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23.12.1994

Zertifizierung in den eigenen Labors Microsoft trimmt Windows 95 ganz auf Plug-and-play-Kurs

PARIS (IDG) - Microsoft hat gute Chancen, Windows 95 zum Inbegriff des Plug-and-play-Betriebssystems zu machen. Obwohl Konkurrenzprodukte Vergleichbares leisten und die naechste Windows- Version fruehestens im Sommer naechsten Jahres erhaeltlich ist, scheint Microsoft der Erfolg sicher.

"Plug and play" heisst die Loesung fuer das groesste PC-Problem: Einen Rechner um zusaetzliche Platinen oder Peripheriegeraete zu erweitern, ohne dass dabei Hand angelegt werden muss oder Bedienungsanleitungen gewaelzt werden muessen. Die Plug-and-play- Funktion soll die naechste Version von Windows zu einem wirklich einfach zu bedienenden Betriebssystem machen.

Umstritten ist allerdings, ob Windows 95 tatsaechlich das erste und einzige derartige Betriebssystem ist. "Microsoft hat alle Leute davon ueberzeugt, dass Plug and play eine Erfindung des Hauses ist", kommentiert Will Zachmann, President von Canopus Research in Duxbury, Massachusetts. "IBM kann die gleichen Funktionen bieten, doch dort hat man keinen so grossen Rummel gemacht."

Im Herbst 1994 hatte IBM tatsaechlich einige Anzeigen geschaltet und auf eine Funktion in OS/2 Warp hingewiesen, die PCMCIA-Karten automatisch erkennt und konfiguriert. Microsoft hatte damals gekontert, dass alle weitergehenden Plug-and-play-Funktionen jedoch nicht in OS/2 Warp enthalten seien. Oliver Bailey von der OHB Software Inc. in McHenry, Illinois, konnte allerdings zeigen, dass OS/2 auch SCSI-Karten und -Geraete erkennt und die noetigen Hilfsprogramme laedt - genauso gut wie Windows 95.

"Im Vergleich zu Windows 95 funktioniert in OS/2 alles sehr aehnlich", sagte Bailey. Nur wenn SCSI-Geraete im Betrieb gewechselt werden sollen, bietet Windows 95 mehr: Das IBM-Betriebssystem muss in diesem Fall neu gestartet werden.

Bei Apple gibt es Plug and play schon lange

Besitzer eines Apple-Macintoshs kennen schon einige Jahre die Vorteile einer Rechnererweiterung ohne Unvertraeglichkeiten zwischen einzelnen Bausteinen. "Ich will nicht leugnen, dass sich in der Vergangenheit ein Macintosh leichter erweitern liess als ein PC", raeumt Carl Stork, bei Microsoft verantwortlich fuer Windows- Hardware, ein. "Doch deshalb gibt es beim Mac auch nur wenige Dritthersteller. Kein PC-Hersteller ausser Apple kann die Hardware- Architektur aendern und sich dabei nur mit den eigenen Abteilungen abstimmen."

Microsoft will jetzt mit aller Kraft Windows 95 zum Synonym fuer Plug and play machen. Ein Beispiel: Das Unternehmen wird ein Logo an Computer- und Adapterhersteller vergeben, deren Produkte der Plug-and-play-Definition entsprechen. Der Text auf dem Aufkleber lautet "Designed for Windows 95".

"Damit wollen wir PC-Anwender auf Plug-and-play-Produkte hinweisen", sagt Stork. "Wer den Aufkleber benutzen will, muss Hilfsprogramme (Treiber) fuer Windows 95 anbieten, die Plug-and- play-Richtlinien einhalten und den Test im Microsoft-Labor bestanden haben."

Die Richtlinien seien unabhaengig vom Betriebssystem, sagte Stork weiter, und koennten von jedem Hersteller genutzt werden.

Am Ende wird die Marktdominanz wieder einmal von Kleinigkeiten abhaengen, etwa davon, ob die Adapterhersteller Hilfsprogramme fuer mehrere Betriebssysteme anbieten. "Man kann Hardware fuer Windows und OS/2 Plug-and-play-kompatibel machen", erlaeutert Ted Julian vom Marktforschungsinstitut International Data Corp. in Framingham, Massachusetts.

"Der Hersteller muss entscheiden, fuer welches Betriebssystem er Treibersoftware anbietet. Wenn seine Gewinnspanne aber relativ klein ist, wird er wahrscheinlich zuerst die Software fuer Windows schreiben und dann, wenn ueberhaupt, fuer OS/2."