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17.01.2003 - 

IBM versetzt Lotus-Chef

Zollar muss zur I-Series-Sparte

MÜNCHEN (CW) - Eine interessante Personalie gibt es von IBM zu vermelden: Al Zollar (48), seit 26 Jahren beim Konzern und seit dem Jahr 2000 als Nachfolger von Jeffrey Papows Chef von Lotus (inzwischen Big Blues Lotus Software Group), wird einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge neuer General Manager des I-Series-Server-Bereichs (vormals AS/400). In einer internen E-Mail sei die Versetzung angekündigt worden, schreibt das Blatt.

Zollar löst in der Hardwareabteilung Bill Duncan ab, der seinerseits zur Software Group wechselt und dort Partner betreuen wird. Neuer Chef der Lotus Software Group wird Ambuj Goyal (46), der zuvor die Position eines General Managers der Software Group für Lösungen und Strategie bekleidete. Die genauen Hintergründe des Personalkarussells sind nicht bekannt - und das, obwohl es zu den Gepflogenheiten der IBM gehört, die Gründe für Versetzungen zu nennen.

Experten sehen Lotus seit geraumer Zeit als wunden Punkt im Softwareportfolio des Computerriesen aus Armonk. Unter anderem geht das Gerücht, der Bereich habe in mehreren Quartalen des vergangenen Geschäftsjahres rote Zahlen geschrieben. IBM weist die Lotus-Ergebnisse nicht separat aus.

Lotus gehörte mit seiner erfolgreichen Tabellenkalkulation "1-2-3" zu den PC-Softwareanbietern der ersten Stunde, fiel aber mit der Zeit hinter Microsoft zurück. Das Unternehmen fokussierte sich später auf die Messaging- und Groupware-Lösung "Notes/Domino" und wurde 1995 von IBM im Zuge einer feindlichen Übernahme für 3,5 Milliarden Dollar geschluckt.

An der Unternehmensspitze standen zunächst frühere Lotus-Manager, Zollar - einer der ranghöchsten farbigen Manager bei Big Blue - war der erste IBM-Mann an der Spitze der Softwaretochter. Er konzentrierte sich vor allem auf die Integration von Lotus in den Gesamtkonzern. (hk)