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08.02.2005 - 

Kolumne

Zu wenig Rückhalt für SBS

Wenn Siemens nicht bald ein klares öffentliches Bekenntnis zur Servicesparte SBS abgibt, dann erledigt sich das Thema von selbst. Welcher Großkunde legt vertrauenswürdige IT-Aufgaben in die Hand eines Dienstleisters, von dem er nicht weiß, ob und in welcher Form es ihn morgen noch gibt? SBS droht in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.

Kurz nach seinem Amtsantritt hat Siemens-Chef Klaus Kleinfeld einen erneuten Personalschnitt bei SBS angekündigt (siehe Seite 1). 1000 Mitarbeiter müssen gehen, ohne dass irgendetwas über die weitere Strategie des Bereichs verlautet wäre. Dabei ist die Frage nach einer klaren und haltbaren Geschäftsstrategie für SBS keineswegs neu. Sie wird immer wieder dann gestellt, wenn der Zentralvorstand des Elektronikriesen unverständliche Entscheidungen trifft oder sich nicht zu einem eindeutigen Votum durchringen kann. Das war zuletzt beim Weggang Paul Stoddens der Fall oder als bekannt wurde, das 800 SBS-Vertriebsleute in den Regionalvertrieb von Siemens überwechseln, der den Verkauf sämtlicher Produkte vom Kraftwerk bis zum Hörgerät verantwortet. Schon damals fühlten sich die Befürworter einer SBS-Zerschlagung bestätigt: Ohne eigenen Vertrieb, so dachten sie, sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis das Wartungsgeschäft zu Fujitsu-Siemens hinübergereicht und das Outsourcing-Geschäft verkauft würde. Aber offenbar mag der Vorstand sich nicht ohne wirkliche Not von über fünf Milliarden Euro Umsatz trennen - auch wenn sie nicht profitabel sind. Zumal er gleichzeitig mit dem Verkauf eine globale Outsourcing-Entscheidung für Siemens treffen würde.

Also heißt es - besonders schmerzlich für Marktbeobachter, Konkurrenten, Kunden und Mitarbeiter - weiter zu spekulieren. Zählt Siemens die Servicesparte nun zum Kerngeschäft, oder ist sie dem Vorstand unnötiger Ballast auf dem Sprung zu höheren Kapitalrenditen? Je länger Siemens mit der Anwort zögert, desto stärker verdüstern sich die Perspektiven für SBS: sowohl für eine Zukunft als erfolgreiche Service-Division als auch für einen gewinnträchtigen Verkauf. Das weiß auch Kleinfeld, trotzdem wartet er weiter - wohl auch deshalb, weil er mit einem Verkauf der SBS das gesamte IT-Geschäft von Siemens und die konzerneigene IT-Strategie in Frage stellen würde. Übrigens ebenfalls eine alte Frage, auf die Siemens seit der Übernahme von Nixdorf 1991 eine Antwort schuldig geblieben ist.