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25.04.1980 - 

Substanzverlust für die Branche:

Zersplitterung der Kräfte zu befürchten?

BASEL (sg) - Wer den Entwicklungsprozeß der Softwarefirmen in der Schweiz aufmerksam mitverfolgt hat, der wird nicht umhinkönnen, festzustellen, daß es abgesehen von den immer vorhandenen Ausnahmen bislang kaum einer der immerhin 200 Firmen vergönnt war, sich im Verlauf einiger Jahre zu einer lebensfähigen Unternehmensgröße hin zu entwickeln.

Dafür, daß dem so ist, sprechen viele Gründe. Und das obwohl es sich in einem seit Jahren vom Boom genährten Markt doch eigentlich ganz gut leben lassen sollte Vielleicht gar zu qut so daß man dabei vergessen haben konnte einmal an seine unternehmerische Zukuntft zu denken Naturlich nur man Oberhaupt unternehmerisch zu denken vermag, was in Anbetracht der Situation einer ganzen Reihe von Softwarefirmen durchaus bezweifelt werden darf.

Im Grunde genommen leben die Softwarefirmen, deren Tätigkeitsfeld sich heute nur noch selten in der reinen Entwicklung von Computerprogrammen erschöpft, doch immer nur von der Hand in den Mund. Wenigstens soweit sie sich auf rein kommerzielle Aufgaben hin orientiert haben, und das dürfte mit Sicherheit für rund 80 Prozent gelten. Dabei können sie sich vorläufig noch wie im Schlaraffenland fühlen, denn die sattsam bekannte Personalknappheit, läßt ihnen die Aufträge für Softwareentwicklung beziehungsweise EDV-Unterstützung nur so zufliegen.

Kein Wunder, daß diese Situation die Softwarefirmen wie Pilze aus dem Boden wachsen läßt. Im Vertrauen auf eine zukunftsträchtige und gegen Rezessionen gefeite EDV, ist eine wahre Gründungseuphorie über uns hereingebrochen, die - wenn sie sich fortsetzt, was durchaus anzunehmen ist - in weniger als zwei Jahren zu einer zahlenmäßigen Verdopplung der Softwarefirmen in der Schweiz führen wird.

Um keine Mißverständnisse aufkommen zulassen, sei festgestellt, daß wegen dieser zahlenmäßigen Verdopplung keineswegs nun auch eine Leistungsverdopplung zu erwarten ist. Dafür sorgen schon die Softwarefirmen selber. Sie tragen nämlich durch Personalabgang aus ihren Reihen wesentlich dazu bei, daß ständig neue Softwarefirmen entstehen. Natürlich geschieht das kaum mit ihrer Zustimmung. Was indes wenig an der Tatsache ändert, daß sie, die Inhaber oder Unternehmensleiter der Softwarefirmen, offensichtlich keine Möglichkeit besitzen, um dieser Zersplitterung der Kräfte, denn genau darauf läuft es ja letztendlich hinaus, wirksam begegnen zu können.

Diese Entwicklung ist im Hinblick auf die sich für Softwarefirmen bietenden, zukünftigen Aufgaben alles andere als wünschenswert. Zum einen, weil die Zersplitterung der Kräfte einen echten Substanzverlust für die gesamte Branche bedeutet und zum anderen, weil zunehmend größere EDV-Projekte zur Ausführung gelangen, zu deren Bewältigung die Anwenderfirmen nach entsprechend großen Softwarefirmen als Partner verlangen werden Darauf zu setzen daß setzen daß sich allenfalls auch bei Bedarf mehrere Kleine zu einer Arbeitsgemeinschaft als Softwarefirma zusammen finden könnten, ist schon deswegen wenig erfolgversprechend, weil in Ermangelung von wirklichem, sich ergänzenden Spezialwissen einer dem anderen nur immerzu als Konkurrent begegnen würde.