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22.10.1982 - 

F & S: Hotels werden zu Arbeitszentren reisender Führungskräfte:

Zimmer-Fernseher wird zum DV-Terminal

LONDON (nw) - Die meisten europäischen Hotels setzen ihre Kommunikationsanlagen noch vollkommen voneinander getrennt ein. Integrierte Systeme sind deshalb nach Ansicht des Londoner Marktforschungsinstituts Prost & Sullivan Ltd. (P & S.) das entscheidende Stichwort. Dabei sollten die Schlafstätten künftig eine neue Rolle spielen und zwar als erweitertes elektronisches Büro: Sie würden damit zu Arbeitszentren, in denen Videokonferenzen abgehalten werden können: auch in die Hotelzimmer-Fernseher sollen Terminalfunktionen integriert werden.

Europäische Hersteller sind sich den Londoner Marktforschern zufolge bewußt, daß sie künftig ihren geschäftlich engagierten Gästen wesentlich bessere Kommunikationsmöglichkeiten bieten müssen, um sie als Kunden halten zu können. Hier biete sich eine Marktchance für Computerhersteller und Dienstleistungsunternehmen. Denn nach F & S-Voraussagen soll der Hotel-/ Motelmarkt bis 1983 das Fünffache des Jahres 1981 umfassen. So erreiche während der nächsten Dekade der Absatzmarkt für integrierte Hotel-Kommunikationssysteme, welcher Dienste wie Video- und Telekonferenzen, rechnergestützte Hotelvermittlungen und Satelliten-Endverbindungen umfasse, kumulativ 6,7 Milliarden Dollar. Von den 32 Millionen Dollar des Jahres 1981 werde der Markt sich bis 1983 auf 171 Millionen Dollar vergrößert haben, bis 1985 rund 375 Millionen und bis 1989 sogar die Milliarden-Grenze (1,8) erreicht und überschritten haben.

Die Studie mit dem Titel "Der Absatzmarkt für integrierte Fernmeldesysteme in europäischen Hotels/Motels" basiert den F & S-Forschern zufolge auf logischen Grundlagen: In Europa sei nämlich der Tourismus nicht nur der zweitgrößte Industriezweig - Erdöl nehme die Nummer eins ein - sondern es werde auch noch erwartet, daß dieser pro Jahr um zumindest 7,5 Prozent zunimmt (weltweit 3,5 Prozent).

Dabei kämen fast die Hälfte der Einnahmen der europäischen Hotels von Gästen, die sich geschäftlich auf Reisen befinden.

Erst wenige Hotels rechnergestützt

Der größte Absatzmarkt seien natürlich die Hotelketten, die fünfzehn Prozent des gesamten Hotelbestandes in Europa ausmachten. Hier sei es auch, wo die größten Marktchancen zu finden wären. "Im Moment ist der Betrieb bei Hotelketten in Europa nur zu zehn Prozent rechnergestützt", betont der Bericht.

Im übrigen sei auch der Kostenfaktor nun kein Hindernis mehr, daß sich unabhängige Übernachtungsstätten ganz aus den neuen Technologie-Anwendungen heraushielten. Denn moderne Kommunikation sei heute bereits in die Reichweite selbst der kleineren Hotels gerückt. Der unleugbare Vorteil computergestützter Hotelvermittlungen, Reservierungssysteme und der Abrechnung im Hauptbüro rege gleichzeitig das Interesse an diesen Anlagen an.

Doch bislang würden die Systeme noch nicht integriert: Minicomputer an der Rezeption und im Hauptbüro erledigten zwar die Routinearbeit der Rechnungslegung, Lohnliste, Bestandskontrolle und allgemeiner Buchhaltung. Doch die Fernseher auf den Zimmern seien eben nur zum Fernsehen da und selbst wenn Konferenzräume und Textanlagen vorhanden seien, werden sie nach den F & S-Erfahrungen nicht integriert, sondern als separate Anlagen verwandt.

Um so größer ist nun nach Ansicht der englischen Marktforscher die Chance, kreativ konzipierte Systeme abzusetzen. Als Beispiel führt hier die Studie die Integration des Zimmerfernsehers mit einer Tastatur an, so daß Telexnachrichten gesendet werden könnten.

Sonstige Möglichkeiten seien Satelliten-Endverbindungen, so daß der Hotelgast mittels seines Fernsehers an internationalen Konferenzen teilnehmen, geschäftliche oder sonstige Nachrichten von Associated Press abrufen und auf seinem TV selbst Daten erzeugen kann. Der Hotelzimmer-Fernseher werde damit zusehends zu einem Mehrzweckterminal.

Für das Hotel selbst bedeute ein solches integriertes System zentrale Kontrolle sämtlicher Dienstleistungen, Zimmer- und Gebäudesicherung, Audio- und Video-Personenruf sowie schnellen Zugang zu Bestands- und sonstigen Aufzeichnungen.

Weitere Informationen bezüglich der Studie sind zu erhalten bei Frost & Sullivan, Ltd., 104-112 Marylebone Lane, London, WIM 5FU, Tel.: 01-4 86-83 77/83 79.