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19.08.1994

Zeiterfassung fuer IT-Beschaeftigte Refa-Methode fuer IT-Abteilungen soll Wirtschaftlichkeit nachweisen

FRAMINGHAM (IDG) - Bei Fragen nach der Zeit, die ihre Mitarbeiter mit bestimmten Aufgaben verbringen, und nach den Kosten fuer deren Bewaeltigung muessen die meisten IS-Manager passen. Diese Wissensluecke wollen jetzt zwei amerikanische Konsortien mit Hilfe einer Software schliessen. Das Programm misst, wie viele Stunden IS- Kraefte mit verschiedenen Aufgaben verbringen, und errechnet exakt, welcher Prozess wie teuer ist.

65 Prozent ihrer Budgets geben die IS-Abteilungen amerikanischer Konzerne fuer die Gehaelter ihrer Mitarbeiter aus. Aber sie haben kein Detailwissen darueber, was diese Leute tun. Deshalb haelt es Jim Webber, President des Omicron-Konsortiums, fuer unerlaesslich, zu erfassen, womit DV-Mitarbeiter im einzelnen ihre Zeit verbringen.

Mit einer solchen quantitativen Erhebung, die die meisten Unternehmen bisher nicht durchfuehren wuerden, lasse sich relativ einfach feststellen, wie wirtschaftlich DV-Abteilungen arbeiten. In Webbers Konsortium, das im naechsten Monat seine Arbeit aufnehmen soll, sind rund 40 grosse Unternehmen aus verschiedenen Branchen vertreten. Petersen and Associates, die zweite Gruppe, die sich der Wirtschaftlichkeitspruefung von IS-Ressourcen verschrieben hat, arbeitet im Auftrag mehrerer Unternehmen aus der Finanzwirtschaft.

Beide Gruppen wollen fuer ihre Arbeit das Softwarepaket "Performa" benutzen, das von dem IT-Beratungshaus Michael Delia Inc., San Diego, entwickelt wurde. Dabei handelt es sich um eine datenbankbasierte Applikation, die die Zeit erfasst, die IS- Mitarbeiter mit bis zu 1600 verschiedenen Aufgaben verbringen. Weil das System den Stundenlohn jedes Angestellten kennt, kann es genau beziffern, wieviel Geld ein Unternehmen fuer jede Arbeit aufbringen muss.

IS-Manager sind misstrauisch

Die Software bewertet den Einsatz von Mitarbeitern, Zeit und Geld. Ausserdem werden Zusammenfassungen erstellt, die das Preis- Leistungs-Verhaeltnis der untersuchten Abteilung darstellen. Die Verantwortlichen koennten beispielsweise ablesen, ob Manager Arbeiten erledigen, die von weniger gut bezahlten Mitarbeitern ausgefuehrt werden sollten, erklaert Omicron-Mann Webber.

Unternehmen, die diese Benchmarks selbst vornehmen moechten, koennen die Software in Lizenz erwerben. Abhaengig von der Firmengroesse kostet das Paket zwischen 20 000 und 50 000 Dollar.

Webber und Peterson hoffen, dass Firmen die erzielten Ergebnisse mit den Resultaten anderer Haeuser vergleichen lassen und so die effektivsten IT-Abteilungen als Beispiel fuer andere dienen koennen. Allerdings sollen diese vergleichenden Studien ueber bis zu 20 Unternehmen zwischen 6000 und 30 000 Dollar kosten.

Susan Cramm, IT-Vizechefin bei Taco Bell Corp., haelt die beschriebene Form der Zeiterfassung eine gute Moeglichkeit dem Management nachzuweisen, was die IS-Abteilung eigentlich mache.

Chief Information Officers, die von der CW-Schwesterpublikation "Computerworld" zu dem Vorstoss der IT-Refa-Protagonisten befragt wurden, aeusserten sich dagegen kritisch: "Wir messen die Zeit nicht mehr, weil das dazu fuehrte, dass unsere Leute nicht mehr ins System kamen, wenn keine Projektnummer vergeben war", berichtet Dave Evans, Vice-President IT bei JC Penney Co., Dallas. "Jedem Einzelprojekt eine Nummer zu geben und die Zeit zu erfassen, die jeder Mitarbeiter damit verbracht hat, sah zwar in unseren Buechern gut aus, es half aber unseren Geschaeftspartnern ueberhaupt nicht, deshalb haben wir damit aufgehoert."

Webber kennt die Bedenken. Er schaetzt, dass 20 Prozent aller IS- Mitarbeiter und -Manager das Konzept ablehnen. Solle ein solches Instrument implementiert werden, muessten Mitarbeiter sicher wissen, dass die Ergebnisse nicht gegen sie persoenlich verwendet werden.