ausdruck von Nenn- und Ergebnis-Listen, des weiteren um intelligente Honeywell-Dialog-Stationen vom Typ DTS 7200 sowie "Zeichengeneratoren". Diese Nicht-EDV-Hardware wird erstmals bei der TV-Berichterstattung von Olympischen Spielen eingesetzt und setzt digitale Werte aus dem Rechner in Video-Signale um, so daß jede Zwischen- und Endzeit, jede Reihung, jede Vergleichszahl direkt in eine laufende Übertragung auch graphisch eingeblendet werden kann.

Heißer Tag am 14. Februar

Im Zielraum sind zur Steuerung der elektronischen Anzeige-Tafeln, zur schnellen Information der Platzsprecher und Kommentatoren TV-Monitore installiert, auf denen jeweils der neueste Stand einer Konkurrenz angezeigt wird.

All das läuft im Echtzeit-Betrieb ab - am 14. Februar, dem heißesten Tag" der Spiele, werden insgesamt 32 Terminals simultan arbeiten -, während gleichzeitig im Rechenzentrum die Ergebnisse bereits

abgeschlossener Disziplinen im Batch zur Weitergabe an die schreibende Presse ausgedruckt werden.

Wenn Anfang richten Jahres bei den Übertragungen aus Innsbruck, alles klappt, die Ergebnisse ohne Verzögerung kommen, der "Richtige" aufs Treppchen steigt, dann haben Computer einen gut Teil Verdienst daran. Doch wehe, wenn etwas schief geht. Dann bekäme wohl Honeywell die Schuld.