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04.09.1992 - 

Totenglocken läuten

Zu hohe Marketing-Ausgaben brachen Momenta das Genick

SAN MATEO (IDG) - Nach einem letzten erfolglosen Versuch, das Unternehmen an eine asiatische Company zu verkaufen, kam in der vergangenen Woche das endgültige Aus für die Momenta Corp. Noch ist unternehmensnahen Quellen zufolge nicht entschieden, ob Momenta liquidiert oder ob Konkurs angemeldet werden soll.

"Pioniere sind die Jungs mit Pfeilen im Rücken", beschreibt David Mack, Analyst und Spezialist für Pen-Computing bei der Workgroup Technologies Inc., Hampton, New Hampshire, das Schicksal von Entrepreneuren, die ihrer Zeit zu weit voraus sind. "Wenn man mit einem Produkt technisches Neuland betritt, muß man die Anwender zuerst dafür gewinnen, und das ist extrem kostspielig." Mehrere Analysten teilen Macks Überzeugung, daß die enorm hohen Marketing-Ausgaben Ursache für das Scheitern von Momenta sind. Andere Beobachter machen hingegen technische Mängel des Momenta-Rechners wie Gewicht, fehlende Hintergrundbeleuchtung des Displays und den zu hohen Stromverbrauch für den Fehlschlag verantwortlich.

Ein tragbarer Pen-PC müsse sich in erster Linie als wettbewerbsfähiger Notebook-Rechner mit Tastatur und erst in zweiter Linie als Pen-System auszeichnen, betonte beispielsweise Allen Isaacson Pen-Computer-Analyst beim Beratungshaus Dreamit in Colorado Springs, Colorado: "Rechner mit reflektierenden Displays zu hohen Preisen und fehlendem Diskettenlaufwerk lassen sich einfach schlecht verkaufen."

Das Ende des nun kollabierten Unternehmens - bis auf zehn Mitarbeiter sind bereits alle entlassen - hatte sich schon in den vergangenen neun Monaten angedeutet, während derer das Momenta-Management mehrmals versuchte, das Unternehmen umzuorganisieren.

Die deutsche Tochter des Pen-Book-Herstellers mußte bereits am 13. Juli dieses Jahres nicht einmal ein Jahr nach ihrer Gründung - ihre Tore schließen (siehe CW Nr. 29 vom 17. Juli 1992, Seite 2, "Die Momenta Computer GmbH mußte jetzt Konkurs anmelden").

Der letzte Versuch, mit einem blauen Auge davonzukommen und die Firma zu veräußern, scheiterte unternehmensnahen Quellen zufolge am Geldmangel. Zwar hätte ein asiatisches Unternehmen Interesse an einer Übernahme gezeigt, aber wegen der allzu dünnen Finanzdecke konnte das Momenta-Management den Betrieb nicht mehr lange genug aufrechterhalten. Zur Zeit werde von den Verantwortlichen überlegt, ob Momenta liquidiert oder ob Konkurs angemeldet werden soll.