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28.11.1986 - 

Macintosh soll für "Alltagsinformatik" gut sein:

Zürcher Schulamt votiert gegen MS-DOS

ZÜRICH/WALLISELLEN - Freude bei der Apple-Generalvertretung Industrade, Murren bei der Konkurrenz. Der Zürcher Erziehungsrat erachtet in seinen Richtlinien zur Informatik an der Volksschulen "Geräte des Typs Apple Macintosh als besonders geeignet für den Einsatz in Schulen".

Nachdem Industrade bis heute 500 Macs an die Universität Zürich und 300 an die ETH liefern konnte, wartet man in Wallisellen nun auf die Bestellungen der Zürcher Schulpräsidenten. Für eine erste Zwischenbilanz des Bestelleingangs aus den Schulgemeinden sei es allerdings noch etwas zu früh, heißt es beim Generalimporteur.

Seit 1985 beschäftigt sich die Pädagogische Abteilung der Erziehungsdirektion unter dem Titel "Alltagsinformatik" mit Schulversuchen. Dazu standen ihr 30 Exemplare des Macintosh zur Verfügung. 40 Schulklassen nahmen bisher innerhalb des obligatorischen Unterrichts an 24 unterschiedlich gestalteten Projektwochen teil. Die Kinder produzierten Klassenzeitungen, werteten Meinungsumfragen aus, klassifizierten Wanderwege für einen fiktiven Verkehrsverein in einem Bündner Ferienort, führten Verkehrszählungen durch oder übten graphisches Gestalten.

Das Konzept "Alltagsinformatik" will kein eigenes Fach "Informatik" einführen, sondern sich ausschließlich mit wirklichkeitsnahen Anwendungen befassen, die in den normalen Unterricht einbezogen werden können. Das Konzept bildet die Grundlage der neuen Richtlinien. "Alltagsinformatik" sei auch der Grund für die Gerätewahl, erklärte Professor Kurt Bauknecht, Leiter des Instituts für Informatik der Universität Zürich, das dem Erziehungsrat in einem Gutachten den Macintosh empfohlen hatte. Billigere Geräte, wie der Amiga von Commodore oder die Atari ST-Modelle, seien aus der Wahl gefallen, weil das Angebot an schulspezifischer Software zu spärlich sei.

Ein weiteres Kriterium sei die Existenz eines zentralen Datenbestandes für die verschiedenen Applikationen gewesen. Gegen die Wahl der IBM- und MS-DOS-Welt hätte als drittes Kriterium die weniger bedienungsfreundliche Benutzerschnittstelle gesprochen.

Auch am Pestalozzianum, einer Institution zur Lehrerfortbildung, scheint sich die Mac-Begeisterung in Grenzen zu halten. Dort werden nämlich elf IBM PC, auf denen seit 1984 immerhin 700 Lehrer ausgebildet worden sind, für eine anderweitige Verwendung frei. Doch ein Abnehmer ist bereits gefunden: Die Arbeitsgemeinschaft für Lehrerfortbildung ist vom Macintosh-Entscheid nicht betroffen und bleibt dem "Industriestandard" weiterhin treu.