Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Zwei Riesenaufträge des Verteidigungsministeriums ausgesetzt


05.01.1990 - 

Zenith protestiert gegen den US-Airforce-Auftrag an Unisys

MENLO PARK (IDG/CW) - Die beiden größten Aufträge, die das US-Verteidigungsministerium im Jahr 1989 vergeben hat, sind bis zur Klärung von Beschwerden ausgesetzt. Gegen den Airforce-Kontrakt im Wert von 700 Millionen Dollar, den die Unisys Corp. ergatterte, legte Zenith Data Systems Protest ein. Deren 540 Millionen-Dollar-Deal mit der US-Navy ruht allerdings ebenfalls wegen Beschwerden.

Die Entscheidung der amerikanischen Luftwaffe, der Unisys Corp. den Zuschlag für den sogenannten Desktop-III-Vertrag zu erteilen, der die Lieferung von 250 000 PCs vorsieht (siehe COMPUTERWOCHE vom 15. Dezember 1989, Nr. 157 Seite 37), ist beim nicht berücksichtigten Mitbewerber Zenith Data Systems auf wenig Gegenliebe gestoßen. Das Unternehmen hat wegen angeblicher Verletzungen der Beschaffungs-prozeduren am 27. November 1989 beim General Service Administration Board of Contract Appeals (BOCA) Protest eingelegt. Die Beschwerde läuft auf die Behauptung hinaus, Unisys habe ausländische Komponenten benutzt.

Zenith beschuldigt die Airforce, ihren eigenen Kriterienkatalog außer Kraft gesetzt zu haben, weil sie Unisys in erster Linie nach Preis- und nicht nach technischen Gesichtspunkten ausgewählt habe. Außerdem hätte der Gewinner mit den Personal-Workstations Serie 2 den "Trade Agreements Act" gebrochen, wenn die Airforce nicht in letzter Minute einen numerischen Coprozessor an den Lieferumfang angekoppelt hätte. Zenith zufolge bietet Unisys einen malayischen Coprozessor an, obwohl eine amerikanische Bezugsquelle vorhanden gewesen wäre.

Richter Robert Parker von der BOCA gab der Bitte von Zenith statt und setzte den Vertrag bis zur Klärung der Vorwürfe aus. Jochen Rösner, Pressesprecher bei der Unisys Deutschland GmbH, gibt sich trotz des Protestes zuversichtlich: "Es ist zwar insofern für uns etwas brisant, weil wir den Ausschluß von Regierungsausschreibungen gerade hinter uns haben, aber es hätte uns gewundert, wenn niemand Protest eingelegt hätte. "Der Auftrag ruhe zwar im Moment, aber Unisys Amerika kooperiere weiter mit der Airforce, um dann, wenn die Sache geklärt sei, den Vertrag so schnell wie möglich erfüllen zu können. "Wir rechnen mit einer Entscheidung bis Ende Januar. Die Airforce würde wohl nicht weiter mit uns zusammen-arbeiten, wenn irgendwelche Bedenken bestünden", erklärt Rösner weiter. Ironischerweise war es die Zenith Data Systems gewesen, denen Analysten im Falle einer Vertragszuteilung wegen der Übernahme durch den europäischen Bull-Konzern Schwierigkeiten vorausgesagt hatten.

Der Übernahmekandidat selbst mußte allerdings auch hinnehmen, daß gegen sein "Zuckerl" - den 543 Millionen-Dollar-Kontrakt mit der US-Navy (siehe COMPUTERWOCHE vom 24. November 1989, Nr 48, Seite 47) - von der Government Tehnology Services Inc. (GTSI) aus Chantilly, Virginia, Protest erhoben wurde. Das Unternehmen behauptet, Zenith habe die Navy zum einen mit falschen Informationen über den Preis von Software versorgt. Zum anderen wirft GTSI der US-Marine vor, unerlaubterweise - noch nach dem Einreichen der Angebote - Gespräche mit Zenith geführt zu haben. Der über sieben Jahre laufende Vertrag, der vorsieht, alle Abteilungen des US Verteidigungsministeriums mit Peripherie und Software zu versorgen, wurde ebenfalls bis zur Klärung der Behauptungen ausgesetzt.