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08.04.1983 - 

Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung:

Zertifikate für Fortran- und Cobol Compiler

Über die Bewertung von Compilern zerbricht sich die Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung, St. Augustin, auf ihrem Messestand in Halle 3 den Kopf.

Die Normen für Programmiersprachen wie zum Beispiel Cobol (DIN 66028) und Fortran (DIN 66027) legen die Syntax der Sprache fest. Für die Implementation jedoch ist dies nicht immer hinreichend genug. Manchmal ist sogar bewußt noch eine Lücke in der Sprache offengelassen worden; manchmal ist die Norm nicht eindeutig; manchmal wird die Norm nicht richtig verstanden. In all diesen Fällen muß man sich jedoch für eine einzige Lösung entscheiden.

In der Praxis führt dies natürlich zu Compilern, die unterschiedliche Ergebnisse liefern, das heißt zu Compilern mit unterschiedlicher Semantik. Diese "Fehler" sind deshalb besonders heimtückisch, weil sie durch keinen Syntaxprüfer (Syntaxchecker), also schon frühzeitig, erkannt werden können. Sie fallen erst durch Zufall auf, wenn das Kind schon lange im Brunnen liegt.

Portable Quellprogramme (source checks) sind unter diesen Umständen so gut wie unmöglich oder reiner Zufall. Beides aber ist nicht Sinn der Normung! Ihr Ziel ist es ja gerade, die Portabilität eines Programms von der Rechenanlage A auf die Anlage B eines anderen Herstellers zu gewährleisten.

Hier steht genau die Validation und Zertifikation von Compilern an. Da Cobol die bedeutendste Programmiersprache in den USA ist, hat man dort mit dieser Sprache angefangen. Heute wird noch Fortran und Minimal Basic in USA validiert. Unter Validation versteht man in diesem Zusammenhang die Überprüfung eines Compilers auf Einhaltung und Erfüllung der Norm.

Bei genauerem Hinsehen müßte man besser von Falsifikation sprechen, denn es kann immer nur geprüft werden, ob ein Compiler in Testprogrammen keine "Fehler", das heißt Abweichungen vom erwarteten Ergebnis liefert. Wenn keine Fehler mehr festgestellt werden, heißt dies natürlich noch nicht, daß dieser Compiler "fehlerfrei" ist.

Ein so validierter Compiler erhält in aller Regel ein auf zwölf Monate befristetes Zertifikat. Danach wird eine Folgevalidation notwendig, die zu einem neuen Zertifikat führt, wenn alle Fehler aus vorangegangener Validation eliminiert sind. Neue Fehler - es ist bekannt, daß 80 Prozent der Übersetzungsfehler in Verbesserung alter Fehler begründet sind - sollen zwar nicht, können aber auftreten, ohne daß das neue Zertifikat dadurch gefährdet wird.

Die GMD hat wie auch Institutionen in Großbritannien und Frankreich nicht nur die in USA gebräuchlichen Validationsroutinen und -unterlagen erworben, sondern auch einen Mitarbeiter dort schulen lassen. Sinn und Zweck dieses Unterfangens sind die gegenseitige Anerkennung der Zertifikate, was durch Anwendung nicht nur der gleichen Elle, sondern auch der gleichen Prüfmethode zu vergleichbaren Ergebnissen führt, ohne daß ein Hersteller mehrfache Validationskosten aufbringen muß.

Die GMD informiert über die Validation und Zertifikation von Compilern auf der Hannover-Messe '83 in den CeBIT-Hallen. Auf diesem Messestand werden außerdem das Exponat "Mikrocomputer für die Schule" und das "Softwaresystem Rastermail" präsentiert. Darüber hinaus ist die GMD auf dem Innovationsmarkt der Hannover-Messe 1983 am Gemeinschaftsstand der Arbeitsgemeinschaft der Großforschungseinrichtungen in Halle 7 mit ihrem Transport-Optimierungs-Programm TOP vertreten.

Informationen: GMD, Postfach 1240, 5205 St. Augustin, Tel.: 0 22 41/141, Halle 3, Stand 1301, Halle 7, Stand 912/921