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01.06.2001 - 

Kolumne

"Zerberus im mobilen Zeitalter"

Heinrich Vaske Chefredakteur CW

Dass sich Informationstechnik rasant weiterentwickelt, ist ein Allgemeinplatz; leider wird dieser Prozess grundsätzlich als Fortschritt interpretiert - immerhin ein Irrtum, von dem eine ganze Branche vortrefflich lebt.

Nehmen wir ein banales Beispiel: Sie möchten mit Ihrem Verhandlungspartner einen Termin abstimmen. Anstatt einen simplen Taschenkalender oder einen bewährten Time-Planner zu zücken, zieht Ihr Gegenüber mit sportlicher Geste einen Palm-Handheld aus dem Sakko. In diesem Moment ahnen Sie bereits: Der Abstimmungsprozess wird länger dauern als nötig. Das kostet Zeit, Nerven und letztendlich auch Geld.

Das wäre nicht weiter tragisch, wenn es ein Einzelfall wäre. Ist es aber nicht. Mitarbeiter daddeln mit ihren Handhelds und Handys, verschicken und verwalten berufliche wie private SMS-Nachrichten oder E-Mails, surfen im Internet, konfigurieren, synchronisieren, programmieren ohne Ende - und wundern sich gegen Feierabend, wo die Zeit geblieben ist.

Als die Gartner Group erstmals über "Total Cost of Ownership" schrieb, hatte sie den PC im Visier. Fünfstellige Beträge pro Arbeitsplatz gingen jährlich verloren, weil Service und Support oder auch der freundliche Büronachbar die technischen Probleme während der Arbeitszeit lösen, behaupteten die Auguren. Addiert man die Kosten rund um Handys, Notebooks und PDAs hinzu, kommen noch ganz andere Summen zustande.

Dabei ist die schöne neue Mobile-Welt erst im Entstehen. Künftige Standards wie GPRS und UMTS werden dazu führen, dass die Kosten rund um Gadgets, Kommunikation und damit auch Personal weiter steigen. Irgendwie müssen die Telcos schließlich die enormen Aufwendungen für ihre UMTS-Lizenzen wieder hereinholen.

Kommunikation ist kein Selbstzweck, sie ist Mittel zum Zweck und sollte als solches behandelt werden. Unternehmen werden deshalb nicht um Tabubrüche herumkommen. Der ausufernde E-Mail-Verkehr muss verwaltet, gefiltert und notfalls eingedämmt werden. Geräte für den mobilen Einsatz sollten nicht flächendeckend, sondern kontrolliert ausgegeben werden - und zwar nur dort, wo sie nachweislich Vorteile bringen. IT-Verantwortliche müssen aus Sicherheits-, Kosten und Verwaltungsgründen darüber informiert sein.

Für die ohnehin mit Imageproblemen behaftete IT ist es keine einfache Aufgabe, im mobilen Zeitalter den Zerberus zu spielen. Sie wird es aber nicht vermeiden können.