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07.09.1984 - 

Maschinenhersteller Windmöller & Hölscher sattelte im Konstruktionsbereich um:

Zeitraffer CAD behebt Kapazitätsengpässe

LENGERICH (CW) - Kapazitätsengpässe, der Mangel an qualifizierten Konstrukteuren und die vom Kunden geforderten kurzen Lieferzeiten haben den Maschinenhersteller Windmöller & Hölscher in Lengerich 1980 zur Anschaffung von CAD/CAM-Arbeitsplätzen bewogen. Nachdem sich bei den ersten Gehversuchen mit dem neuen System im Konstruktionsbereich eine erhebliche Kostenersparnis und eine qualitative Aufwertung der Angebotspläne abzeichneten, plant das Unternehmen im Raum Osnabrück nun eine Erweiterung seiner CAD/CAM-Anlage.

"Was früher bis zu vier Tagen dauerte, geht heute innerhalb eines Tages", berichtet der Leiter der CAD/ CAM-Abteilung, Karl Vöhringer, über die Erstellung von Angebotszeichnungen für den Kunden. Durch die schnellere Auftragserledigung könne das Unternehmen weitgehend auf externe Verarbeitungen verzichten. Das schlage sich natürlich auch im Kostenbereich nieder. Eine umfassende Kosten-Nutzen-Analyse hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit von CAD liege zur Zeit aber noch nicht vor, da man sich ja erst in der Aufbauphase befinde.

Viel Zeitaufwand für sieben Einzelpläne

Vor der Umstellung auf CAD mußte man bei Windmöller & Hölscher für eine Angebotszeichnung sieben gesonderte Pläne mit den verschiedenen Einzelbaugruppen erstellen und zusammenkleben, so zum Beispiel einen Kabelkanal-, einen Leitwalzen- und einen Hydraulikplan. Wenn sich nun bei der Konstruktion nachträglich etwas änderte, zog das eine Modifikation von allen sieben Plänen nach sich.

Derartige Arbeiten entfallen heute, weil die Einzelbaugruppen mittels CAD auf einer Ebene darstellbar sind. Die Möglichkeit zur Selektion einer Elementengruppe besteht aber weiterhin: Man kann am Bildschirm jede einzelne Ebene ein- und ausschalten beziehungsweise am Drucker "ausplotten" lassen. Im Falle einer gewünschten Änderung im Nachhinein "setzt" der Rechner selbständig bei allen Einzelplänen den "Rotstift an" und nimmt notwendige Neugestaltungen vor.

Angebotszeichnung ist Visitenkarte

Als einen weiteren Pluspunkt von Computer Aided Design (CAD) wertet der Leiter der Abteilung CAD/ CAM bei Windmöller & Hölscher die Tatsache, daß man dem Kunden viel sauberere und präzisere Zeichnungen vorlegen kann. "Die Angebotszeichnungen sind unsere Visitenkarten", hebt er hervor.

Zur Zeit befinden sich in der Konstruktionsabteilung des Lengericher Unternehmens erst sechs Bildschirmarbeitsplätze, ihre Anzahl soll jedoch im Laufe der nächsten Zeit sukzessive ausgebaut werden. Im Rahmen der Aufrüstung will der Maschinenhersteller auch die NC-Programmierung verstärkt einführen. Ziel ist es laut Vöhringer, die Zeichnung von Schaltplänen für die Brennschneide-, Bohr- und Fräsmaschinen computerunterstützt zu fertigen. Dafür brauche man allerdings nicht nur mehr Bildschirme, sondern auch eine höhere Rechnerkapazität. Nähere Ausführungen wollte das Unternehmen in diesem Zusammenhang aber nicht machen.

Kürzere Bildaufbauzeiten in Sicht

Die Entscheidung für das Vertriebsunternehmen Applied Graphics Systems (AGS) fiel eigenen Angaben zufolge bei der Lengericher Maschinenfabrik in erster Linie aufgrund des günstigen Preis/Leistungs-Verhältnisses des angebotenen CAD/CAM-Systems und der langen Referenzliste von AGS. Wenn auch AGS für den Maschinenhersteller viele Punkte auf der Habenseite für sich verbuchen kann, so hat dieses System laut Vöhringer doch auch einige kleine Schwächen. In erster Linie beklagte der Leiter der CAD-Abteilung die langen Bildaufbauzeiten auf den über Telefondrähte dezentral mit dem Rechner verbundenen Terminals.

Jedoch knobele man bei AGS - das Unternehmen gehört übrigens seit einigen Monaten zu Computervision - derzeit an einer Lösung dieses Problems. So sei geplant, neben dem CAD-Arbeitsplatz einen Lokalspeicher zu installieren. Vöhringer: "Man könnte dann die Daten einer Zeichnung direkt auf den Bildschirm abrufen und durch Hardware-Zooming verändern."

Das Unternehmen

Windmöller & Hölscher

Branche: Maschinenbau (Druck- und Verarbeitungsmaschinen, Strangpressen)

Firmensitz: Lengerich bei Osnabrück

Gründungsdatum: 1869

Vertrieb: weltweit über eigenes Vertriebsnetz, wobei der Export 75 Prozent beträgt

Zahl der Mitarbeiter: 3000, davon 2000 in Lengerich, die übrigen sind auf verschiedene Niederlassungen verteilt. Im Konstruktionsbereich des Lengericher Unternehmens sind derzeit 220 Mitarbeiter tätig.

Kosten für das CAD-System: rund 45 000 Mark pro Monat (Leasinggebühren).

Die Hardware

Zentralrechner Prime 550 mit einem 64-MB-Plattenspeicher (davon 16 MB wechselbar) und einem Plattenlaufwerk mit 300 MB

4 grafische Bildschirme Tektronix 4114 mit Refresh-Eigenschaften

1 Raster-Scan-Bildschirm von Westward

6 alphanumerische Bildschirme Typ "Julia" von AGS

1 Drucker Typ Mannesmann-Tally von Versatec

1 elektrostatischer Plotter von Versatec.

Die Software

Softwarepaket Medusa von AGS mit den Modulen:

Parametrik

Schraubenkatalog

DIN-Norm-Teile

Betriebssystem Primus

Softwarepaket Exapt für die NC-Programmierung.