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29.01.1993

Zensuren gibt der Anwender

Kein Zweifel, mit Ankuendigung von "Vines 5.5" auf der Networld in Boston hat Banyan Systems im Vorfeld eines wahrscheinlich moerderischen Showdowns in Sachen Enterprise Networking fruehzeitig Position bezogen. Hinter dem Schachzug des raschen Announcements duerften sich zwei wesentliche Absichten verbergen: erstens Novell und Microsoft potentielle Kunden abzujagen, noch ehe "Netware 4.0" und "Windows NT" auf den Markt kommen. Zweitens - und das erscheint noch viel plausibler - die Funktionalitaet von Vines durch ueberzeugende Features ins Bewusstsein der Entscheider zu rufen.

Wenn Banyan ueberhaupt einen Trumpf ausspielen kann, dann ist es die Erfahrung auf dem Gebiet des Enterprise Networking, insbesondere mit dem anerkannten Directory Service "Streettalk". Doch die Konkurrenz schlaeft nicht. Novell zieht bei Netware 4.0 mit dem "Netware Directory Service" nach und kann mit dem Pfund einer gigantischen Masse eingefleischter Netware-User wuchern. Grund, sich auf den Streettalk-Lorbeeren auszuruhen, besteht fuer Banyan also nicht, zumal die US-Company erst vor zwei Jahren aus ihrem Dornroeschenschlaf erwachte und ernsthaft begann, Vines zu vermarkten.

Trotz eines guten Produktes steht Banyan mit dem Ruecken zur Wand. Mit acht Prozent Marktanteil in den USA rangiert Vines zwar vor dem LAN Server und LAN Manager, sollte es aber zu dem prognostizierten Shackout kommen, wird Banyan gegen die Giganten Microsoft und Novell kaum etwas ausrichten koennen, wenn Experten nicht einmal IBM Chancen einraeumen. Fuer Banyan war es deshalb ein Gebot der Stunde, die inkompatiblen Versionen Vines 4.1 und 5.0 zusammenzufuehren und herausragende Merkmale einzubauen. Das ist durch die Implementierung von APIs gelungen, die es Programmierern erlauben, Daten aus Streettalk III in Directory-basierte Applikationen wie zum Beispiel Lotus Notes zu integrieren. Weitere Positiva sind WAN-Features wie Remote Source Level Routing fuer Token-Ring-Netze sowie ISDN- und T1-Support. Die Kompatibilitaet zu Novell- und Microsoft-Produkten tut ein uebriges. Banyan hat seine Hausaufgaben gemacht. Jetzt liegt es an den Anwendern, die Zensuren zu verteilen. pg